Ergebnisse der Messfahrten im Einzugsgebiet des Rheins

Messfahrt an der Ruhr von Meschede bis zur Mündung in den Rhein im Dezember 2016

Ziel: Quellen der Nitratbelastung bestimmen

Der VSR-Gewässerschutz führte im Dezember 2016 eine Messfahrt an der Ruhr von Meschede im nördlichen Sauerland bis zur Ruhrmündung in Duisburg durch. Dabei stellte der Verein gegenüber der Messfahrt 2010 keine Verringerung der Nitratbelastung fest. Da das zusickernde Grundwasser zum größten Nitrateintrag in der Ruhr beiträgt, zeigt die Messfahrt wie wichtig eine konsequente Verringerung der Nitratbelastung im Grundwasser ist. „Dafür müssen die Landwirte ihre Stickstoffüberschüsse dringend senken. Doch die Politiker, die aktuell das Düngegesetz verabschiedet haben, wissen noch gar nicht wie die erlaubten Überschüsse von den Landwirten berechnet werden sollen. Denn für die neu kreierte „Stoffstrombilanz“ ist bisher nur klar erkennbar welche viehhaltenden Betriebe diese durchführen müssen, nicht aber ob alle Stoffflüsse betrachtet werden.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

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Pressemitteilung: Messfahrt des VSR-Gewässerschutz zeigt, dass die bisherige Düngung der Felder zu einer zu hohen Nitratbelastung der Ruhr führt

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Messfahrt im Dezember 2016: Lahn von Bad Laaspe bis zur Mündung in den Rhein bei Lahnstein

Ziel: Feststellen wo die Quellen der bei der Rhein-Messfahrt 2013 festgestellten erhöhten Nitratwerte in der Lahn liegen

Am Oberlauf bei Bad Laaspe in Nordrhein-Westfalen weist die Lahn noch eine geringe Nitratbelastung von 5,7 mg/l auf. Doch dieser Wert verdoppelt sich im weiteren Verlauf bis Biedenkopf in Hessen bereits auf 11,6 mg/l Nitrat. Bis Buchenau bleibt die Belastung nun unverändert, bevor sie erneut beginnt stetig anzusteigen. Die Lahn im Bereich bis Buchenau besitzt den nach der Wasserrahmenrichtlinie geforderten guten Zustand bzgl. der Nitratbelastung. Im weiteren Verlauf bis zur Mündung in den Rhein ist dies nicht der Fall. In Cölbe fanden die Gewässerschützer schon 17,2 mg/l. Nachdem das Wasser der Lahn sich mit dem der Ohm mit einer Nitratkonzentration von 18,8 mg/l vermischt, steigt die Belastung auf 18,4 mg/l im Raum Marburg an. Im Städtekomplex Marburg – Gießen findet dann kein weiterer Anstieg statt. Dies ändert sich auf der weiteren Fließstrecke. In Wetzlar fanden die Umweltschützer mit 19,7 mg/l die höchste Nitratkonzentration im Lahnwasser. Ab nun sinkt die Belastung über 18,9 mg/l in Limburg auf 18,7 mg/l im rheinland-pfälzischen Diez nur leicht. Bis zu diesem Abschnitt weist die Lahn größtenteils landwirtschaftliche Nutzflächen - bedingt durch die Talniederungen und Beckenlandschaften - in unmittelbarer Nähe des Flusslaufes auf. Häufig reichen die landwirtschaftlichen Flächen bis zur Uferböschung. So können bei Regenfällen die durch die Düngung im Boden vorhandenen Stickstoffüberschüsse in die Lahn und deren Nebenbäche geschwemmt werden.

