Erfahrungsbericht: Als „Bufdi“ mit dem Labormobil unterwegs

2020 hat Peter Brückner im Rahmen eines Einsatzes als Rentner im Bundesfreiwilligendienst die Fahrten im Labormobil begleitet. Der Bauingenieur konnte mit seiner Berufs- und Lebenserfahrung die Arbeit vor Ort im Labormobil unterstützen.

Hier schreibt er über seine Erfahrungen und Erlebnisse während seiner Zeit beim VSR-Gewässerschutz...

Rentner - und jetzt?

Rentner! Endlich Rentner? Oder schon Rentner? Ein vollkommen neuer Lebensabschnitt kommt auf mich zu. Nach einem erfüllten und ereignisreichen Berufsleben, darf ich mich nun neu orientieren. Aber kann ich das? Von 100 auf null runterfahren. Ich bin doch noch fit. Laufe einen Halbmarathon unter zwei Stunden. Natürlich erstmal etwas erholen, die Seele baumeln lassen. Aber dann brauche ich eine neue Aufgabe.

Umweltschutz als Hobby

 

Bei der Zeitungslektüre am Frühstückstisch fällt mir eine Anzeige ins Auge:

 

„Engagieren Sie sich für den Umweltschutz und kommen Sie in unser Team.“

 

Mit Umweltschutz habe ich mich schon lange beschäftigt. Auch in meinem Berufsleben spielte dies eine Rolle. Und es hat mir immer Freude bereitet, mich mit Umweltthemen zu befassen. Also die angegebene Telefonnummer angewählt und einen Termin beim VSR-Gewässerschutz verabredet. Schnell waren wir uns einig, dass ich ins Team passen würde. Bei dem Einsatz handelt es sich um eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst. 

Bundesfreiwilligendienst als Rentner

 

Bundesfreiwilligendienst als Rentner? Ich kannte das von Schülern, die ein Jahr zur beruflichen Orientierung einen Einsatz im Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Also recherchiere ich ein wenig im Internet und bin ganz erstaunt, dass jeder fünfte „Bufdi“ über 50 ist und viele Ingenieure und Techniker für ein Taschengeld einen Freiwilligendienst verrichten. Na prima – dann gehöre ich ja genau zur Zielgruppe. 

 

Ein halbes Jahr lang werde ich 20 Stunden in der Woche die Fahrten des Labormobils mit Harald Gülzow begleiten. Dafür gibt es ein „Taschengeld“ von 200 Euro im Monat und die Kosten für die Krankenversicherung werden auch übernommen. Darüber hinaus darf ich an interessanten Seminaren teilnehmen. Dann freue ich mich auf die Zeit von Mai bis Oktober, um viele interessante Menschen und Orte kennen zu lernen.

Die erste Fahrt

Leider musste dann auf Corona reagiert werden. Im Mai konnten keine Fahrten trotz Hygiene-Konzept durchgeführt werden. Erst Ende Juni ging es los. Die erste Fahrt führte nach Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am Sonntagnachmittag war der Start in Geldern. Und Harald übergab mir schnell den Schlüssel für das Fahrzeug. War schon interessant am Steuer des Labormobils zu sitzen und ein 18 Meter langes Gespann zu steuern. Schnell gewöhnte ich mich daran, die Kurven richtig anzusteuern und beim Überholen nicht zu früh einzuscheren. Auf dieser Fahrt lernte ich dann auch, wie es ist, ein Gespann über die Serpentinen des Harzes und des Thüringer Waldes zu steuern.

Nachdem wir den Zielort erreicht haben, konnte der Wohnwagen für die Nacht hergerichtet werden. Erstaunlich, wie gut und komfortabel man in so einem Wohnwagen schlafen kann. Dabei bin ich kein Hobby-Camper. 

Nach dem gemeinsamen Frühstück fahren wir dann an unseren Einsatzort. Harald erläutert mir den Aufbau des Informationsstandes. Ein gut durchdachtes Hygienekonzept lässt uns die AHA-Regeln (Atemschutzmaske – Hygiene – Abstand) einhalten. Eine Welslänge Abstand sollen die Besucher einhalten.

Schon früh stellen sich die ersten Besucher mit ihrer Probe in die Reihe. Ich höre gut zu, wie Harald die Brunnenbesitzer berät und ihnen die für ihre Anwendung passende Analyse empfiehlt. Schnell ist es mir möglich, die Beratung eigenständig durchzuführen. Und das ist auch gut so, denn der Beratungsbedarf scheint groß zu sein und wir bedienen die Besucher dann auch an zwei Ständen. Und zur Not kann ich Harald um Unterstützung bitten.

 

Um 11:30 Uhr werden die Ergebnisse der im Labormobil durchgeführten Untersuchungen ausgehändigt, während ich beginne die Gerätschaften zu verstauen. So können wir gegen 12:00 Uhr den Ort wechseln und die Nachmittags-Aktion starten.

Gegen Abend ist es dann Zeit, sich um eine warme Mahlzeit zu kümmern. Harald und ich kochen abwechselnd. Dabei bin ich gar kein Koch. Dennoch gelingt es uns, ein schmackhaftes Gericht zu kochen. Und dann ist auch schon der erste Einsatztag vorüber.

Gewässerschutz ist notwendig

 

Die weiteren Einsätze führen mich nach Bayern, Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. 58 Städte habe ich kennen gelernt und interessante Begegnungen mit mehreren hundert Menschen durfte ich erleben. Die Erkenntnis, dass es in Deutschland viele Menschen gibt, die einen eigenen Brunnen besitzen und die daher gerne unbelastetes Wasser nutzen wollen, hat bei mir die Gedanken zur Notwendigkeit des Gewässerschutzes verstärkt.

 

Leider hat es wegen Corona in diesem Jahr nicht so gut funktioniert, das Wissen bei Seminaren zu vertiefen. Es gab die Möglichkeit, sich online weiter zu bilden. Aber zukünftig wird es sicherlich auch wieder Präsenz-Seminare im Bundesfreiwilligendienst geben. 

Der „Bufdi-Einsatz“ beim VSR-Gewässerschutz hat mir viel Spaß bereitet hat und gerne empfehle ich die Aufgabe weiter.

Wir danken Peter für seine Zeit beim VSR-Gewässerschutz und seinen Erfahrungsbericht!

 

 

Haben Sie Interesse an einem Bundesfreiwilligendienst?

Anja Roth freut sich auf Ihren Anruf unter der Rufnummer 02831/9731082 (Montag bis Donnerstag von 9 - 12.30 Uhr)

Sie können auch gerne eine E-Mail an anja.roth@vsr-gewaesserschutz.de schreiben.


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