Leitfähigkeit des Brunnenwassers

Die Leitfähigkeit sagt etwas darüber aus, wie gut das Wasser elektrischen Strom leitet. Wenn man die Leitfähigkeit seines Wassers kennt, kann man Rückschlüsse auf den Salzgehalt des Wassers ziehen.

Zu viel Salz (Chlorid) im Brunnenwasser kann im Garten sehr problematisch werden.

Problem im Brunnenwasser

Zu viel Chlorid im Brunnenwasser kann dazu führen, dass Ihre Pflanzen durch das Gießwasser eingehen und Süßwasserarten in Ihrem Teich sterben.

Außerdem kann Chlorid dafür sorgen, dass Wasserleitungen stark rosten.

Grundwasser ist in manchen Regionen so salzhaltig, dass es nicht mal mehr zum Gießen geeignet ist. Die Pflanzen welken, trotz  ausreichender Wassergabe.

Gebiete mit Belastungen

Insgesamt kristallisieren sich bei unseren Untersuchungen fünf Regionen deutlich heraus:

  • das Gebiet um Greifswald in Mecklenburg - Vorpommern

  • die Region zwischen Rheinberg und Paderborn in Nordrhein - Westfalen, in der sich das Ruhrgebiet befindet

  • der Bereich zwischen Halle und Magdeburg in Sachsen-Anhalt

  • Rheinhessen in Rheinland - Pfalz

  • der Raum zwischen Würzburg und Erlangen in Bayern.

 

 

Chloridkarte

(Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Maßnahmen bei einer hohen Leitfähigkeit des Brunnenwassers

Wenn Ihr Brunnenwasser eine hohe Leitfähigkeit aufweist, dann sollten Sie den Chloridwert des Wassers testen. Mit Glück hat der Leitfähigkeitswert eine andere Ursache, als eine Chloridbelastung. Sollte jedoch eine sehr hohe Chloridbelastung vorliegen, können Sie das Wasser unter Umständen nicht mehr nutzen.

Chlorid im Trinkwasser

Der aktuelle Trinkwassergrenzwert der Leitfähigkeit ist relativ hoch angesetzt, da man in der Verordnung von der gleichzeitigen Überprüfung des Chlorid-Wertes ausgeht. Auch bei einer geringen Leitfähigkeit können deutliche Überschreitungen des Trinkwassergrenzwertes von Chlorid auftreten. Zu hohe Chloridwerte bringen die Leitungen zum rosten und führen beim Trinken zu einer geschmacklichen Beeinträchtigung. Wenn nur geringe Mengen getrunken werden, besteht allerdings kein gesundheitliches Risiko. Ein für Haushalte relevantes Verfahren zur Entfernung von Chloriden ist die Umkehrosmose.

Chlorid im Gießwasser

Die Pflanzen in unserer Region sind darauf eingestellt, mit ihren Wurzeln Süßwasser aufzunehmen. Je nach Empfindlichkeit der Pflanzen gegenüber Chlorid können höhere Konzentrationen im Bewässerungswasser Schäden hervorrufen. Zusalzhaltiges Gießwasser kann die Wurzeln und den Wassertransport in der Pflanze schädigen. Die Blätter verfärben sich vom Rande her bräunlich und die
Pflanze kann so stark geschädigt werden, dass sie abstirbt. Bei erhöhten Chloridkonzentrationen ist das
Wasser nur für chloridtolerante Pflanzen geeignet. Um die Salzkonzentration zu senken, kann Brunnenwasser mit Regenwasser gemischt werden. Bei sehr hohen Werten ist es zum Bewässern ungeeignet.

 

Leitfähigkeit des Teichwassers

Das Füllwasser des Teiches sollte keine zu geringe Leitfähigkeit aufweisen. Sonst reagiert das Teichwasser bei der geringsten Beeinflussung mit einer drastischen Veränderung des pH-Wertes. Eine
zu hohe Leitfähigkeit im Teich ist ebenfalls ungünstig. Durch mischen mit Regenwasser bzw. zusetzen von Salz lässt sich die Leitfähigkeit erniedrigen oder erhöhen.