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Presseerklärung zu den Ergebnissen der Lahnuntersuchung mit dem Titel:

Messfahrt des VSR-Gewässerschutz belegt:
Nitratbelastung in der Lahn immer noch wesentlich zu hoch

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Messfahrt im Frühjahr 2013: Mosel von Liverdun in Frankreich bis zur Mündung in den Rhein bei Koblenz

Ziel: Feststellen inwieweit der Weinbau zu einer Erhöhung der Nitratkonzentration beiträgt

Bei den Messungen wurden die Nitratbelastungen der verschiedenen Flussabschnitte verglichen:

  • die 45 Kilometer lange Obermosel von Perl bis Trier

  • die 110 Kilometer lange Mittelmosel von Trier bis Zell

  • die ungefähr 90 Kilometer Terrassenmosel zwischen Zell und Koblenz

 

Ein Fluss wie die Mosel ist durch den Weinbau einer starken Belastung ausgesetzt.

Über 5000 Winzer an Mosel, Saar und Ruwer bewirtschaften dort Rebstöcke .

 

Der Weinbau und seine negativen Auswirkungen auf das Grundwasser und die Flüsse wurde in vielen Regionen ernst genommen und wirkungsvolle Maßnahmen entwickelt, wie man der Nitratbelastung entgegen wirken kann. Einen positiven Effekt hatte auch die Beratung der Winzer wie sie umwelt- und grundwasserverträglich die Anbauflächen bewirtschaften können. So konnte die durchschnittlich aufgebrachte Düngermenge bereits stark reduziert und dadurch die Nährstoffüberschüsse in den Böden deutlich verringert werden. Auf diese Weise wurden die Gewässerbelastung schon enorm reduziert. Der VSR-Gewässerschutz wollte mit der Messfahrt feststellen, ob diese positive Entwicklung auch an de Mosel trotz der enormen Steillagen stattgefunden hat.

 

Durch die Zunahme an Starkregenfällen be­dingt durch den Klimawandel besteht zusätzlich die Gefahr der Bodenerosion und der Nitratauswaschung in die Bäche und die Mosel.

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Presseerklärung zu den Ergebnissen der Moseluntersuchung mit dem Titel:
VSR-Gewässerschutz stellt positiv fest:
Weinbau an der Mosel führt zu einer wesentlich geringeren Belastung als erwartet

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Messfahrt am Rhein im Frühjahr 2013 von Rheinau bei Straßburg bis an die niederländische Grenze

Ziel: Feststellen, inwieweit der Rhein durch die Nitratkonzentrationen der Nebenflüsse belastet wird

Während der Rhein ab Iffezheim frei fliest, sind die Nebenflüsse durch Flussstauhaltungen erheblich verändert. Die verbliebenen Auen werden – bis auf seltene Ausnahmen in Bereichen mit Renaturierungsmaßnahmen – durch den Gewässerausbau stark beeinträchtigt. Selbst eine Renaturierung bringt nicht den Erfolg wie bei frei fliesenden Gewässern, da ausreichende Wasserstandschwankungen fehlen. Diese sind aber wichtig, damit Flussauen durch Überschwemmungen mit Wasser versorgt und andererseits während niedriger Wasserstände auch wieder durchlüftet werden. Nur so können Pflanzen einen tiefen Wurzelraum ausbilden und viele Nährstoffe aufnehmen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die fünf größten deutschen staugeregelten Nebenflüsse Mosel, Main, Neckar, Ruhr und Lahn mit ihren hohen Nitratkonzentrationen ein großes Problem darstellen. Sie bringen etwa ein Drittel der Wassermenge, die dem Rhein von der Quelle bis zur Mündung zufließt. Die Meeresstrategie- Rahmenrichtlinie der Europäischen Union (MSRL) von 2008 fordert, dass bis 2020 die Stoffeinträge, die zu nachteiligen Auswirkung auf die Meeressysteme und die biologische Vielfalt führen, verringert werden. Dazu bedarf es noch einer großen Reduzierung der Nitratfrachten der ins Meer mündeten Flüsse wie dem Rhein.

