Qualitätsanforderungen für Nitrat in Grund- und Oberflächenwasser

Zur Beurteilung der Wasserqualität in Grund- und Oberflächenwasser stellt der Nitratgehalt einen aussagekräftigen Indikator dar. Da aber auch im unbelasteten Wasser Nitrate aus natürlichen Quellen vorhanden sind, kommt es auf die richtige Interpretation des gemessenen Wertes an. Für unterschiedliche Anforderungen wurden daher Werte festgelegt, die hier im Überblick dargestellt sind. Im folgenden sind die Werte dargestellt, die auch wir zur Bewertung nutzen.

Grundwasser

Die Qualitätsnorm für das Grundwasser in Bezug auf den Nitratgehalt beträgt nach den Vorgaben der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) 50 Milligramm pro Liter (mg/l). Bei steigenden Trends muss ab einer Nitratkonzentration von 37,5 mg/l über entsprechende Maßnahmen eine Trendumkehr eingeleitet werden. Die Trinkwasserverordnung legt als Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser ebenfalls 50 mg/l fest.

 

In unverschmutztem Grundwasser sind die Nitratkonzentrationen kleiner als 10 mg/l.

Oberflächenwasser

Für Nitrat wurde in Deutschland kein gewässserspezifischer Wert ale Zielwert fest eingesetzt (Stand 16.03.2017). Als Zielwert gilt hier für alle Gewässertypen 2,5 mg/l Nitrat-Stickstoff (entspricht 11 mg/l Nitrat) damit die Forderung nach Gewässergüte II (mäßige Belastung) eingehalten wird.  (Quelle: Umweltbundesamt)

Für Flüsse, die der Nord- und Ostsee zufließen fordert der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung in seinem Sondergutachten „Meeresschutz für Nord- und Ostsee“ von Februar 2004 „Um der Eutrophierung der Nordsee dauerhaft entgegenzuwirken, sind Durchschnittskonzentrationen in Höhe von 0,15 mg/l Gesamtphosphor und 0,6 bis 1,8 mg/l Gesamtstickstoff in dem über die großen deutschen Flüsse eingetragenen Wasser anzustreben“,  Dies entspricht einer maximalen Nitratkonzentration von 7,9 mg/l.