Ergebnisse der Messfahrten im Einzugsgebiet des Rhein

Messfahrt im Frühjahr 2013: Mosel von Liverdun in Frankreich bis zur Mündung in den Rhein bei Koblenz

Ziel: Salzbelastung der Mosel durch den Zufluss der Meurthe festzustellen. In die Meurthe leiten die lothringischen Sodafabriken im Großraum Nancy ihre salzigen Abwässer ein.
Dabei sollte verglichen werden, wie sich die Chloridbelastung in der Meurthe (drittgrößter Nebenfluss der Mosel), und damit auch in der Mosel, seit der Messfahrt des VSR-Gewässerschutz 1992 verändert hat.

Trotz den in den letzten Jahrzehnten erhöhten Ansprüchen an den Gewässerschutz in der EU änderte sich die Belastung kaum. Firmen der Soda- und Kaliindustrie wie Novacarb, Salins du Midi & Salins de l'Est, Kali&Salz und Solvay unterhalten an der Meurthe Standorte und Niederlassungen. Die bei der Soda-Produktion anfallenden Rückstände werden geregelt in die Meurthe eingeleitet. Dabei wird versucht, die in der Mosel gemessenen Konzentrationen unabhängig von der Wassermenge konstant zu halten. Ziel ist es seit 1995, die Chloridkonzentration der Mosel bei Hauconcourt auf 400 mg/l zu begrenzen. Der problematische, stark mit Chloriden belastete Moselabschnitt liegt im Bereich zwischen dem Großraum Nancy und der Gemeinde Wasserbillig an der deutsch-luxemburgischen Grenze.

Messfahrt an der Fossa-Eugenia von Kamp-Lintfort bis zur Mündung in den Rhein im Oktober 2012

Ziel: Untersuchung des Chlorideintrags durch das Bergwerk West, welches zum Jahresende geschlossen wurde, um Vergleichswerte für die Zeit nach der Schließung zu erhalten

Die erneute Messfahrt vom VSR-Gewässerschutz im März diesen Jahres zeigt, dass durch die Schließung des Bergwerkes West die Salzbelastung in der Goorley von 23.000 Milligramm pro Liter (mg/l) Chlorid auf nur 15.250 mg/l zurück ging. Damit ist nur eine Verringerung der Salzbelastung auf den Stand von 2008 erreicht worden. Die Goorley ist somit immer noch wesentlich salziger als die Ostsee. Durch den Zufluss der Großen Goorley in die Fossa Eugenia wird dort die Salzkonzentration von 50 mg/l um fast das 100-fache erhöht. Obwohl durch den Zufluss von Nebenbächen die Salzkonzentration in der Fossa stark sinkt, wurde im Rheinberger Altrhein auch nach der Schließung des Bergwerkes noch 1375 mg/l Chlorid gemessen. Im Oktober letzten Jahres lag die Chloridkonzentration mit 1950 mg/l etwas höher.

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Pressemitteilung:
Stillgelegtes Bergwerk West in Kamp-Lintfort belastet immer noch die Fossa mit chloridhaltigem Grubenwasser – die angekündigte Ableitung über Walsum in den Rhein muss schnellstens erfolgen

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Messfahrt an der Lippe zwischen Hamm und der Mündung in Wesel in den Rhein im Oktober 2011

Ziel: Untersuchung der Chloridbelastung

Der VSR-Gewässerschutz befürchtet negative Auswirkungen auf die aktuellen Renaturierungsmaßnahmen, auf Grundlage seiner aktuellen Untersuchungen an der Lippe zwischen Hamm und der Mündung in den Rhein. Standortgerechte Flora und Fauna werden sich nicht entwickeln können, da eingeleitete Grubenabwässer eine sehr hohe Salzbelastung aufweisen.


Die Zechen „Haus Aden“ in Oderaden, „Monopol“ in Bergkamen und „Heinrich Robert“ in Hamm wurden 1998 zum Bergwerk Ost vereinigt. Obwohl die Kohleförderung dieses Zechenkomplexes im Jahr 2010 eingestellt wurde, wird weiterhin Grubenwasser gefördert, um die unterirdischen Stollenanlagen zu entwässern. Hierzu werden die Pumpanlagen „Heinrich Robert“ und „Haus Aden“ weiter betrieben. Auch, wenn die Einleitung im Hammer Raum bald aufgegeben werden soll, läuft die Genehmigung für die Grubenwassereinleitung in Oberaden erst 2021 aus. Im Oktober 2011 führte der VSR-Gewässerschutz wieder Untersuchungen an der Lippe durch. Die aktuellen Werte bestätigen die schon 2009 festgestellten, immer noch zu hohen Salzwerte. Während vor den Einleitungen der Grubenwässer aus dem ehemaligen Bergwerk Ost die Belastung in Hamm nur bei 80 Milligramm pro Liter (mg/l) lag, stieg die Chloridkonzentration in Bergkamen/Werne auf 180 mg/l und in Lünen auf 280 mg/l an. Die Belastung steigt weiter durch die Einleitung der Zeche Auguste Victoria in Marl. In Dorsten wurde mit 425 mg/l der höchste Chloridwert gemessen. Bis zur Mündung sank die Belastung geringfügig durch das Süßwasser zufließender Bäche auf 345 mg/l.

 

Die Ergebnisse der Lippe-Messfahrt ergaben, dass die hohe Salzkonzentration eine negative Auswirkungen auf die aktuellen Renaturierungsmaßnahmen an der Lippe haben. Eine standortgerechte Flora und Fauna werden sich unter der sehr hohen Salzbelastung der eingeleiteten Grubenabwässser mit Chloriden nicht entwickeln können.

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Pressemitteilung
Salzbelastung aus dem Bergbau wird die Renaturierungsmaßnahmen an der Lippe erheblich beeinträchtigen

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Mehrere Messfahrt an der Lippe zwischen Hovestadt und der Mündung in Wesel in den Rhein im August und September 2009

Ziel: Untersuchung der Chloridbelastung

Schon in Hovestadt ist die Lippe, infolge der Abwassereinleitungen und geogener Besonderheiten des Lippegebietes, mit 110 Milligramm pro Liter Chlorid vorbelastet. Bis unterhalb des Wehres in Hamm änderte sich an den Konzentrationen nur wenig. Die Auswirkungen auf die Pflanzen, Insekten und Fische ist noch unbedeutend. Anders sieht es auf der Flussstrecke unterhalb von Heringen aus. Hier steigt die Chloridbelastung schlagartig auf den doppelten Wert von 230 Milligramm pro Liter an. Auf der weiteren Fließstrecke wächst die Belastung stetig weiter. So stellten die Gewässerschützer in Werne 280 Milligramm und Haltern mit 335 Milligramm pro Liter fest. Die höchste Konzentration lag in Dorsten, mit 460 Milligramm pro Liter, vor. Auf diesem sehr hohen Niveau verbleibt die Belastung, bis die Lippe bei Wesel in den Rhein mündet.

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Pressemitteilung:
Chloride - immer noch ein Problem

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