Messfahrt an der Oste

Durch eine schlechte Wasserqualität könnten die bisher erfolgreichen Projekte zur Ansiedlung von Stör und Lachs scheitern

Gefahr für Stör und Lachs

Im Oktober 2011 führten wir Untersuchungen an der Oste durch. Nach Auswertung der Messergebnisse zeigt sich die Gefahr, dass die jetzigen Maßnahmen zur Ansiedlung des Störs in der Oste längerfristig durch eine zu erwartende Verschlechterung der Wasserqualität scheitern könnten. Auch der Erfolg, dass es inzwischen einen sich selbst reproduzierenden Bestand an Lachsen in diesem Flachlandfluss gibt, ist durch die zahlreichen Genehmigungen für Biogasanlagen im Einzugsgebiet gefährdet.

Nitratabbau und Maisanbau

Da ein hoher Anteil des Nitrats in der Oste aus den Grundwasserstömen kommt, ist für die zukünftige Entwicklung der Gewässerqualität des Flusses die zu erwartenden Belastungen im Grundwasser ausschlaggebend. Wir stellten fest, dass im Einzugsgebiet der Oste zum Teil auch erhöhte Eisenwerte vorliegen. Dies zeigt, dass hier im Untergrund Nitratabbauprozesse stattfinden. In diesen Gegenden kommt im Boden Pyrit, eine Eisen-Schwefel-Verbindung, vor. Spezielle Bakterien können diese Verbindung nutzen, um Nitrat abzubauen. Hierbei wird das Pyrit und das Nitrat gespalten. Es entsteht Stickstoff, Eisen und Sulfat. Das Nitrat wird bei diesem Vorgang verbraucht, d.h. abgebaut. Eisen wird freigesetzt und kann in höheren Konzentrationen festgestellt werden. Pyrit ist eine begrenzte Ressource im Boden, der Nitratabbau hat irgendwann ein Ende. Dies sollte möglichst vermieden werden.

 

 

Wenn die Kapazität erschöpft ist, funktioniert der Nitratabbau nicht mehr und die Nitratkonzentration steigt schnell an. Zur Zeit liegen die Nitratkonzentrationen bei den vorkommenden höheren Eisenwerten noch unter 10 mg/l.

 

Der extreme Ausbau von Biogasanlagen bedeutet auch eine Ausweitung der Maisfelder in der Region. Im gesamten Einzugsgebiet der Oste lag nach Angaben des Deutschen Maiskomitee e.V. der prozentuale Anteil der Maisanbau-flächen an den Ackerflächen bereits 2010 bei über 60 %. Einen so hohen Anteil gibt es sonst in nur in wenigen Gebieten Deutschlands. Während viele Pflanzen bei Überdüngung der Böden einen geringeren Ertrag erbringen, verträgt der Mais hohe Stickstoffgaben.

 

Dies führt dazu, dass die abgeernteten Flächen bereits im Herbst und nochmals im Frühjahr mit großen Mengen Gärresten aus den Biogasanlagen „gedüngt“ werden. Da die Felder zum größten Teil bis in den Monat Mai hinein brach liegen, kann die fehlende Pflanzendecke dem Boden kein Stickstoff entziehen. Es kommt zu einer enormen Verlagerung von Nitraten ins Grundwasser. Außerdem kann es durch die lange Brachzeit zu höheren Bodenerosionen ins nächste Gewässer kommen. Dies führt neben einem zusätzlichen Nitrateintrag in die Oste auch zu Fortpflanzungsproblemen bei den Lachsen. Nach starken Regenfällen werden insbesondere große Mengen an Schwebstoffen in die Oste abgeschwemmt, die das Lückensystem des Sedimentes verstopfen. Die Fischlarven sterben dadurch ab.

Forderungen des VSR-Gewässerschutz

Der VSR-Gewässerschutz fordert, dass bei den Genehmigungen der Biogasanlagen im Osteeinzugsgebiet der Verbleib der Gärreste genau hinterfragt werden muss.  Außerdem fordern wir, dass ein ausreichender Uferrand-streifen ohne Düngung an der Oste eingehalten wird, um die Abschwemmung der Ackerböden zu verhindern.

Messwerte im Grundwasser und in den Flüssen (klicken Sie auf Ihr Bundesland)


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