Trinken Sie Leitungswasser!

Leitungswasser wird in Deutschland größtenteils aus Grundwasser gewonnen. Obwohl wir vor hohen Nitratkonzentrationen im Grundwasser warnen, hat das Leitungswasser in Deutschland Trinkwasserqualität. Die Wasserversorger nutzen dafür unterschiedliche Techniken und Verfahren. Hierzu gehören Kooperationen mit der Landwirtschaft für eine schonendere Bewirtschaftung der Anbauflächen, das Mischen von Wasser unterschiedlicher Quellen, die Förderung aus größerer Tiefe und die Aufbereitung des Wassers. Das alles ist möglich, macht sich aber auch im Preis bemerkbar.

Die Wasserversorger müssen ihr Leitungswasser regelmäßig auf 46 chemische Stoffe untersuchen lassen. Dagegen fehlen bei Mineralwasserherstellern viele Grenzwerte. Die derzeit gültige Mineralwasser – und Tafelwasserverordnung, die es bereits seit 1984 gibt, sieht nur für 16 Stoffe Untersuchungen vor. Im Gegensatz zum Leitungswasser gibt es z.B. keine vorgeschriebenen Untersuchungen auf Uran, Fungizide, Herbizide und organische Chlorverbindungen. Das Leitungswasser wird dementsprechend viel besser kontrolliert als das Mineralwasser.

 Leitungswasser trinken schont Geldbeutel und Umwelt

  • Das Leitungswasser kommt per Rohrleitung direkt bis in die Küche. Flaschenwasser, das im Supermarkt steht, wird dagegen häufig über lange Strecken mit LKWs transportiert. Es wird unnötig viel Diesel verbraucht und die Umwelt belastet.
  • Sie geben unnötigerweise Geld aus. Im Jahr kommen, je nachdem welches Mineralwasser Sie trinken, ein paar hundert Euro pro Person zusammen.
  • Häufig werden wegen des Gewichtes und der Stabilität Plastikflaschen gekauft. Mineralwasser schmeckt dadurch oft nach Acetaldehyd, das bei der Herstellung von Kunststoff entsteht und von den Flaschen ins Wasser übergehen kann.
  • Beim Kauf von Einwegflaschen entsteht viel Müll, der vermeidbar ist. Mehrwegflaschen produzieren zwar nicht ganz so viel Müll, müssen aber auch hergestellt und gereinigt werden.

 

Viel Abwasser, Müll und Transport, um Wasser zu trinken, das letztendlich keinen Mehrwert gegenüber dem Leitungswasser hat.

Unsere Tipps, um Belastungen sicher auszuschließen

  • Schauen Sie auf der Homepage ihres Wasseranbieters nach, welche Qualität das Wasser aufweist. Besonders wenn Sie Säuglingsnahrung damit zubereiten wollen, ist es wichtig, dass die Nitratkonzentration niedrig liegt. Der Grenzwert für die Eignung von Wasser zur Zubereitung von Säuglingsnahrung liegt bei 10 mg/l.

 

  • Wir raten Ihnen, immer frisches, kaltes Wasser zum Trinken zu nutzen. Lassen Sie das Standwasser abfließen. Sie können es stattdessen zum Bewässern der Topfpflanzen nutzen.

 

  • Wenn Ihnen das Wasser trotz Zusatz von Kohlensäure immer noch nicht schmeckt, kaufen Sie lieber Flaschenwasser. In manchen Regionen führt auch eine Chlorung des Wassers zu diesen Geschmacksveränderungen.

 

  • Reinigen Sie die Flaschen, in denen Sie das Leitungswasser aufbewahren, regelmäßig. Sonst können sich darin Keime vermehren.
  • Der örtliche Wasserversorger liefert laufend kontrolliertes Trinkwasser bis an den Hausanschluss. Danach ist die Qualität Sache des Hauseigentümers. Sie sollten ausschließen, dass die Leitungen im Haus das Wasser belastet. Gerade im Altbau ist es sinnvoll, sicher zu gehen und eine Analyse auf Schwermetalle (Blei, Kupfer, Cadmium und Zink) durchführen zu lassen. Unser Verein hat mit dem Indikatorlabor gute Erfahrungen gemacht. Natürlich können Sie auch im Netz nach den Angeboten von anderen Anbietern suchen.

 

  • Wir raten Ihnen, den Perlator in Ihrer Küche regelmäßig abzuschrauben und zu entkalken (der Perlator ist der Luftsprudler, welcher sich am Ausgang des Wasserhahns befindet). So verhindern Sie, dass sich Bakterien im Sieb ansammeln und bei der Wasserentnahme aus dem Wasserhahn gespült werden.

Selbst Sprudel erzeugen

Wer es lieber sprudelig mag, kann dies auch bei Leitungswasser erreichen. Normales Leitungswasser enthält kaum Kohlensäure, kann aber mit einem Aufsprudler angereichert werden. Die Geräte gibt es bereits ab 60 € im Handel. Ein Kohlensäure-Zylinder reicht in der Regel für 50 - 60 Liter Wasser. Die leere Kartusche kann inzwischen bei vielen Händlern vor Ort für ca. 9 € gegen eine volle getauscht werden.