Zierpflanzenanbau belastet unsere Gewässer

Die Massenware Zierpflanze erfreut Garten- und Balkonbesitzer das ganze Jahr lang mit ihren schönen Blüten und Faben. Doch die übermäßige Züchtung der Pflanzen führt zu einer enormen Nitratanreicherung im Grundwasser. Ineffiziente Bewässerungssysteme in den Gartenbaubetrieben sorgen dafür, dass Schadstoffe in den Boden und somit ins Grundwasser ausgewaschen werden. Dazu kommen weitere Faktoren, die enorm umweltbelastend sind. Durch eine Aufbesserung der Gießanlagen, und ein Umdenken in der Verbraucherkultur kann man dem entgegenwirken und unsere Gewässer schonen.

Gartenbaubetriebe & Nitratbelastung

Gerade am Niederrhein sieht man oft große Flächen mit Reihen über Reihen an Zierpflanzen-Töpfen. Konventionelle Gartenbaubetriebe düngen und bewässern in der Regel großflächig mit Gießwagen oder mit Kreisregnern. Dadurch versickert viel Gießwasser zwischen den Töpfen im Boden und so reichern sich dort Schadstoffe, wie Nitrat und Pflanzenschutzmittel an. Diese gelangen dann ins Grundwasser. Außerdem wird so unnötig viel Wasser verschwendet.

 

Zusammefassend ist die Gefahr einer Nitratauswaschung in den Boden bei Freiland- und Topfpflanzkulturen hoch, da oft...

  • die Stellflächen zwischen der Nutzungsphasen länger brach liegen.
  • ein hoher, kurzfristiger Nährstoffbedarf besteht.
  • viele verschiedene Pflanzenarten angebaut werden, und deswegen der Düngerbedarf schwer zu ermitteln ist.
  • die Pflanzen flach wurzeln oder es fehlende Durchwurzelung auf den Stellfläche gibt.

 

Neben dem Beitrag zu Nitartanreicherung im Grundwasser, gibt es noch weitere umweltschädliche Auswirkungen des konventionellen Gartenbaus: Oft kommt Torf in die Töpfe von Zierpflanzen. Durch Torfabbau werden Moore zerstört und große Mengen an CO2 freigesetzt! Auch wird Heidekraut manchmal mit Farbe großflächig besprüht, damit sie den aktuellen „Trendfarben“ entsprechen und kräftiger leuchten. Es gibt kaum ausreichende Dokumentationen über dieses Verfahren und über dessen umweltverträglichkeit. Zudem wird Heidekraut häufig so gezüchtet, dass sie ihre Blüten nicht öffnen, um schönere Farben zu behalten (da sie geöffnet austrocknen können). So verlieren Bienen und Schmetterlingsraupen eine wichtige Nahrungsquelle!

 

Ein grundlegendes Problem ist zudem, dass der Zierpflanzenbau von der schriftlichen Dokumentation der Düngebedarfsermittlungen und der Erstellung von Nährstoffvergleichen befreit ist. Daher fehlen Kontrollmöglichkeiten bezüglich wie viel Nitrat im Untergrund versickert und dadurch das Grundwasser belastet. Jeder Landwirt muss aufzeichnen wie viel er auf seinen Flächen düngt. Die Gartenbaubetriebe müssen dagegen den Einsatz von Düngemittel nicht dokumentieren. Das ist unverständlich in Anbetracht, dessen sie durch eine Überdüngung und uneffektive Düngung zu einer erheblichen Nitratauswaschung ins Grundwasser beitragen.

 

Lösungen & Forderungen

Die Tropfbewässerung, ein Exaktgießwagen oder Impulsgießwagen kann helfen die Auswaschung schädlicher Stoffe in den Boden zu verringern. Sehr effektiv ist es jedoch nicht, genauso wie das Abdecken der Stellfläche mit Bändchengewebe, wobei immer noch ein Nährstoffverlust bis zu 20 % möglich ist.

 

Ein geschlossenes Bewässerungssystem hingegen würde dazu führen, dass kein Wasser und keine Nährstoffe zwischen den Töpfen verloren gehen. Außerdem wäre so die Messbarkeit von übrig gebliebenen Nährstoffen und Wassermengen gewährleistet. Auch eine Pflanzenkläranlage oder ein Biofilter für die Drainwasseraufbereitung kann an das System angeschlossen werden. Eine Studie hat gezeigt, dass sich durch eine Biofilteranalage der Nitrateintrag im Grundwasser in erheblichem Umfang reduzieren lässt.

 

Nichtsdestotrotz fordern wir, dass die Betriebe solange sie im offenen System arbeiten den Einsatz der Nährstoffe und wie viel die Pflanzen benötigen dokumentieren!


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