Bio-Kost in Krankenhäusern

Im Krankenhaus Biokost kennenlernen  - was man kennt probiert man auch zuhause aus

 

Wir alle wissen, dass Ernährung mehr ist, als nur satt zu werden. Gerade für Patienten in Krankenhäusern haben die Mahlzeiten eine besondere Bedeutung im getakteten Klinikablauf. Gesunde, vitaminreiche Ernährung kann einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit leisten, Wohlbefinden steigern und den Genesungsprozess fördern. Nur, wer sich gesund ernährt, kann wieder gesund werden. Außerdem bedeutet ein gutes Essen Lebensqualität und Genuss.

 

Gegen eine Versorgung mit gesundem und gutem Essen spricht auf den ersten Blick aber:

 

Die Krankenkassen geben als tägliches Budget für die Ernährung eines Patienten im Krankenhaus 5 Euro vor - also für Frühstück, Mittag- und Abendessen, evtl. noch für eine Zwischenmahlzeit!

 

Damit müssen die Kliniken scharf kalkulieren. Für die meisten Krankenhäuser ist daher am wichtigsten, dass es in den Kostenrahmen passt. Zweitrangig ist die Frage, ob das Essen ihre Patienten gesund macht.

 

Bio ist daher in über 90 Prozent der Krankenhäuser überhaupt kein Thema, obwohl regionale Bio-Produkte ohne Zweifel deutlich gesünder sind als industriell verarbeitete (Convenience) Produkte oder solche aus der Tüte. Die landen aber leider viel zu häufig auf dem Teller.  

 

Dies widerspricht völlig dem Qualitätsstandard für die Verpflegung in Krankenhäusern, den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) herausgebracht hat. Diese empfiehlt eine nachhaltige, gesunde Ernährung, die überwiegend pflanzlich, gering verarbeitet, ökologisch erzeugt, regional und saisonal, umweltverträglich verpackt und fair gehandelt ist.

 

Dass dies tatsächlich funktionieren kann, zeigt ein sehr gutes Beispiel aus der

 

Krankenhausküche der Berliner Klinik Havelhöhe (Allgemeinkrankenhaus) :

 

Natürlich muss auch dort das Budget von weniger als 5 Euro am Tag eingehalten werden. Trotzdem gibt es täglich frische und leckere Speisen aus regionalen, meist biologisch erzeugten Zutaten und keine Fertigprodukte oder Zusatzstoffe. Das Fleisch kommt aus einem Bio-Hof in Stralsund, das Gemüse von einem Bio-Hof in der Region und der Fisch wird bestandserhaltend aus der Müritz gefischt. Um mit dem Geld hinzukommen, gibt es in der Klinik Havelhöhe „nur“ 3 mal in der Woche Fleisch oder Fisch, was aus ökologischer und gesundheitlicher Sicht ohnehin besser ist. 

 

 

Wie ist das möglich?

 

Wichtig ist erstens die Überzeugung der Klinikleitung, dass Bio viel besser für die Patienten ist als die "normale",  qualitativ meist viel schlechtere Kost im Krankenhaus. Zweitens zählt der Wille, etwas verbessern zu wollen.

Außerdem muss einiges umorganisiert werden in den Abläufen der Küche, denn es wird ja alles frisch zubereitet und die Köche greifen nicht auf vorproduzierte Nahrungsmittel zu.

 

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat zwar das Projekt „Vollwertige Verpflegung in Krankenhäusern und Rehakliniken“ angeschoben, das durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE mit dem Qualitätsstandard umgesetzt wurde. Es ist bisher aber nichts als ein Ratgeber oder eine Empfehlung an die Kliniken. Leider muss es so nicht zwingend umgesetzt werden.

 

Wir fordern daher von der Bundespolitik, dass gesunde, ökologisch produzierte Ernährung im Krankenhaus verpflichtend wird!

 

Wir selbst oder unsere Angehörigen können jederzeit selbst als Patient ins Krankenhaus kommen. Jeder wird sich dann wünschen, mit vitaminreicher, gesunder und leckerer Bio-Kost versorgt zu werden, anstatt auf trockene, einzeln in Plastik eingepackte Weißbrotscheiben oder Tüten-Suppen angewiesen zu sein. Bio-Essen unterstützt Kranke bei ihrer Gesundung. Sie können so das Krankenhaus schneller verlassen. Das hätte für Krankenkassen und Krankenhäuser folglich auch einen messbaren finanziellen Nutzen, indem Aufenthalte dort verkürzt werden könnten.

 

Bio-Kost ist gesund und hilft letztendlich sogar, Kosten zu sparen.


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