Chlorid im Waschwasser

Hohe Chloridgehalte können dazu führen, dass Leitungen und Geräte rosten.
 

Wir analysieren Ihr Brunnenwasser!

Mit der Abgabe Ihrer Wasserprobe helfen Sie uns, Grundwasserbelastungen in Ihrer Region aufzudecken. Im Gegenzug helfen wir Ihnen dabei, das Brunnenwasser weiterhin nutzen zu können.

Häufig gestellte Fragen (FAQ):

Was ist der Zusammenhang zwischen der Leitfähigkeit und der Chloridbelastung?

Je höher die Salzkonzentration im Wasser ist, desto höher ist auch die Leitfähigkeit. Da Chlorid ein Salz ist, kann man bei einer niedrigen Leitfähigkeit eine hohe Chloridkonzentration ausschließen.

Was passiert, wenn ich Gießwasser, in dem hohe Chloridkonzentrationen enthalten sind, nutze?

Zu salzhaltiges Grundwasser kann die Wurzeln einer Pflanze schädigen und den Wassertransport in der Pflanze beeinflussen. Die Blätter verfärben sich vom Rande her bräunlich, die Pflanze wächst nicht mehr richtig und stirbt manchmal sogar ab.

Ab welchen Chloridkonzentrationen muss ich aufpassen, welche Pflanzen ich gieße?

Die Pflanzen unserer Region sind darauf eingestellt, mit ihren Wurzeln Süßwasser aufzunehmen. Dieses enthält normalerweise weniger als 100 Milligramm pro Liter (mg/l) Chlorid. Nach der DIN 19684-10 ist nur Gießwasser mit weniger als 70 mg/l für „nahezu alle Pflanzenarten“ geeignet. Bei Werten oberhalb von 280 mg/l ist das Wasser zum Bewässern ungeeignet. Im Zwischenbereich sollte immer geprüft werden, ob die Pflanzen den aktuellen Chloridgehalt vertragen. Gerade bei sehr hohen Konzentrationen kann es zum Absterben der Pflanzen kommen.

Ab welcher Chloridkonzentration kann ich das Wasser nicht mehr als Tränkwasser verwenden?

Das Wasser soll nach den Orientierungswerten der Tränkwasserverordnung bei Geflügel nicht mehr wie 250 mg/l Chlorid aufweisen und bei anderen Tierarten nicht mehr als 500 mg/l Chlorid.

Kann ich das Brunnenwasser mit 500 mg/l Chlorid zum Befüllen des Pools verwenden?

Wir raten davon ab, da es zur Korrosion und Schäden am Becken kommen kann.

Wie kommt es zu einer Chloridbelastung im Brunnenwasser?

Ausschwemmungen aus Altlasten und Ablagerungen des Bergbaus, Einsickern belasteten Fluss- und Bachwassers in das begleitende Grundwasser, natürliches Aufsteigen des Tiefengrundwassers und Eindringen von Meerwasser kommen als Ursache in Frage.

In welchen Regionen kommt salzhaltiges Brunnenwasser vor?

Wir haben eine Karte erstellt, auf der Sie sehen können, ob wir in Ihrer Region schon mal Chloridkonzentrationen über 250 mg/l festgestellt haben.

Mein Wasser weist mit 2500 µS/cm eine hohe Leitfähigkeit auf. Kann ich damit meine Pflanzen gießen?

Wir raten Ihnen dringend, das Wasser auf Chlorid untersuchen zu lassen. Die Leitfähigkeit weist nur auf das Vorhandensein von Salzen hin, sagt aber nichts über die Salzarten aus. Während andere Salze für die Pflanzen unkritisch sind, können hohe Chloridkonzentrationen im Gießwasser die Pflanzen schädigen.


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