Massentierhaltungen und Biogasanlagen - die großen Probleme im Gewässerschutz

Massentierhaltungen

Die Gülle, die in Massentierhaltungen anfällt, übersteigt oft die Menge an Gülle, welche zum Düngen der Felder benötigt wird. Da die Landwirte diese aber irgendwie loswerden müssen, kommt es zur Überdüngung.

 

Biogasanlagen

In den gewerblichen Biogasanlagen fallen Gärreste an, die als Dünger verwendet werden. Das verursacht ebenfalls eine Nitratanreicherung im Boden. Außerdem kann es pasieren, dass Sickerwasser aus Biogasanlagen in Gewässer geleitet wird.

Politiker in den einzelnen Bundesländern müssen nun für belastete Regionen zusätzliche Maßnahmen verankern

Die Landesregierungen müssen in den Regionen mit hohen Nitratbelastungen dringend zusätzliche Maßnahmen zur Verringerung der Belastung aus der Landwirtschaft verankern. So ist es auch in der neuen Düngeverordnung vorgesehen.
Gerade bei starken Belastungen im Grundwasser muss eine noch höhere Effizienz beim Düngen erfolgen als in den nicht belasteten Regionen. In der, im Februar verabschiedeten, novellierten Düngeverordnung werden den zuständigen Landesregierungen hierzu verschiedene Möglichkeit eröffnet.

Es geht auch anders!

 

Eine Studie, die ihm November 2017 erschienen ist, belegt: Der Umweltschutz in der Landwirtschaft könnte besser funktionieren, wenn sich die Agrarpolitik der EU ändern würde.

 

Viele Verbraucher wünschen sich, dass ihre Lebensmittel umweltfreundlich produziert wurden. Die Subventionen, die an Landwirte gezahlt werden, spiegeln das jedoch nicht wieder. Konventionelle Betriebe werden gefördert, das Wissen um lokale Begebenheiten wird nicht ausreichend genutzt und es wird in Maßnahmen investiert, welche die wenigsten Erfolge für die Umwelt bedeuten. Zahlungen an die Landwirte passen zudem oft nicht zu den Bedürfnissen des Betriebes. Wirtschaftlich gesehen lohnt es sich für Landwirte kaum, umweltschonende Maßnahmen zu ergreifen. Die Bürokratie hält mögliche Erfolge zusätzlich auf.

Insgesamt ist die Bilanz der Studie ernüchternd: Nachhaltige Landwirtschaft ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen kaum möglich. Aber es gibt ein Lichtblick: Wenn die Gesetze geändert werden, kann die Landwirtschaft wieder stärker zum Umweltschutz beitragen. Beispielsweise würde der verpflichtende Anbau von Zwischenfrüchten die Nitratauswaschung in die Umwelt erheblich reduzieren.

Der VSR-Gewässerschutz fordert die Politik auf, sich stärker für eine umweltschonende Landwirtschaft einzusetzen. Umweltschutz ist möglich, wenn bei der Gesetzesgebung darauf geachtet wird. Es sollte verpflichtende Regeln für alle landwirtschaftlichen Betriebe geben – laut den Ergebnissen der Studie ist das ein effektiverer Weg, als umweltverträgliche Maßnahmen zu subventionieren.

Die Studie: "Is the CAP Fit for purpose?"

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Deutschlands Stickstoffpolitik stinkt.
Ohne EU-Nitratrichtlinie böte Deutschland Massentierhaltungs- und Biogasanlagen-Betreibern unbegrenzte Möglichkeiten. Die Politik hat es viel zu lange der Agrar- und Biogas-Lobby überlassen, die „gute fachliche Praxis“ zu definieren, auf deren Basis die Richtlinie umgesetzt werden sollte. Zudem fehlen Kontrollen und Sanktionen – dies entspräche der Erwartung, dass Autofahrer ihr Tempo im Verkehr selbstverantwortlich anpassten.

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