Richtig gießen - die Wasserqualität und -menge beachten

Mit Leitungswasser das Gemüse, den Rasen und die Blumen zu gießen wird teuer. Außerdem werden wichtige Trinkwasservorräte für zukünftige Generationen verschwendet. Wir raten Ihnen also, Regenwasser oder Brunnenwasser zu nutzen. Insbesondere die Verwendung von Brunnenwasser hat den Vorteil, dass Sie auch nach längeren Trockenzeiten noch genügend Wasser zum Gießen haben und nicht auf kostbares Leitungswasser ausweichen müssen. Wir raten Ihnen außerdem, das Wasser vom Hausdach zu versickern. So tragen Sie dazu bei, dass die Grundwasservorräte auch in trockenen Jahren wieder ausreichend aufgefüllt werden. Außerdem ist jedes Wasser, das Sie zum Gießen nutzen kostbar. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass möglichst wenig Wasser verdunstet. Auf dieser Seite erhalten Sie dafür viele Tipps. 

 

Was müssen Sie bei der Verwendung von Brunnenwasser als Gießwasser beachten?

  • Manche Gemüsesorten wie z.B. Kopfsalat, Radieschen, Spinat, Endivie, Rettich, Fenchel, Chinakohl oder Rote Bete nehmen besonders viel Nitrat auf, wenn im Boden hohe Nitratkonzentrationen vorhanden sind. Nicht nur stickstoffhaltiger Dünger, sondern auch das Nitrat im Gießwasser erhöht den Nitratwert im Boden.
  • Eisen ist für Pflanzen zwar ein wichtiges Spurenelement, aber ein Eisenüberschuss kann auch schädlich sein.
  • Saures Wasser versauert den Boden. Bei einem niedrigen pH-Wert stehen die Nährstoffe im Boden den Pflanzen ggf. nicht ausreichend zur Verfügung. Außerdem setzt ein niedriger pH-Wert für Pflanzen schädliche Metalle im Boden frei. Höhere Aluminiumkonzentrationen können in sauren Böden von den Wurzeln aufgenommen werden und die Pflanzen schädigen.
  • Die Pflanzen in unserer Region sind darauf eingestellt, mit ihren Wurzeln Süßwasser aufzunehmen. Je nach Empfindlichkeit der Pflanzen gegenüber Chlorid können höhere Konzentrationen im Bewässerungswasser Schäden hervorrufen. Zu salzhaltiges Gießwasser kann die Wurzeln und den Wassertransport in der Pflanze schädigen.
  • Auch Keime stellen ein Problem da. Bakterien können sich beim Kontakt mit dem Obst oder Gemüse anheften und ggf. mitgegessen werden.
  • Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Brunnenwasser zum Befüllen oder Nachfüllen eines Teichs geeignet ist, können Sie uns gerne eine Wasserprobe zur Analyse zusenden.

Die richtige Zeit zum Gießen wählen

Wer nicht die richtige Zeit zum Gießen wählt, verschwendet viel Wasser. Und auch mit Brunnen- und Regenwasser sollte man sparsam umgehen. Im Sommer wird oft tagsüber ein Rasensprenger im Garten aufgestellt, der den ganzen Tag die Pflanzen bewässert. Gerade in den heißen Mittagsstunden verdunstet ein Großteil des Wassers.

Der optimale Zeitpunkt zum Gießen wäre zwischen drei und vier Uhr nachts, da zu der Zeit die Erde kühl genug ist. Wer sich die Mühe aber nicht machen will und keine automatische Gießanlage hat, sollte die Pflanzen früh morgens bewässern. Um diese Zeit ist der Boden noch nicht so aufgewärmt und das Wasser verdunstet nicht so schnell.

