Nicht jedes Brunnenwasser ist als Tränkwasser geeignet

Wasser ist das wichtigste Futtermittel.

Brunnenwasser stellt in den meisten Fällen eine gute Alternative für das kostbare Leitungswasser dar

Beim Tränkwasser ist es nicht nötig, dass die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Überschreitungen haben nicht generell nachteilige Effekte auf das Tier. Einige Parameter in der Trinkwasserverordnung sind außerdem nicht aus gesundheitlichen Gründen festgelegt worden, sondern um die Brauchwassereigenschaft zu verbessern.

Da das Wasser aber durch Schadstoffe und Bakterien, etc., belastet sein kann, sollte die Qualität regelmäßig überprüft werden, damit die Tiere nicht in ihrer Gesundheit gefährdet werden. Im Gegensatz zum Leitungswasser ist hier jeder selbst für die Kontrolle zuständig und sollte diese regelmäßig durchführen lassen.

Neben der Fütterung ist das Bereitstellen ausreichender Wassermengen in geeigneter Qualität eine entscheidende Voraussetzung für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere.

Warum ist eine Tränkwasseruntersuchung notwendig?

Man kann Bakterien und Schadstoffe selten schmecken oder riechen - aber im Labor lassen sie sich nachweisen. E.coli sind Darmbakterien und können Krankheiten hervorrufen. Ihre Untersuchung wird aber hauptsächlich wegen ihrer Indikatorfunktion durchgeführt. Wenn man sie nachweist, sind Fäkalien ins Tränk- oder Rohwasser gelangt. Es kann dann auch mit weiteren Viren und anderen Bakterien, die zu schwerwiegenderen Krankheiten führen, belastet sein. Auch andere Schadstoffe führen in hohen Konzentrationen zu akuten Gesundheitsproblemen.

Selbst geringe Konzentrationen können problematisch sein. Wirkt ein Gift, Schadstoff oder Keim im Wasser in geringen Mengen sehr lange auf den Organismus ein, kann es zu chronischen Schäden oder Vergiftungserscheinungen kommen. Diese sind selten leicht zu erkennen und äußern sich meist nur in unspezifischen Unwohlsein, Durchfall, allgemeine Mattigkeit und Leistungsabfall.

Besonders wichtig ist eine gute Wasserqualität beim Tränken von trächtigen Tieren und Jungtieren.

Problematisch sind auch hohe Eisen- und Mangankonzentrationen. Sie führen zu Ablagerungen in den Leitungen und der Tränke. Dadurch ist die Funktionsfähigkeit der Tränkanlage eingeschränkt und das Tier erhält nicht mehr ausreichend Wasser. Außerdem kann es auf der Ablagerung zur Bildung von Biofilmen kommen. Nun steigt auch die Gefahr einer Verkeimung in den Anlagen.

Die Tränkwasseruntersuchung

  • ist eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme um das Risiko für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Tiere zu verringern

oder

 

  • ist eine notwendige Maßnahme bei der Bestimmung der Ursache von

    • Krankheiten

    • Fruchtbarkeitsstörungen

    • geringer Leistungsfähigkeit

    • zu geringer Wasseraufnahme

Die Wasserqualität für Tiere sollte den folgenden Anforderungen entsprechen:

Schmackhaft:

Das Wasser muss den Tieren schmecken - nur so nehmen sie genügend Wasser auf.

Verwendbar:

Die Leitungen der Tränkwasseranlage sollten sich nicht zusetzen können und so zu Wassermangel bei den Tieren führen.

Verträglich:

Das Wasser muss von den Tieren gut vertragen werden. Es sollte keine Stoffe beinhalten, die Krankheiten verursachen oder die Entwicklung der Tiere beinträchtigen.

Welche Wasserqualität soll das Tränkwasser aufweisen?

Das Bundesministerium für Ernäh­rung und Landwirtschaft hat 2007 Orientierungswerte für die Bewertung von Tränkwasser herausgegeben.

Das in das Tränksystem oder die Tränke eingespeiste Wasser sollte frei von E.Coli sein.

Grundsätzlich gilt: Je geringer die Belastung ist, desto höher ist die Qualität des Wassers und umso weniger Risiken gehen von ihm aus.

Anmerkung: Der Grenzwert für Nitrat wird von Tierärzten z.T. als viel zu hoch angesehen. Besonders bei Jungtieren und tragenden Tieren sollte sich deutlich weniger Nitrat im Tränkwasser befinden.

Der VSR-Gewässerschutz spricht sich dafür aus, nicht mehr als 100 mg/l Nitrat im Tränkwasser zuzulassen.

Woher kommt die Belastung?

Grundwasserbelastung:

  • Besonders oberflächennahes Grundwasser ist vielen Belastungen ausgesetzt. Aus Altlasten, defekten Abwasserrohren und Sickerschächten können Verschmut­zungen ins Grundwasser gelangen. Aber auch das ungewollte Versickern von Dünger, wie auch der saure Regen führen dazu, dass das geförderte Brunnenwasser verschmutzt sein kann.

  • In manchen Regionen ist das Grundwasser von Natur aus mit sehr viel Eisen, Sulfaten oder Chloriden belastet.

Belastungen in der Anlage:

  • Im Vorratsbehälter und in den Leitungen des Tränksystems können in vorhandenen Ablagerungen Bakterien wachsen.

Was tun, wenn das Wasser nicht den Voraussetzungen entspricht?

Je besser die Qualität des Wassers ist, umso wenige Risiken gehen von ihm aus.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Sanierung am Brunnen, Leitungen, Vorratsbehälter etc.

  • Anlegen eines neuen Brunnens

  • Einbau einer Wasseraufbereitungsanlage