Phosphatbelastung in Bächen und Flüssen

Phosphateinträge in Gewässer aus kommunalen Kläranlagen konnten in der letzten Zeit stark reduziert werden. Manche Flüsse sind jedoch immer noch extrem hoch belastet. Dies liegt häufig an diffusen Quellen. Phosphat gelangt durch viele verschiedene Stellen oder durch das Grundwasser in die Gewässer. Die diffusen Eintragsquellen aus Deutschland in die Nordsee stellen mit etwas über 60 % heute den dominierenden Eintrag dar.

 

In diesem Projekt beschäftigen wir uns mit den Belastungen von Phosphaten aus entwässerten landwirtschaftlichen Böden. Manche Flächen können nur bewirtschaftet werden, wenn das im Boden vorhandene Wasser abgeleitet wird. Dies geschieht durch Entwässerungssysteme mithilfe von Gräben und unterirdischen Drainrohren.

 

Mit dem Wasser aus den Drainagen werden auch Nährstoffe ausgeschwemmt. Nicht nur Nitrate, sondern auch Phosphate gelangen somit über die Bäche und Flüsse in die Nord- und Ostsee. Hier führen diese Nährstoffe zur Algenwucherung und Sauerstoffmangel.

 

Hochmoore sind sehr feucht. Um sie landwirtschaftlich nutzen zu können, müssen sie entwässert werden.

Das größte Problem stellt die Entwässerung von Hochmoorböden dar. Diese Flächen werden stark gedüngt. Zusammen mit der Entwässerung führt das zu einem immensen Problem. Gerade die sauren Hochmoorböden können das in Dünger enthaltende Phosphat nur sehr schlecht speichern.

 

In der Landwirtschaft ist Ertragsmaximierung jedoch sehr wichtig. Da die Nährstoffe des Düngers schnell weggewaschen sind, wird dementsprechend mehr gedüngt. Die Verluste werden dabei natürlich auch immer größer und somit auch die Umweltbelastung.

Aber auch bei angepasster Düngung sind entwässerte Hochmoorböden ein Problem. Auch hier sind sehr große Phosphatmengen im abführenden Wasser enthalten. Um das Wasser aus den Mooren abzuführen, werden tiefe Gräben in den Moorkörper getrieben. So fließt das Wasser aus dem Moor zunehmend ab. Luft dringt an der Stelle von Wasser in die Poren ein. Es kommt zu einer Mineralisierung der organischen Stoffe des Moorbodens. Dabei entsteht Phosphat. Dementsprechend werden, auch unabhängig von der Düngermenge, große Mengen Phosphat ausgewaschen.

Die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich die Phosphorausträge auf nordwestdeutschen Böden sind.

(Quelle: DWA -Themen T2/2012: Reduktion der Stoffeinträge durch Maßnahmen im Drän- und Gewässersystem sowie durch Feuchtgebiete, August 2012)

Boden-/ Nutzungsart P-Austrag in kg / (ha a)  
Hochmoor, unkultiviert, nicht gedränt 1 bis 2  

Hochmoor, Grünland, gedränt

3 bis 10  
Hochmoor, Ackerland, gedränt 8 bis 20  
Niedermoor, Grünland, sauer, gedränt bis 2  
Niedermoor, Acker, basenreich, gedränt 1,3  

Lebenswerte Flüsse

Zur Bewertung der Flüsse wurden Grenzwerte festgelegt. Ziel ist ein guter ökologischer Zustand.

Messfahrt an unseren Flüssen

Nur erkannte Probleme können gelöst werden. Daher beproben wir Flüsse, um festzustellen, wo übermäßige Phosphatbelastungen vorliegen.

Phosphat im Grundwasser

In manchen Regionen ist das Grundwasser durch Einträge aus der Landwirtschaft mit hohen Phosphatkonzentrationen belastet. Dieses belastete Wasser sickert Seen und Flüssen zu.

Gleichzeitig fördern Brunnen das Wasser, wodurch es auch im Garten zum Ärgernis wird.


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