Blauflügel-Prachtlibelle

Sie ist an klaren Flüssen und Bächen anzutreffen und eine wahre Schönheit: Die Blauflügel-Prachtlibelle ist eines der vielen Tiere, die davon profitieren, wenn die Gewässer in Deutschland besser vor Schadstoffen geschützt werden. In ihrer Entwicklung ist sie auf sauberes und sauerstoffreiches Wasser zwingend angewiesen.

Blauflügel-Prachtlibellen von Mai bis September zu beobachten

 

Die Männchen sind gut an ihren schimmernden blau-grünen Flügeln zu erkennen. Die Weibchen sind etwas unauffälliger bräunlich-rot gefärbt. Man findet sie an schnell fließenden, kalten Bächen und Flüssen, wo sie Jagd auf andere Insekten machen. An großen Stillgewässern hingegen fehlen sie meistens.

Häufig haben Gewässer, an denen die Libellen leben, einen Wald in unmittelbarer Nähe. Auch dort halten sie sich gerne auf. Die Ruheplätze der Tiere sind sonnenbeschienene Teile der Vegetation und gelegentlich weit von ihrem Gewässer entfernt. Dadurch sind sie auch auf Waldlichtungen anzutreffen.

Das Leben der Libellenlarven

Zehn Tage nach dem Schlüpfen werden die adulten Libellen fortpflanzungsfähig. Die Paarung und Vermehrung sind Hauptaufgaben der voll ausgebildeten Tiere, die nur eine Saison leben.

Zur Eiablage stechen die weiblichen Libellen ihre Eier in Wasserpflanzen ein. Dabei geben sie sich keinesfalls mit den Wasserpflanzen an der Oberfläche zufrieden. Sie können viele Minuten lang unter Wasser tauchen. Das gelingt ihnen Dank einer feinen Luftschicht, die sich beim Tauchen um ihren Körper legt. Nach 20 - 30 Tagen schlüpfen die Libellenlarven. 

Die Larven sind fast ausschließlich in kalten, fließenden Gewässern zu finden. Dort leben sie meist zwischen Wasserpflanzen und Wurzeln, an denen sie sich festhalten können. Sie können sich aber auch auf Totholz und Treibgut, an unterspülten Ufern und unter Steinen aufhalten. Nach ein bis zwei Jahren entwickeln sich die Larven zu dem fertigen Insekt.

Hohe Ansprüche an den Lebensraum

Die Blauflügel-Prachtlibelle hat ein entscheidendes Problem. Ihre Larven nehmen Sauerstoff deutlich ineffizienter als andere Libellenlarven auf. Deswegen muss der Sauerstoffgehalt in den Gewässern, in denen die Eier und Larven leben, besonders hoch sein. Sinkt der Sauerstoffgehalt, sterben die Eier und Larven schnell. Selbst nach einem erneuten Anstieg des Sauerstoffs schlüpfen noch missgebildete Tiere. Die Sterblichkeit bleibt deutlich erhöht.

Damit sind der Klimawandel und Gewässerbelastungen für diese Art eine große Gefahr.

Wenn das Wasser mit zu viel Nitrat belastet ist, kommt es zu Algenwucherungen. Die abgestorbenen Algen entziehen den Gewässern den dringend benötigten Sauerstoff. Ist dieser Effekt zu groß, verschwinden die Libellenlarven. Um diese schöne und wichtige Art zu erhalten, muss der Nitrateintrag in Gewässer vermindert werden!

Aber auch der Klimawandel drängt die Libellenart zurück. Je wärmer ein Gewässer ist, desto weniger Sauerstoff gibt es in ihm. Steigt die Temperatur über 22 °C, führt das zu schweren Schädigungen der Larven und zu einer verminderten Schlupfrate aus den Eiern. Grund dafür ist nicht die Temperatur sondern die damit verbundene verminderte Aufnahmefähigkeit des Wassers für Sauerstoff und der damit geringere Sauerstoffgehalt. Der Klimawandel muss aus vielen Gründen bekämpft werden: Einer davon ist der Erhalt dieser Libellenart!

Schutzmaßnahmen

Vor allem konsequenter Gewässerschutz hilft dabei, die Blauflügel-Prachtlibelle zu schützen. Ohne saubere, sauerstoffreiche Fließgewässer kann diese Art nicht überleben. Insbesondere der Nitrateintrag in Gewässer muss vermindert werden. In intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten kann ein breiter Gewässerrandstreifen dafür sorgen, dass weniger Nährstoffe in das Gewässer gelangen. Insgesamt würde eine landwirtschaftliche Trendwende hin zum ökologischen Landbau der Libelle helfen.

Konkretere Schutzmaßnahmen für die Blauflügel-Prachtlibelle bestehen aus Erhalt, Wiederherstellung und Pflege von naturnahen Uferabschnitten an Fließgewässern. Das Ufer sollte zwar bepflanzt sein, darf aber nicht von Bäumen vollständig beschattet oder von anderen Pflanzen überwuchert werden.


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