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Pressemitteilung:
Messfahrt vom VSR-Gewässerschutz belegt: Deutsche staugeregelte Nebenflüsse transportieren hohe Nitratfrachten in den Rhein und tragen dadurch heblich zur Eutrophierung der Nordsee bei

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Messfahrt an der Lippe von der Quelle in Bad Lippspringe bis zur Mündung in den Rhein bei Wesel im Oktober 2011

Ziel Untersuchung der Nitratbelastung

Die Wasserqualität der Lippe wurde im Oktober 2011 von den Mitgliedern des VSR-Gewässerschutz untersucht. Von der Quelle in Bad Lippspringe bis zur Lippemündung in den Rhein bei Wesel führte die Messfahrt der Gewässerschützer. Schon im Quellteich der Lippe mussten die Umweltschützer mit 19,9 Milligramm pro Liter (mg/l) einen erhöhten Nitratwert feststellen. Im weiteren Verlauf des noch jungen Flusses stieg dieser Wert über 26,1 mg/l in Mantinghausen auf 27,2 mg/l in Hamm an. Nun verblieb die Belastung bis Haltern auf diesem hohen Niveau. Hier fanden die Gewässerschützer mit 27,8 mg/l den höchsten Messwert in der Lippe. Bis zur Mündung in den Rhein sank die Belastung durch zufließendes Wasser aus den zahlreichen Nebenbächen auf 24,1 mg/l. Somit lagen die Belastungen zwar etwas geringer als bei den Untersuchungen vom März 2004 bei der Spitzenwerte von 32 mg/l Nitrat im Raum Hamm gemessen worden sind. Vergleicht man die aktuellen Messergebnisse aber mit denen von 2009, so zeigt sich ein anderes Bild. Im September vor zwei Jahren lag die Nitratkonzentration im Raum Hamm „nur“ bei 18,4 mg/l.

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Pressemitteilung
Messfahrt vom VSR-Gewässerschutz belegt: Sehr hohe Nitratkonzentrationen in der Lippe tragen erheblich zur Belastung der Nordsee bei


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Messfahrt am Main vom Zusammenfluss der beiden Quellflüsse Roter und Weißer Main bis zur Mündung des Mains in den Rhein bei Wiesbaden im April 2011

Ziel: Untersuchung der Nitratbelastung und Vergleich zu den Messwerten von 1992

Vom Zusammenfluss der beiden Quellflüsse Roter und Weißer Main bis zur Mündung des Mains in den Rhein bei Wiesbaden führte im April dieses Jahres eine Messfahrt vom VSR-Gewässerschutz. Hiermit wiederholten die Umweltschützer ihre große Untersuchung von vor 19 Jahren. „Die aktuellen Messungen zeigen deutlich, dass sich die Nitratbelastung kaum verringert hat. Lagen 1992 bei den Untersuchungen auf dem vereinseigenen Laborschiff REINWASSER die Messwerte des Mainwassers zwischen 14,0 und 22,0 Milligramm pro Liter (mg/l), so lieferte die aktuelle Untersuchung Belastungen zwischen 13,7 und 25,4 Milligramm.“ fasste Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“ (VSR-Gewässerschutz), die Ergebnisse zusammen. Nach den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) darf das Mainwasser um einen guten Zustand zu erreichen höchstens 11 mg/l Nitrat aufweisen. Dieser Wert wird aber am gesamten Main stark überschritten. Von der Erfüllung der Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie ist man bei diesem großen Rheinnebenfluss noch weit entfernt. Solche hohe Nitratwerte wie im gesamten Verlauf des Mains vorzufinden sind, führen zu bestimmten Zeiten im Jahr zu einer stärkeren Vermehrung von Algen, die das Wasser dann grün-gelb schimmern lassen.

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Presseerklärung
Aktuelle Messfahrt auf dem Main zeigt dringenden Handlungsbedarf beim Grundwasserschutz – Nitrateinträge müssen auch außerhalb der Wasserschutzgebiete verringert werden

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Messfahrt an der Ruhr von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein im April 2010

Ziel: Untersuchung der Nitratbelastung

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Pressemitteilung:
Die Ruhr - ein deutscher Mittelgebirgsfluss wird durch die Landwirtschaft gebeutelt

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Messfahrt an der Aisch von der Quelle bis zur Mündung in die Regnitz im Juni 2009

