pH-Wert des Brunnenwassers

Der pH-Wert ist ein Wert, der aussagt, ob Ihr Wasser sauer oder basisch ist. Liegt der pH-Wert unter sieben, ist das Wasser sauer, liegt er über sieben, ist das Wasser basisch.

Problem im Brunnenwasser

Ist der pH-Wert zu niedrig (d.h. sauer), kann das Wasser mit Aluminium belastet sein. Dieses Leichtmetall beeinträchtigt die Gesundheit, ist giftig für Fische und beeinträchtigt das Pflanzenwachstum.

Für Trinkwasser sollte der pH-Wert zwischen 6,5 und 9,5 liegen.

Niedersachsen besonders betroffen

In den letzten zehn Jahren haben wir festgestellt, dass das Grundwasser besonders in Niedersachsen immer saurer wird.

Die Quelle für den hohen Säuregrad ist in der Regel saurer Regen. Dieser wird durch die Abgase aus Industrieanlagen, Kraftfahrzeugen und Kraftwerken sauer. Die intensive Tierhaltung versauert ihn aber zusätzlich, durch ihre hohen Ammoniak-Emissionen. Die be-troffenen Gebiete liegen vor allem im Weser-Ems-Raum, in dem auch eine hohe Dichte an Massentierhaltungen existiert.

Säurekarte

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Maßnahmen bei saurem Brunnenwasser

Um den pH-Wert Ihres Brunnenwassers zu erhöhen, können Sie spezielle Anlagen kaufen. Diese Anlagen mischen Ihr Wasser mit einer Lauge (meist Natriumhydroxid NaOH), um die Säure zu neutralisieren.

Saures Trinkwasser

Durch Säure rostet Metall. Dadurch kommt es zu Schäden an Leitungen. Nehmen Menschen höhere Dosen Aluminium auf, kann es außerdem zu Gesundheitsproblemen kommen. Durch die Installation
einer Entsäuerungsanlage kann der pH-Wert angehoben werden.

Saures Gießwasser

Saures Wasser versauert den Boden. Bei einem niedrigen pH-Wert stehen die Nährstoffe im Boden den Pflanzen ggf. nicht ausreichend zur Verfügung. Außerdem setzt ein niedriger pH-Wert für Pflanzen schädliche Metalle im Boden frei. Höhere Aluminiumkonzentrationen können in sauren Böden von den Wurzeln aufgenommen werden und die Pflanzen schädigen. Bei der Verwendung von Gießwasser mit einem geringem pHWert verhindert Kalk im Boden dessen Versauerung. Kalk schützt auch vor Aluminium, denn es wird nicht aufgenommen, wenn der Boden nicht sauer ist.

 

Saures Schwimmwasser

Saures Wasser kann Stoffe aus dem Planschbecken lösen. Für den Einsatz von Wasserpflegeprodukten (z.B. zur Desinfektion) ist meistens neutrales Wasser nötig. Sie können den pH-Wert durch pHHeber, die es als Granulat im Handel gibt, anheben. Bei höheren pH-Werten ist auch das Aluminium nicht
mehr gesundheitlich bedenklich, da es ausfällt.

Saures Teichwasser

Bei saurem Füllwasser muss der pH-Wert durch Granulat angehoben werden. Im Teich ist Aluminium bereits in geringen Konzentrationen für Fische giftig.

Saures Waschwasser

Durch einen niedrigen pH-Wert rosten Leitungen und der Zufluss in der Waschmaschine.
 

Wir analysieren Ihr Brunnenwasser!

Mit der Abgabe Ihrer Wasserprobe helfen Sie uns, Grundwasserbelastungen in Ihrer Region aufzudecken. Im Gegenzug helfen wir Ihnen dabei, das Brunnenwasser weiterhin nutzen zu können.

Häufig gestellte Fragen (FAQ):

Was hat die Säure mit Aluminium zu tun?

Aluminium ist eines der häufigsten Elemente in der Erdkurste. Normalerweise ist es jedoch unlöslich und beeinträchtigt die Wasserqualität nicht. Wenn das Wasser zu sauer ist, kann sich das Aluminium jedoch lösen. In dem Fall kommt es zu einer Anreicherung von Aluminium im Grundwasser.

Wie kann dazu kommen, dass das Grundwasser sauer wird?

Die Quelle für den hohen Säuregrad ist in der Regel im saurem Regen zu suchen. Einen großen Einfluss hat aber auch die intensive Tierhaltung mit ihren hohen Ammoniak-Emissionen. Ammoniak entsteht in der Tierhaltung, wenn Harnstoff oder Eiweiß in den Exkrementen der Nutztiere zersetzt wird. Bei der Ausbringung können sehr hohe Emissionen auftreten, wenn viel Ammonium im Düngemittel enthalten ist und wenn Gülle, Festmist oder Gärreste nicht zügig eingearbeitet werden.

Warum ist eine hohe Aluminiumkonzentration im Grundwasser problematisch?

Aluminium beeinträchtigt die Gesundheit. Nehmen Menschen höhere Dosen Aluminium auf, kann es zu Lethargie, Blutungen im Augenbereich und zu Störungen des Kohlehydratstoffwechsels kommen.

Auch das Gießen von Pflanzen mit aluminiumbelastetem Wasser hat negative Folgen. Es kann zu Wurzelschädigungen, zu Kümmerwuchs und zu Reifestörungen kommen. In Teichen, Seen und Flüssen wirken bereits geringe Aluminiumkonzentrationen giftig auf Fische.

Der pH-Wert meines Brunnenwassers ist mit 4,9 sehr niedrig. Wofür kann ich das Wasser überhaupt noch nutzen?

Wenn Sie damit gießen, müssen Sie dafür sorgen, dass der Boden eine ausreichende Pufferkapazität besitzt. Das erreichen Sie, indem Sie zum Beispiel Kalk in den Boden einarbeiten.

Bedenken Sie auch, dass in diesem sauren Wasser bereits hohe Aluminiumkonzentrationen gelöst sein können - es sollte nicht getrunken werden und ist auch nicht als Tränkwasser geeignet.

Welche Regionen sind von der Versauerung besonders betroffen?

Der VSR-Gewässerschutz ist bisher hauptsächlich in Niedersachsen und im nördlichen Bereich des Kreises Steinfurt auf zu saures Grundwasser gestoßen.


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