Mit unseren Messungen decken wir Nitratbelastungen auf

Ergebnisse unserer Aktion in Bad Salzungen vom 26.08.2020

18 Brunnenbesitzer ließen ihr Brunnenwasser untersuchen. Der VSR-Gewässerschutz stellte dabei in jeder vierten Probe aus dem Raum Bad Liebenstein – Barchfeld – Bad Salzungen – Merkers eine Überschreitung des Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l fest. Besonders hohe Nitratwerte wurden in privaten Brunnen in folgenden Orten gefunden:

62 mg/l in Hermannsroda

52 mg/l in Leimbach

60 mg/l in Barchfeld

Ergebnisse unserer Aktion in Sömmerda vom 25.08.2020

59 Brunnenbesitzer ließen ihr Brunnenwasser untersuchen. Der VSR-Gewässerschutz stellte dabei in fast jeder dritten Probe aus dem Raum Grünstedt – Weißensee – Sömmerda – Kölleda – Ostramondra – Erfurt eine Überschreitung des Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l fest. Besonders hohe Nitratwerte wurden in privaten Brunnen in folgenden Orten gefunden:

150 mg/l in Ostramondra

107 mg/l in Grünstedt

146 mg/l in Weißensee
139 mg/l in Wundersleben
148 mg/l in Schloßvippach
136 mg/l in Schwansee

138 mg/l in Eckstedt

Abwasser als Ursache der Nitratbelastung kann meistens ausgeschlossen werden

Hauptverursacher der Nitratbelastung in unserem Grundwasser ist die Agrarindustrie. Das zeigen unsere Messwerte deutlich.

Da fäkale Keime bei den meisten hohen Nitratbelastungen fehlen sind dort defekte Abwasserrohre als Ursache auszuschließen.

Unsere Forderungen an die Politik

Die Agrarindustrie konnte nur mit Subventionen so stark wachsen. Die EU-Agrarpolitik fördert bis heute Betriebe, für die hohe Erträge an erster Stelle stehen und die Verringerung der Nitratbelastung nur lästige Auflagen sind, die sie versuchen zu umgehen.

 

Der VSR-Gewässerschutz fordert die Agrarpolitik auf die anstehende EU-Agrarreform so zu gestalten, dass die Nitratbelastung unserer Gewässer verringert wird. Die Subventionen an Betriebe, die das Grundwasser stark belasten, haben große Probleme geschaffen. Nur mit intensiver Bewirtschaftung konnten die großen Betriebe den Dumpingpreisen der Discounter standhalten. Die bäuerliche Landwirtschaft wurde verdrängt und die ökologische Landwirtschaft konnte nicht so wachsen, wie es für eine gesunde Umwelt notwendig wäre. Hier wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern verzichtet. Die Zahl der Tiere orientiert sich an der Fläche, die dem Betrieb zur Verfügung steht. So werden Nährstoffüberschüsse bestmöglich vermieden. Der ökologische Landbau kann die von der Agrarindustrie hervorgerufene Nitratbelastung erheblich verringern. Er bedarf daher wesentlich mehr Unterstützung. Die Agrarlobby darf nun die wichtigen Entscheidungen zu einer gewässerschonenden Landwirtschaft nicht wieder untergraben. Es wird höchste Zeit für eine Agrarpolitik, die sich ihrer ökologischen Verantwortung bewusst ist und eine umweltverträgliche und nachhaltige Landwirtschaft fördert. Der VSR-Gewässerschutz fordert von der Politik, dass Subventionen nur noch an Landwirte mit einer gewässerschonenden Bewirtschaftung gezahlt werden.

Interaktive Nitratkarte

Auf einer interaktiven Nitratkarte veranschaulicht der VSR-Gewässerschutz in welchen Regionen die Nitratbelastungen besonders hoch sind.

 

 

Messwerte im Grundwasser und in den Flüssen (klicken Sie auf Ihr Bundesland)


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