Projekt : Salzbelastung aus Industrie und Bergbau

Die Salzbelastung in unseren Gewässern beruht häufig auf Einleitungen durch den Steinkohlebergbau, durch die Kaliindustrie und durch den Gaskavernenbau in Salzstöcken

> Wir bestimmen die Chloridbelastungen an der Einleitung und wie sich die Salzbelastung im weiteren Verlauf des Flusses entwickelt. Außerdem werden die ökologischen Auswirkungen der Salzeinleitungen und möglicher Alternativen diskutiert. Durch Presserklärungen, Artikel, aber auch den Informationen im Rundbrief des VSR-Gewässerschutz wird das Problem der Chloridbelastung und ihre Ursachen öffentlich diskutiert

 

Durch die mangelnde Abdichtung der Bergehalden kann es zur schleichenden Belastung des Grundwassers mit Chloriden kommen

> Wir untersuchen Grundwasserproben und können so die Belastung lokalisieren. Auf Informationsveranstaltungen vor Ort wird im Gespräch mit den Bürgern die Ursachen Chloridbelastung erörtert.

➢ Wir beobachten Maßnahmen bei denen salzhaltiges Grundwasser aus der Tiefe in die oberen Schichten geraten könnte (extreme Wasserentnahme und dadurch Veränderung der Grundwasserverhältnisse; Maßnahmen bei denen beispielsweise CO2 in den Untergrund verpresst wird, unkonventionelle Gasförderung)

> Wir beschäftigen uns mit der Problematik schon im Vorfeld der Planungen und weisen in der Öffentlichkeit auf die Gefahr der Grundwasserbelastung hin.

 

 

Warum dieser Aufwand ?

Schutz der aquatischen Lebensgemeinschaften in den Flüssen und Bächen

Das Leben in unseren Bächen ist an Süßwasser angepasst. Bei sehr hohen Chloridbelastungen können häufig nur noch Brack- oder Salzwasser­arten leben. Süßwasserbewohnende Kleinstlebewesen benötigen für ihre Existenz eine ausreichende Wasserqualität. Zu hohe Salzwerte schaden ihnen. Eine vom „Landesamt für Natur, Umwelt und Naturschutz NRW“ im letzten Jahr in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass ab 200 Milligramm Chlorid pro Liter bereits fast die Hälfte der normalerweise vorkommenden Arten bei den Kleinstlebewesen und ab 400 Milligramm sogar schon dreiviertel der Arten nicht mehr vorhanden sind. Eine erwartete Artenvielfalt infolge einer Renaturierung bleibt aus. Auch der Bestand an Fischen, Krebsen und Amphibien wird beeinträchtigt, da sie nicht mehr ausreichend Nahrung finden.


Schutz des Grundwassers

Grundwasser weist normalerweise Chloridgehalte bis etwa 20 mg/l auf. Es gibt nur wenige geologisch bedingte Ausnahmen. Chloride werden vom Boden nicht absorbiert und somit leicht ausgewaschen. Sickert dieses belastete Grundwasser in die Bäche, schädigt es dort das Leben

Nutzung als Gießwasser: Die Pflanzen in unserer Region sind darauf eingestellt mit ihren Wurzeln Süßwasser aufzunehmen. Zu salzhaltiges Gießwasser kann ihre Wurzeln und den Wassertransport in der Pflanze schädigen. Die Blätter verfärben sich vom Rande her bräunlich und die Pflanze kann so stark geschädigt werden, dass sie abstirbt.

Nutzung im Planschbecken / Swimmingpool: Chlorid wirkt je nach Rohrmaterial ab Konzentrationen von ca. 100 mg/l korrosiv. Anbieter verlangen, dass Trinkwasserqualität eingehalten wird um Schäden zu vermeiden.