Keime im Brunnenwasser

Brunnenwasser wird häufig nicht nur als Gießwasser für Zierpflanzen oder Obstbäume genutzt, sondern kommt direkt mit Menschen in Kontakt. Im Duschwasser, im Planschbecken, beim Wäsche waschen, Kochen und Trinken werden Krankheitserreger aus dem Brunnen zur Bedrohung. Erreger aus Gießwasser können sich zudem auf Gemüse ansammeln und verzehrt werden.

Maßnahmen gegen Keime im Brunnenwasser

Wenn Ihr Wasser keimbelastet ist, sollten Sie prüfen, ob dies mit Ihrem Brunnen zusammen hängt.

Stellen Sie sicher, dass

  • Ihr Brunnen undurchlässig für Wasser von der Bodenoberfläche ist. Regen- und Schmelzwasser kann Keime beinhalten.
  • 4 Meter um den Brunnen keine Bäume oder Büsche wachsen. Die Wurzeln können den Brunnen unterirdisch beschädigen.
  • Teiche, Mist- und Abfallhaufen sowie Klärgruben einen größeren Abstand zum Brunnen haben.
  • keine Regenwassersickerschächte nah am Brunnen sind.

Bevor Sie den Brunnen mit Chlor desinfizieren, sollten Sie die Ursache der bakteriologischen Belastung beheben. Da Chlor nur kurzzeitig wirkt können die Krankheitserreger anschließend wieder in den Brunnnen wandern und Ihr Wasser belasten.

 

Manchmal kann auch eine Komposttoilette die Keimbelastung des Brunnenwassers verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Warum wird das Brunnenwasser nur auf zwei Bakterienarten geprüft? Es gibt doch viel mehr Krankheitserreger.

In Deutschland kommen natürlicherweise gar keine Krankheitserreger im Grundwasser vor. Krankheitserreger müssen also von „Außen“ in das Brunnenwasser gelangen. Falls die beiden von uns untersuchten Keime in Ihrem Brunnenwasser sind, gibt es offenbar einen Weg, auf dem auch andere Krankheitserreger in Ihren Brunnen gelangen.

Auf welchen Wegen gelangen coliforme Keime und e.Coli in den Brunnen?

Coliforme Keime sind immer dann nachweisbar, wenn Ihr Brunnenwasser durch Oberflächenwasser verunreinigt wird. E.Coli weisen dagegen auf eine Fäkalbelastung hin.

Kann die Belastung mit coliformen Keimen/e.coli davon kommen, dass in den Brunnen Regen- und Schmelzwasser gerät?

Ja. Regen- und Schmelzwasser sollte nicht neben dem Brunnen versickern. Der Fassungsbereich in der unmittelbaren Umgebung des Brunnens sollte undurchlässig sein. Eine Versiegelung mit einer Lehm-Tonschicht ist sinnvoll. Zusätzlich sollte ein Gefälle vom Brunnen weg vorhanden sein.

In der Nähe des Brunnens ist ein Gartenteich angelegt. Ist es möglich, dass es dadurch im Brunnen zu einer Belastung mit coliformen Keimen kommt?

Ja. Teiche sollten immer im größeren Abstand zum Brunnen liegen.

Ich habe in der Nähe des Brunnens Bäume stehen und vermute, dass Wurzeln die Brunnenfassung beschädigt haben. Kann dies zu einer Belastung im Brunnenwasser führen?

Ja, da durch die Beschädigung Bakterien in den Brunnen eindringen können. Um Bohr- und Schachtbrunnen herum sollten mindestens 4 Meter mit Gras bewachsen sein und keine Bäume und Büsche wachsen.

Kann die bakterielle Belastung durch Mängel am Schachtbrunnen stammen?

Ja, deshalb ist es sinnvoll, wenn Belastungen vorliegen, den Schachtbrunnen zu kontrollieren. Schachtbrunnen sind anfälliger als Bohrbrunnen.

→ Durch ungeschützte Lüftungsöffnungen können Insekten oder andere Tiere ins Wasser gelangen. Ein engmaschiges Insektenschutzgitter schafft dem Abhilfe

→ Ein verschlammter Brunnengrund ist Nährboden für Bakterien. Sie sollten in dem Fall den Brunnen reinigen lassen.

→ Wenn der Einstiegsdeckel nicht dicht abschließt, besteht die Gefahr, dass Bakteriologisch Belastete Oberflächenwasser eindringen kann.

→ Bei Pumpenausfall kann es durch ein unkontrolliertes Rückfließen des bereits geförderten Wassers in den Brunnen zu einer Verkeimung kommen. Ein Rückschlagventil verhindert so etwas.

Ich habe den Brunnen länger nicht benutzt und nun wurde eine bakterielle Belastung festgestellt. Nutzt es etwas, wenn ich den Brunnen durchspüle?

Ja. Öffnen Sie den Hahn, der am weitesten weg liegt und spülen Sie ca. 15 Minuten das gesamte Verteilernetz. Lassen Sie anschließend aber den bakteriologischen Zustand erneut kontrollieren.

Mein Brunnen ist schon sehr alt und neben der Belastung von coliformen Keimen stelle ich in letzter Zeit auch fest, dass der Brunnen immer weniger Wasser fördert.

Durch Alterungsprozesse kann der Brunnen verockern, d.h es kommt zur Ausfällung und Anlagerung von Eisen– und Manganverbindungen. Dadurch kann es auch zu einer sogenannten Verschleimung kommen. Dies führt zu einer bakteriellen Belastung des Wassers. Wir raten Ihnen mechanische und chemische Regenierungsverfahren von einer Fachfirma durchführen zu lassen.

In meinem Brunnenwasser wurde eine geringe Belastung mit coliformen Keimen festgestellt. Kann ich damit Kaffee kochen?

Die Erwärmung des Wassers in der Kaffeemaschine reicht nicht aus, um die Bakterien abzutöten. Hierfür müssen Sie es für 10 Minuten abkochen.