Ziel: Untersuchung der Nitratbelastung

Im Juni untersuchten Mitglieder von VSR-Gewässerschutz die Aisch. Von ihrer Quelle beiSchwebheim bis zu ihrer Mündung in die Regnitz führte die Messfahrt. Schon der Quellbereich istmit 48 Milligramm Nitrat pro Liter stark belastet. Auf ihrem 68 km langen Lauf verringert sich die Belastung nur geringfügig auf 32 Milligramm pro Liter. So stellten die Gewässerschützer in Bad Windsheim 40 Milligramm, in Bad Neustadt 36 Milligramm und in Höchstadt 32 Milligramm fest. Das Ziel eines guten Zustandes ist bei den festgestellten Belastungen nicht erreicht

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Pressemitteilung:
Aisch übermäßig mit Nitraten belastet

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Messfahrt am Neckar von Neckarsulm bei Heilbronn bis zur Mündung im April 2009

Ziel: Untersuchung der Nitratbelastung

Mehrere Messfahrten führte der VSR-Gewässerschutz in den letzten Jahren am Neckar durch. Die letzte fand im April 2009 statt. Von Neckarsulm bei Heilbronn ging es diesmal bis Heidelberg. Den höchsten Nitratwert stellten die Vereinsmitglieder mit 25 Milligramm pro Liter (mg/l) in Neckarsulm fest. Von dort ging es dann stromabwärts. Nachdem die Nitratbelastung bis Bad Wimpfen auf 18,7 mg/l gefallen war, stieg sie bis Eberbach wieder auf 19.6 mg/l an. Ab hier, wo sich der Lauf des Neckars von nord- auf westwärts ändert, bleiben die Messwerte stabil im Bereich
zwischen 19 und 20 mg/l. Somit liegen sie im Mittel etwas niedriger als bei den Untersuchungen 2004 und 2003. Trotzdem ist der Fluss immer noch zu stark belastet. Die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat als Zielwert für die Nitratbelastung 12 mg/l definiert. Erst bei diesem Wert kann man von einem guten Zustand sprechen. Hiervon sind wir aber im Neckar noch weit entfernt.

Das Sinken der Nitratbelastung zwischen Neckarsulm und Bad Wimpfen ist durch den Zufluss von Jagst und Kocher zu erklären. So lagen bei den Messungen 2009 die Nitratkonzentrationen der Kocher bei 16,1mg/l und der Jagst bei 20,2 mg/l. Hierdurch kam es zur leichten Verdünnung der in Neckarsulm festgestellten hohen Nitratwerte. Anders
sah es bei der Elsenz aus. Dieser in Neckargemünd mündende Bach hatte eine Nitratkonzentration von sogar 27,1 mg/l und sorgt damit zum Anstieg der Nitratkonzentration im Unterlauf des Neckars.


Unter den großen Flüssen in Baden-Württemberg nimmt der Neckar eine besondere Stellung ein. Ursprung und Mündung sowie nahezu sein gesamtes Einzugsgebiet liegen innerhalb der Landesgrenzen von Baden-Württemberg. Die Hauptnutzung Acker mit einer Gesamtgröße von 131,14 km² wird als relevant für die Überschreitung der Nitratkonzentration im Grundwasser angesehen. Zur Zielerreichung sind daher neben den derzeit durchgeführten Maßnahmen weitergehende Maßnahmen zur Reduzierung der Nitrateinträge im Bereich der Ackernutzung erforderlich, so die „Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg“.


VSR-Gewässerschutz fordert im Bereich Ackerbau

 

  • wesentlich mehr verpflichtende Bodenuntersuchungen, damit durch angepasste Düngung der zur Nitratauswaschung führende Stickstoffüberschuss reduziert wird.
  • noch stärkere Aufklärung, dass die ökologische Bewirtschaftung zu einer geringeren Belastung des Grundwassers führt
  • finanzielle Anreize für Landwirte, die auf den Ackerflächen den Stickstoffüberschuss niedrig halten und so einen Beitrag zum nachhaltigen Wassermanagement leisten. Keine Subventionen für Betriebe mit extrem hohen Stickstoffüberschüssen und damit einer hohen Nitratauswaschung ins Grundwasser.