Bio-Essen in der Kantine erhöht den Anteil des Öko-Landbaus

 

Vorbild Dänemark

Dänemark macht vor, wie es besser geht: Dort hat die Regierung einen „Økologiplan“ ins Leben gerufen. Mit finanziellen Mitteln und verschiedenen Projekten soll der Anbau von ökologischen Lebensmitteln im Zeitraum von 2015 bis 2020 verdoppelt werden.

Ein Weg, wie die dänische Regierung ihr Ziel verfolgt, ist, öffentliche Kantinen in den Fokus zu nehmen. Bis 2020 sollen 60% der dort angebotenen Lebensmittel aus dem ökologischen Landbau stammen.

 

Kantinenessen in Deutschland hat dagegenhäufig einen schlechten Ruf. Den Gerichten wird nachgesagt zu trocken, zu fest, zu matschig und zu ungesund zu sein. Dies überrascht wenig: Häufig ist der Preis der Lebensmittel der alles bestimmende Faktor bei der Zubereitung. Dementsprechend leidet die Qualität. Und das schon beim Einkauf: Kantinen, die gezielt Lebensmittel in Bio-Qualität anbieten, sind rar gesät.

 

Sogar 100% Bio in Kantinen ist möglich!

Dass Bio in Großküchen gut funktioniert, zeigen auch bereits einige Kantinen in Deutschland. Bei der Versicherung HDI in Köln werden seit 1998 die Gerichte mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln gekocht. Hier subventioniert sogar der Arbeitgeber die Küche. Eine Ausgabe, die durchaus sinnvoll sein kann. Neben den positiven Umweltauswirkungen gibt es weitere Vorteile an biologischem und gesundem Kantinenessen. Ein solches Mittagessen sorgt für eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit und steigert die Attraktivität eines Arbeitgebers. Und wer motiviertere Mitarbeiter hat, der kann mehr Gewinne erzielen. Eine Win-Win Situation für Umwelt und Wirtschaft!

 

Sind Bio-Kantinen teuerer?

Verbraucher sind skeptisch: Viele Menschen favorisieren Bio – solange es nicht mehr kostet. Das lässt sich jedoch nie ganz vermeiden. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Mehrkosten so gering wie möglich zu halten.

Besonders teuer sind Bio-Gerichte, wenn sie Fleisch enthalten. Mit einem reduzierten Fleischanteil pro Gericht und auch mal fleischfreien Tagen können die Kosten reduziert werden. Außerdem sollten Kantinen flexibel auf Angebote reagieren und kaufen, was gerade Saison hat. Das hält Zusatzkosten ebenfalls geringer. Ein weiterer Ansatz ist, die Müllmenge gering zu halten. Das gelingt durch genaue Dokumentation der übrig gebliebenen Lebensmittel. Manche Kantinen verfolgen auch den Ansatz, kleinere Portionen auszugeben – mit der Möglichkeit eines Gratis-Nachschlags.

Von heute auf morgen eine Kantine vollständig auf Bio umzustellen ist alles andere als einfach. Aber kleine Schritte sind  möglich, auf denen aufgebaut werden kann. Bestimmte Gerichte in der Kantine können Bio sein oder es kann eine Bio-Aktionswoche geben. Damit kann getestet werden, wie das Bio-Essen ankommt.


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