VSR-Gewässerschutz sieht bei der Einleitung von Benzotriazolen dringenden Handlungsbedarf – die Konzentration im Rhein steigt an

  1. Benzotriazole werden hauptsächlich als Korrosionsschutz für Metalle eingesetzt:
    • im Kühlwasser
    • als Silberschutz in Reinigungs- und Spülmitteln
    • in Frostschutzmitteln
    • in Schmierstoffen für Motoren
  2. Benzotriazole werden als Flugzeugenteisungsmitteln eingesetzt
  3. Benzotriazole werden weiterhin noch als Desinfektionsmittel für Metalloberflächen und Antischleiermittel in der Foto- und Druckindustrie verwendet.

 

Benzotriazole kommen inzwischen in Flüssen, Uferfiltrat und sogar im Trinkwasser vor. Dort hat es allerdings aus Gesundheitsgründen nichts zu suchen. „Schwer abbaubare Stoffe wie Benzotriazole erschweren im Unterlauf des Rheins die Produktion von Trinkwasser aus Rheinwasser.“ so die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins. (IKSR). Wenn es erst mal in den Wasserkreislauf gelangt ist, ist es sehr kostenaufwendig dieses wieder zur Trinkwassergewinnung zu eliminieren. Die gängige Trinkwasserreinigung reicht für solche Mikroverunreinigungen nicht mehr aus.

Der VSR-Gewässerschutz hat die Messwerte aus dem Jahresberichten 2010 und 2011 der RIWA in einer Grafik dargestellt. Deutlich zu beobachten ist: Die Belastungen sind von 2010 bis 2011 gestiegen und schwanken über das Jahr erheblich. Extrem hohe Belastungen kommen sowohl im Sommer als auch im Winter vor. Zusätzlich zu den Enteisungsmitteln von Flughäfen muss es im Sommer ebenfalls hohe Einträge an Benzotriazolen geben.

Forderung für Rhein und Ruhr:

Für die Ökologie in den Flüssen und in der Nordsee, sowie für die Gesundheitsvorsorge der Menschen am Rhein und Ruhr, die auf Trinkwasser, welches aus dem Fluss gewonnen wird, angewiesen sind, ist die Politik gefordert zu handeln.

 

  • Es muss für die Industrie dringend ein Grenzwert für die Benzotriazolkonzentration im Abwasser aufgestellt werden. Der VSR-Gewässerschutz fordert einen Grenzwert von 100 ng/l im Wasser, das in die Flüsse eingeleitet wird. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass das Trinkwasser ohne kostenintensivere zusätzlichen Reinigungsmaßnahmen gesundheitlich unbedenklich ist. Jede Trinkwasseraufbereitung bedeutet für den Verbraucher eine Steigerung des Wasserpreises. Der Verursacher hat die Kosten zu tragen und nicht der Bürger.
  • Der VSR-Gewässerschutz fordert eine Studie, inwieweit in den Reinigungsmittel für die Geschirrspülmaschinen der Einsatz von Benzotriazolen nötig ist. Falls in diese zum Ergebnis kommt, dass der Einsatz dieses Stoffes überflüssig ist, sollte die Verwendung der Benzotriazole in Geschirrspülmitteln untersagt werden. Auf diese Weise kommt es zur Reduzierung der Belastung mit Benzotriazolen aus dem kommunalen Abwasser.
  • Recycling des Enteisungsmittels an allen Flughäfen wie am Flughafen München