Öko-Landbau schützt Trinkwasser

Das eindrucksvollste Beispiel, wie positiv sich der Öko-Landbau auf unsere Natur, insbesondere auf Böden und Grundwasser auswirkt, ist das Projekt der Stadtwerke München im Mangfalltal. Hier sind mittlerweile 170 Bauern im Einsatz für den Gewässerschutz. Na ja - eigentlich gehen sie ihrer ganz normalen Arbeit nach, allerdings als Öko-Landwirte.

 

Ab 1955 stieg dort die Nitratkonzentration stetig an von einem anfänglichen Wert unter 2 mg pro Liter bis auf über 14 mg/l im Jahr 1992. Die konventionelle Landwirtschaft sorgte für einen fortschreitenden Anstieg. Es musste etwas geschehen!

 

Mit Hilfe eines Förderprogramms der SWM (Stadtwerke München) wurde zu diesem Zeitpunkt auf Bio-Landwirtschaft umgestellt. Zunächst stagnierten die Werte für ca. 3 Jahre auf hohem Niveau. Nach und nach begann dann aber die Nitratkonzentration deutlich zu sinken, bis 9,74 mg/l im Jahr 2017 erreicht wurde.

 

Der stetige Anstieg der Nitratwerte konnte durch den Öko-Landbau nicht nur nachhaltig gestoppt, sondern sogar langfristig gemindert werden.

 

Ein schlagkräftigeres Argument für den Öko-Landbau hinsichtlich des Gewässerschutzes gibt es eigentlich nicht. Die Pestizidkonzentration wurde in diesem Beispiel zwar nicht gemessen, man kann aber davon ausgehen, dass auch sie drastisch gesunken ist.

 

Das langjährige Projekt der Stadtwerke hat bis heute Vorbildcharakter!

 

Die Stadtwerke München fördern hier das Trinkwasser für die Großregion München. Der Nitratgehalt des Grundwassers liegt weit unterhalb der gesetzlichen Richtlinien der Trinkwasserverordnung. Das Förderprogramm kostet pro Kubikmeter Wasser 1 Cent. Eine technische Wasseraufbereitung würde deutlich mehr Aufwand und Geld bedeuten.

 

Die Güte des Grundwassers hängt u.a. von der Bodenqualität ab. Der Boden hat viele Funktionen: er filtert, puffert ab und es laufen zahlreiche Umwandlungsprozesse in ihm ab. Er ist Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und zahlreiche Mikroorganismen, die bei den oben genannten Prozessen beteiligt sind.

 

Auf dem Boden im Mangfalltal wird nachhaltig gewirtschaftet. Die Landwirte bewirtschaften gemeinsam ca. 4.000 Hektar Agrarland. Das ist damit das größte in Deutschland ökologisch bewirtschaftete Gebiet. Unterstützt werden sie durch das SWM Förderprogramm. Ihr Beitrag zum Grundwasserschutz wird honoriert und gleicht Ertragsminderungen und notwendige Investitionen aus. So haben alle was davon:

 

  • Die Stadtwerke München sparen trotz der Förderungen an die Bauern Geld ein
  • die Bauern bekommen Ausgleichszahlungen für geringere Ernten
  • die Kunden der SWM bekommen unbelastetes Wasser 
  • die Trinkwasserversorgung wird nachhaltig für Generationen erhalten.

 

Die Öko-Betriebe dürfen nur so viele Tiere halten, wie sie durch selbst erzeugtes Futter ernähren können. Sie dürfen als Dünger nur den Dung und die Gülle ihrer Tiere nutzen, keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel einsetzen und kein Futter zukaufen. So bleibt das Ganze im Gleichgewicht, ist ein in sich geschlossener Kreislauf. Ökologischer Landbau ist aktiver Gewässerschutz – es ist eine vorausschauende Maßnahme für gutes Wasser, das auch noch Generationen nach uns trinken können.

 

Unsere Forderung an die Politik ist daher, den Öko-Landbau zu unterstützen, um unser Wasser nachhaltig zu schützen!

 


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