Nachhaltige Weihnachtsbäume

Auch Weihnachtsbäume müssen angebaut, gesät und geerntet werden. Nachhaltig produzierte Bäume sind ein wichtiges Thema.

Alle Jahre wieder werden in Deutschland über 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Viele Menschen hängen an der Tradition – und das muss sich nicht unbedingt ändern! Es gilt jedoch, wie bei allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen: Der konventionelle Anbau sorgt für stärkere Nitratauswaschung in das Grundwasser und nutzt mehr Pestizide. Deswegen raten wir dringend dazu, Weihnachtsbäume aus nachhaltigem, ökologischem Anbau zu kaufen!

Der konventionelle Weihnachtsbaum

In Deutschland ist die Nordmanntanne als Weihnachtsbaum besonders beliebt. Dieser Nadelbaum stammt jedoch nicht aus unseren heimischen Wäldern. Ursprünglich kommt er aus dem Kaukasus. Heute wird die Saat dieses Baumes zum Großteil aus Georgien geliefert. Sie wird von der Spitze der 30 m hohen Bäume gepflückt – zumeist von unterbezahlten Arbeiterinnen und Arbeitern.

Die Setzlinge werden zunächst in Baumschulen ausgesät. Anschließend werden sie an verschiedene Erzeuger verkauft. Dort wachsen sie bis zu einem Alter von 10 bis 12 Jahren heran, bevor sie geschlagen werden. In diesem Zeitraum werden sie jedes Jahr einmal in Form geschnitten.

Besonders problematisch bei dem konventionellen Anbau sind Pestizidnutzung und Düngung. Zur Unkraut- und Schädlingsbekämpfung wird zumeist auf chemische Pflanzenschutzmittel zurückgegriffen. 2017 hat der BUND Nadeln von 17 Weihnachtsbäumen testen lassen. Das Ergebnis: 13 von ihnen wiesen Pestizid-Rückstände auf. Besonders erschreckend: Es wurde auch das Gift Parathion-Ethyl gefunden. Dieser auch als „Schwiegermuttergift“ bekannte Stoff ist so giftig – auch für den Menschen – dass er eigentlich seit 2002 in der EU verboten ist. Außerdem wurde das Insektizid Lambda-Cyhalothrin gefunden. Es gilt als das schädlichste Pestizid, das 2017 in der EU zugelassen war.

Für die Düngung werden verschiedene künstliche Dünger verwendet. Unter anderem auch Volldünger, Flüssigdünger und reines Stickstoff. Dabei ist das Risiko der Nitratauswaschung ins Grundwasser hoch.

Ökologisch erzeugte Weihnachtsbäume

Im ökologischen Landbau wird auf chemische Pflanzenschutzmittel und künstlichen Dünger weitgehend verzichtet. Zur Unkrautbekämpfung wird der Boden gemulcht oder gemäht. Manche Betriebe verwenden auch Schafe. Die Tiere fressen das Unkraut, aber nicht die Nadelbäume. Mist oder Kompost dienen als Dünger. Außerdem wird Kleegras als Vorfrucht angebaut. Wenn der Baum über vier Jahre alt ist, benötigt er mehr Nährstoffe: Ab diesem Zeitpunkt werden auch andere Dünger wie Haarmehlpellets oder Kalimagnesia verwendet.

Für Erzeuger eignet sich der Anbau von vier Jahre alten Setzlingen, da diese einen Wachstumsvorsprung gegenüber Unkraut haben. In der Regel müssen ökologisch wirtschaftende Betriebe ihre Setzlinge von anderen Bio-Betrieben erwerben. Nur wenn keine ökologisch erzeugten Pflanzen verfügbar sind, kann es Ausnahmen geben. Bio-Setzlinge gibt es beispielsweise bei der Organisation Fair Trees®. Das Gute: Fair Trees® achtet nicht nur auf ökologische Standards, sondern auch auf Fairtrade: Die Zapfenpflückerinnen und –pflücker in Georgien werden besser bezahlt und bekommen ordentliche Kletterausrüstung.

Bio-Weihnachtsbäume stammen von ökologisch zertifizierten landwirtschaftlichen Anbauflächen. Um diesen Status zu erlangen, muss die Fläche bei einer Ökokontrollstelle angemeldet werden. Anschließend gilt eine Umstellungszeit von 36 Monaten, in denen bereits nach ökologischen Standards gearbeitet werden muss.

Die Bäume werden nach 10 bis 12 Jahren geerntet. Bio-Weihnachtsbäume erkennt man an einem Siegel von FSC, Naturland, Demeter, Bioland oder dem Bio-Siegel der EU. Es gibt sie in der Direktvermarktung auf Höfen oder auf Wochenmärkten. Aber es finden sich auch Angebote zum Selberschlagen. Mittlerweile gibt es auch einige Gartencenter und Baumärkte, die ökologisch erzeugte Weihnachtsbäume anbieten. Eine Liste mit Anbietern findet sich zum Beispiel bei der Naturschutzorganisation Robin Wood.

Weihnachtsbäume aus nachhaltiger Erzeugung

Neben den Bio-Weihnachtsbäumen gibt es noch eine andere Möglichkeit, umweltfreundlich erzeugte Bäume zu erwerben. Regionale Forstbetriebe verkaufen heimische Nadelbäume wie Fichten, Kiefern oder Tannen, die auf Sonderflächen unter Hochspannungstrassen angebaut werden. Der große Vorteil an diesen Bäumen: Sie wurden regional erzeugt. Damit ist ihre CO2-Bilianz besonders gut. Bei der Verbrennung des Baumes wird das CO2 freigesetzt, was er beim Wachsen der Atmosphäre entnommen hat. Damit sind regionale Bäume klimaneutral.

Leider können solche Bäume nicht als Bio-Bäume verkauft werden. Der Gesetzgeber hat bei der Entwicklung von Ökostandards die Forstwirtschaft schlicht nicht bedacht. Um als ökologisch wirtschaftender Betrieb zertifiziert zu werden, müssen die Bäume von landwirtschaftlichen Anbauflächen stammen. Naturland und FSC bieten eine Zertifizierung nach ökologischen Standards für die Fortwirtschaft an. Diese Weihnachtsbäume werden als „Bäume aus nachhaltiger Erzeugung“ angeboten. Sie werden regional und ohne Pestizide oder künstlichen Dünger produziert!

Informationen zu weiterer Unterstützung des ökologischen Landbaus:

 


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