Vechte im Münsterland

Messfahrt vom VSR-Gewässerschutz zeigt, dass die intensive Landwirtschaft die Vechte und ihre Zuflüsse extrem mit Nitraten belastet 

 

 

 

Massentierhaltungen und die Unmengen Gülle belasten die Vechte

Das Einzugsgebiet der Vechte ist geprägt von intensiver Landwirtschaft und einer sehr hohen Dichte an Massentierhaltungen. Diese Betriebe verlieren seit Jahrzehnten enorme Nitratmengen in der Umwelt. Daher verwundert es nicht dass der VSR-Gewässerschutz im März 2019 in der Vechte viel zu hohe Nitratbelastungen fand. Schon die Quellbäche der Vechte sind übermäßig mit Nitraten belastet. Sowohl der Rockeler Bach war mit 42,7 mg/l Nitrat wie auch der Burloer Bach mit 40,1 mg/l stark belastet. Dies führte dazu, dass die Vechte nach deren Zusammenfluss in Eggerode einen Nitratwert von 41,2 mg/l aufwies. Bis Metelen erhöhte sich die Nitratkonzentration sogar auf 46,6 mg/l. Mit dem Zufluss des Gauxbachs bei Welbergen mit 38,6 mg/l und der Steinfurter Aa bei der Bauernschaft Bilk mit 41,7 mg/l sank die Nitratbelastung. In Ohne betrug der Nitratwert in der Vechte dann 41,5 mg/l. Im weiteren Verlauf des Flusses nahm die Belastung bis Nordhorn auf 39,4 mg/l ab. Weitere Entlastungen kamen durch den mit 7,7 mg/l Nitrat belasteten Nordhorn-Almelo-Kanals sowie den weiteren Zuflüssen Dinkel mit 32,9 mg/l, Lee mit 24,5 mg/l und dem Emlichheimer Entlastungskanal mit 19,8 mg/l. Bis zur letzten Messstelle auf deutschem Gebiet sank der Nitratgehalt in der Vechte in Laar auf 35,4 mg/l ab.

 

 

Das Wasser der Vechte gelangt in den Niederlanden in das IJsselmeer

Dort kommt es aufgrund der starken Nitratbelastung zur Eutrophierung. Es breiten sich immer wieder Algenteppiche aus. Für die Wasserqualität im IJsselmeer sind jedoch nicht nur die niederländischen Politiker gefordert, sondern auch in Deutschland muss gehandelt werden. Aus diesem Grund gibt es die Vorgabe, dass Flüsse, die zum IJsselmeer fließen, beim Passieren der Grenze den Grenzwert von 12,3 mg/l nicht überschreiten dürfen.

 

 

Nur 2 % Ökolandbau auf den landwirtschaftlichen Flächen im Einzugsbiet der Vechte

Eine ökologische Bewirtschaftung verringert nach neuesten Untersuchungen des Thünen-Instituts - einer in Braunschweig ansässigen landwirtschaftlichen Bundesforschungsanstalt - die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent, da der Ökolandbau weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt hat. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Damit tragen ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits heute dazu bei, dass den Gewässern weniger Nitrate zu sickern.

 

 

Forderung an die beiden zuständigen Umweltminister Olaf Lies (Niedersachsen) und Ursula Heinen-Esser (NRW):

Für die Wasserqualität im IJsselmeer sind nicht nur die niederländischen Politiker gefordert, sondern auch in Deutschland muss gehandelt werden. Aus diesem Grund gibt es die Vorgabe, dass Flüsse, die zum IJsselmeer fließen, beim Passieren der Grenze den Grenzwert nicht überschreiten dürfen.

Wir fordern eine Ausweitung des öklologischen Landbaus. Dazu müssen die zuständigen Umweltminister

dringend handeln.

 

 

Die Oberflächengewässerverordnung schreibt vor, dass bei in die Nordsee mündenden Flüssen der Gesamtstickstoffgehalt von 2,8 mg/l nicht überschritten werden soll. Umgerechnet sind das dann 12,3 mg/l Nitrat. Bei Flüssen, deren Mündungsbereich sich außerhalb von Deutschland befindet, an den Punkten, an denen diese Flüsse das Bundesgebiet endgültig verlassen.

 

 

 

Messwerte im Grundwasser und in den Flüssen (klicken Sie auf Ihr Bundesland)


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