Am richtigen Ort gießen

Oft wird mit einem Schlauch oder Rasensprenger in Richtung der Pflanzen gesprüht. Dadurch bleiben viele Wassertropfen auf den Blättern liegen. Strahlt die Sonne nun auf die Pflanze, wirken die Tropfen wie eine Linse und können die Blätter verbrennen. Durch anhaltende Feuchtigkeit auf den Blättern können sich Pilze auch besser ausbreiten. Außerdem verdunstet unnötig viel Wasser. Um dem entgegen zu wirken, sollte man die Pflanzen nah am Boden gießen. Das reduziert die Verdunstung und schützt die Pflanze. Ist nur der Boden um die gewollte Pflanzenwurzel feucht, wachsen an den trockenen Stellen auch nicht so schnell ungewollte Wildpflanzen.

Wasserbedarf der Pflanze ermitteln

Da zu viel oder zu wenig Gießen den Pflanzen schaden kann, sollte man den Wasserbedarf dieser kennen. Flachwurzler müssen häufiger als Mitteltief- und Tiefwurzler gegossen werden. Junge Pflanzen brauchen ebenfalls mehr Wasser, da sie noch ein kleines Wurzelsystem besitzen. Topfpflanzen brauchen in der Regel auch mehr Wasser, da sie nicht so ausgeprägte Wurzelsysteme bilden können. Dennoch sollte die Erde im Topf vor dem nächsten Gießen trocken sein. Im Internet kann man sich auch über den Wasserbedarf der jeweiligen Pflanzen informieren. Seltenes, aber intensiveres Bewässern verleitet die Pflanze dazu, sich tiefer zu verwurzeln, wodurch sie länger ohne zusätzliches Wasser auskommt.

Humus und Mulch hält den Boden feucht

Wer seine Beete mulcht oder Humus eingearbeitet hat sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit nicht so schnell entweicht. Auf diese Weise muss man nicht so häufig gießen. Den Boden mit Hacken oder Gruber auflockern hat ebenfalls Vorteile. Bei lockerem Boden fließt das Wasser nicht oberflächlich ab und hält den Boden auch langfristig feucht. Durch die Bearbeitung werden kleine Wasserkanäle zerstört, was eine Senkung der Verdunstung zu Folge hat. Die beste Zeit zum Auflockern des Bodens ist nach starken Regenfällen.

Pflanzen richtig platzieren

Pflanzen in der Sonne brauchen mehr Wasser als solche an schattigen Plätzchen. So sollte man Gewächse aus wärmeren Regionen wie Thymian auch in der Sonne pflanzen. Die Gewächse sind die Trockenheit gewohnt und es muss nicht so oft gegossen werden. Pflanzen die hingegen einen hohen Wasserbedarf haben, sollten lieber an halbschattige Plätze. Anstatt Einzelpflanzen sollte man in Beeten anpflanzen. So spart man Wasser, da die Beete eine höhere Luftfeuchtigkeit haben.

Faustregeln und Tipps

  • 1 Liter befeuchtet auf einem Quadratmeter die Bodenschicht ungefähr einen Zentimeter tief.
  • Pflanzen mit vielen und dünnen oder großen Blättern haben einen höheren Wasserbedarf als Pflanzen mit dicken Blättern.
  • Nach Starkregen sollten Sie das stehende Wasser in Blumentöpfen leeren, um Wurzelfäule vorzubeugen.
  • Stellen sie beim Rasensprengen ein Glas auf den Rasen. Steht das Wasser ca. 1,5 cm hoch, hat der Rasen genügend Wasser.
  • Im Hochsommer den Rasen nicht zu kurz schneiden und den Rasenschnitt liegen lassen. Dieser wirkt dann als Mulch und speichert Feuchtigkeit.
  • Wer kein teures Bewässerungssystem kaufen will, kann sich auch mit einfachen Mitteln eins selber bauen. Anleitungen findet man im Internet häufig.
  • Pflanzen, die ihre Blätter schlapp hängen lassen, brauchen nicht zwingend Wasser. Vielleicht verringern sie nur die Oberfläche, um weniger Sonneneinstrahlung abzubekommen. Sind die Blätter nachts oder morgens noch immer schlapp, benötigt die Pflanze aber Wasser.
  • Nach kurzen Regenfällen sollte man nachgießen, da oft nur die Oberfläche befeuchtet wird. Außerdem nehmen Pflanzen Wasser bei hoher Luftfeuchtigkeit besser auf.

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