Stoppt die Überdüngung der Meere

Die Flüsse nehmen belastetes Grundwasser auf und transportieren die Nitrate in die Nord- und Ostsee

Die europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie wird nicht umgesetzt

Bereits im Juli 2008 trat die EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie in Kraft. In ihr wurde das Ziel festgelegt, dass sich bis 2020 die Meere in einem guten Umweltzustand befinden sollen. Bei der Reduzierung der Nitrateinträge in die Nord- und Ostsee hat sich aber in den elf Jahren kaum etwas getan. Ende 2018 wurde vom Umweltbundesamt (UBA) bekannt gegeben, dass die bisherigen Bemühungen zum Meeresschutz in Deutschland nicht ausreichen. Kein Wunder, denn die Landwirtschaft wurde bisher in die Maßnahmen für die Meeresstrategierichtlinie nicht einbezogen. Es fehlen völlig Vorschläge, die die Einträge aus der Landwirtschaft reduzieren sollen.

Schaumberge zeigen uns die Überdüngung im Meer

Jetzt ist 2020 und an den Küsten türmen sich immer noch die Schaumberge. Ursache hierfür sind die Schaumalgen - besonders an windigen Tagen liegen große, gelbe Schaumflocken am Strand. Es sind die Reste der abgestorbenen Algen. Die Schaumalgen leben in einer Gelatineschicht, die von den Wellen aufgeschlagen werden. Durch die Eutrophierung der Meere durch Nitrate aus der Landwirtschaft haben sie sich im Atlantik und in der Nordsee erheblich vermehrt.

Der schlechte Zustand der Nordsee!

Laut Umweltbundesministerium mit Daten von Ende 2013 ist der Zustand von fast allen Lebensraumtypen in der Nordsee als schlecht bewertet worden. Laut Umweltbundesamt (UBA) sorgen im deutschem Küstengebiet vor allem die Elbe, die Eider, die Ems und die Weser für die höchsten Nitrateinträge in die Nordsee. Von 1990 bis 2016 sind sie bei dem Großteil dieser Flüsse nicht wesentlich gesunken. Die Belastung mit Stickstoff stammt vor allem aus der Landwirtschaft. In der Folge kann das im Meer zu trübem Wasser, giftigen Algenblüten, Sauerstoffmangel und Verlust der Artenvielfalt führen. Insgesamt sind nur sechs Prozent der Nordseegewässer in gutem Zustand. 55 Prozent sind von Überdüngung betroffen. Um die Nitratfrachten über die Flüsse in die Meere zu senken, wurde in der neuen Oberflächengewässerverordnung Gesamtstickstoffgehalt von 2,8 mg/l festgelegt. Umgerechnet auf Nitrat ergibt es einen Wert von 12,3 mg/l. Diesen Wert dürfen Flüsse, die die Grenze in eins unserer Nachbarländer passieren, nicht überschreiten. Große Flüsse können ihn aber nur erreichen, wenn schon ihre kleineren Nebenflüsse- und bäche weniger Nitrate mitbringen.

Der noch schlechtere Zustand der Ostsee!

Noch besorgniserregender sieht es an der deutschen Ostsee aus: hier sind alle untersuchten Ostseegewässer eutrophiert, keines ist in gutem Zustand. 2016 wird der Zustand der Ostsee insgesamt als „nicht gut“ bewertet.

Durch den Binnenmeercharakter der Ostsee ist sie wesentlich empfindlicher. Sie hat nur einen geringen Wasseraustausch mit der Nordsee. Die inneren Küstengewässer der Ostsee, die zum Meer hin durch vorgelagerte Landmassen abgeschlossen sind bzw. in den Flussmündungen liegen, weisen einen schlechteren ökologischen Zustand als die äußeren Küstengewässer auf. Im Jahr 2014 wurden durch die Flüsse etwa 522 Tausend Tonnen (kt) Stickstoff  aus den Anliegerstaaten in die Ostsee eingetragen. Deutschlands größter Ostseezufluss ist die Oder. Aber auch die deutschen Flüsse Warnow, Peene und Trave tragen dazu bei.

Messwerte im Grundwasser und in den Flüssen (klicken Sie auf Ihr Bundesland)


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