Keime im Brunnenwasser

Coliforme Keime sind ein Hinweis auf die Verunreinigung durch Oberflächenwasser, das auch andere Erreger beinhalten kann. Die Belastung deutet auf bauliche Probleme am Brunnen oder der Installation hin.

E.coli (Escherichia coli) sind Darmbakterien. Kommen sie im Grundwasser vor, so ist es durch menschliche oder tierische Ausscheidungen verunreinigt. Es können auch Krankheitserreger, Viren und Wurmeiern im Wasser vorhanden sein. Das Wasser stellt eine Gesundheitsgefahr dar.

 

In der Regel ist Grundwasser und damit Brunnenwasser frei von mikrobiologischen Belastungen. Einerseits dient die Bodenschicht bis zum Grundwasser als Schutzsperre. Außerdem haben die Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Viren, Parasiten und Wurmeier) normalerweise auch keine Chance, im Grundwasser zu überleben, weil es dort weder genug Sauerstoff noch Nährstoffe für sie gibt. Das Grundwasser ist durch den Klimawandel jedoch zunehmend gefährdet.

 

Starkregen führt zu mikrobiologischer Belastung im Brunnenwasser

 

Im Zuge des Klimawandels kommt es vermehrt zu Starkregenereignissen. Im Sommer oft im Zusammenhang mit Gewittern. Im Winter kommt es häufig zu Starkregen und infolge dessen zu Überschwemmungen.

  • Durch extrem starke Regen kann das anfallende Wasser nicht gleich ablaufen oder versickern. Es bleibt als große Pfützen oder Tümpel auf der Bodenoberfläche stehen. Erst nach und nach versickert es dann in den Boden oder verdunstet. Ist die Oberfläche mikrobiell verunreinigt, so gelangen diese Keime nun schneller in den Boden.
  • Je stärker der Boden wassergesättigt ist, eben nach starkem, lang anhaltenden Regen, desto höher ist die Fließgeschwindigkeit des Wassers in Richtung des Grundwassers. Die Mikroorganismen werden dabei mit nach unten transportiert.
  • An Bohrstellen von Brunnen hat sich die Fließgeschwindigkeit und auch die Richtung der Grundwasserströmung sowieso schon verändert. Der Strom wird von horizontal nach vertikal gelenkt und das Wasser strömt in der Nähe des Brunnens viel schneller. Zusammen mit dem starken Regen gelangen so Mikroorganismen viel leichter ins Grundwasser als bei „normalem“ Regen.
  • Bedingt durch die höheren sommerlichen Temperaturen nimmt der Feuchtigkeitsgehalt der oberen Bodenschicht ab und es können sich Risse bilden. Es bilden sich zusätzlich feine Fugen im darunter liegenden Gestein. So besteht auch dadurch bei Starkregen die Gefahr einer bakteriologischen Belastung.

 

Maßnahmen gegen Keime im Brunnenwasser

Wenn Ihr Wasser keimbelastet ist, sollten Sie prüfen, ob dies mit Ihrem Brunnen zusammen hängt.

Stellen Sie sicher, dass

  • Ihr Brunnen undurchlässig für Wasser von der Bodenoberfläche ist. Regen- und Schmelzwasser kann Keime beinhalten.
  • 4 Meter um den Brunnen keine Bäume oder Büsche wachsen. Die Wurzeln können den Brunnen unterirdisch beschädigen.
  • Teiche, Mist- und Abfallhaufen sowie Klärgruben einen größeren Abstand zum Brunnen haben.
  • keine Regenwassersickerschächte nah am Brunnen sind.

Bevor Sie den Brunnen mit Chlor desinfizieren, sollten Sie die Ursache der bakteriologischen Belastung beheben. Da Chlor nur kurzzeitig wirkt können die Krankheitserreger anschließend wieder in den Brunnnen wandern und Ihr Wasser belasten.

 

Manchmal kann auch eine Komposttoilette die Keimbelastung des Brunnenwassers verhindern.

Keime im Trinkwasser

 

 

Wenn coliforme Keime oder E.coli festgestellt wurden, ist das Wasser nicht zum Trinken geeignet. Es müssen dringend Maßnahmen zur Beseitigung der Bakterien unternommen werden.

Keime im Schwimmwasser

 

Das Füllwasser von Planschbecken sollte frei von E.coli sein. Zwar vernichten Desinfektionsmittel Bakterien, jedoch stellt die genaue Dosierung von bereits mit belastetem Füllwasser ein Problem dar.
 

Keime im Gießwasser

 

 

Auch bei belastetem Gießwasser stellen Keime ein Problem dar. Bakterien können sich beim Kontakt mit dem Obst oder Gemüse anheften und ggf. mitgegessen werden.

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