Messfahrt an der Mosel

Einen fast doppelt so hohen Nitratwert als die Vorgabe der LAWA stellte der VSR-Gewässerschutz in der Mosel fest.

 

Wir stellten bei unserer Messfahrt an der Mosel im März 2013 eine viel zu hohe Nitratbelastung fest. Sie gehört zu den größten Nebenflüssen des Rheins. Nach den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) dürfte das Mosel-wasser für einen guten Zustand höchstens 11 mg/l Nitrat aufweisen. Die Messungen ergaben an der Mündung jedoch 20,1 mg/l Nitrat und damit fast doppelt so viel wie gefordert. Damit trägt die Mosel erheblich zur Nitratbelastung des Rheins und damit zur Eutrophierung der Nordsee bei.

Liegt das Problem in anderen Ländern?

Die Untersuchung ergab jedoch auch, dass bereits in Perl an der deutsch-französischen Grenze eine Nitratkonzentration von 15,9 mg/l vorlag. Somit hat sich die Nitratbelastung bis zur Mündung nur um etwa 4 mg/l erhöht, obwohl die gesamte Region an den Ufern der Mosel durch den Weinbau geprägt ist. Tausende Winzer bewirtschaften heute die Weinbergsflächen entlang der 245 Kilometer langen deutsch-luxemburgischen Mosel zwischen Perl und Koblenz, an der Saar zwischen Serrig und Konz, an der Ruwer zwischen Riveris und dem Trierer Stadtteil Ruwer sowie im unteren Sauertal.

 

Den stärksten Nitratanstieg stellten wir in der 45 Kilometer langen Obermosel von Perl bis Trier von 15,9 mg/l auf 18,1 mg/l fest. Hier liegen auf der Ostseite des Flusses die deutschen und auf der gegenüberliegenden Seite die luxemburgischen Weinberge. In diesem Bereich der Mosel mündet auch die Sauer mit einer extrem hohen Nitratbelastung von 27,6 mg/l. Aber auch die Saar ist mit 18,4 mg/l Nitrat hoch belastet. An der 110 Kilometer langen Mittelmosel von Trier bis Zell fand ein geringerer Anstieg der Nitratkonzentration von 18,1 mg/l in Trier auf 20,0 mg/l in Bernkastel-Kues statt. Im weiteren Verlauf bis Zell stieg die Nitratkonzentration nicht weiter an. In diesem Abschnitt der Mosel fließt noch bei Trier die Ruwer mit 18,2 mg/l und die Kyll mit 19,0 mg/l zu. Die Lieser, die oberhalb Bernkastel-Kues mündet, ist dagegen mit 16,5 mg/l wesentlich geringer belastet.

Es gibt Fortschritte

nBei unseren Messungen stellten wir überrascht fest, dass an der ungefähr 90 Kilometer langen Terrassenmosel zwischen Zell und Koblenz keine Erhöhung der Nitratkonzentration mehr stattfand. Gerade in diesem besonders engen Moseltal sind die Weinberge so steil, dass die Reben in nach Süden und Westen ausgerichteten oftmals auf kleinstparzellierten, terrassierten Steillagen gepflanzt sind.

 

Der Weinbau und seine negativen Auswirkungen auf das Grundwasser und die Flüsse wurde in viele Regionen ernst genommen und wirkungsvolle Maßnahmen entwickelt, wie man der Nitratbelastung entgegen wirken kann.

 

Einen positiven Effekt hatte auch die Beratung der Winzer, wie sie umwelt- und grundwasserverträglich die Anbauflächen bewirtschaften können. So konnte die durchschnittlich aufgebrachte Düngermenge bereits stark reduziert und dadurch die Nährstoffüberschüsse in den Böden deutlich verringert werden.

 

In Anbetracht des Klimawandels kommen nun aber weitere Herausforderungen auf die Winzer zu. Durch die Zunahme an Starkregenfällen steigt auch wieder die Gefahr der Bodenerosion und der Nitratauswaschung in die Bäche und die Mosel.

Messwerte im Grundwasser und in den Flüssen (klicken Sie auf Ihr Bundesland)


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