Interaktive Nitratkarte  - Überblick über die Belastung in den Kreisen

Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in  privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2019 gewonnen.

Große Teile von Bayern liegen im Gebiet der Donau. Dort führen wir keine Untersuchungen durch. Daher haben wir hier nur die fränkischen Kreise aufgeführt, die im Nordsee-Einzugsgebiet liegen.

In Franken haben wir bei unseren Messungen hohe Nitratbelastungen im Grundwasser festgestellt. Massentierhaltungen und Biogasanlagen führen in Franken dazu, dass zu viel Nährstoffe anfallen, die in Form von Gülle und Gärresten auf den Feldern aufgebracht werden. Desweiteren kommt es zu Grundwasserbelastungen in Regionen mit Gemüseanbau. Hier ist im Besonderen das Knoblauchsland im Dreieck Nürnberg - Fürth - Erlangen zu nennen.  Im Vergleich zu landwirtschaftlichen Hauptkulturen wie Getreide, Zuckerrüben oder Mais ist die Gefahr der Auswaschung von Nitrat bei den meisten Gemüsekulturen deutlich erhöht. Für optimale Erträge werden bis zur Ernte hohe Düngergaben gegeben. Dieser Stickstoffüberschuss vergrößert sich noch, wenn Pflanzen, die nicht vermarktet werden können, auf dem Feld verbleiben und nicht geerntet werden. Die sogenannten Erntereste wandeln sich bis in den Herbst hinein in Stickstoff um, der im Winter ins Grundwasser ausgewaschen wird. Auch durch den Weinbau in Franken kommt es zu Belastungen.

Unsere Forderung: Ausweitung des ökologischen Landbaus

Der ökologische Landbau hat Düngevorschriften, die weit strenger als die Düngeverordnung sind. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen. Die Zahl der Tiere orientiert sich daran, wie viel landwirtschaftliche Flächen dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden dadurch bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt es deswegen, dass sich ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch könnte die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte in Bayern noch stärker zu einer Verbesserung der regionalen Grundwasserqualität beitragen. In Bayern werden bisher erst knapp 10 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.

 

Handlungsbedarf sieht auch die bayrische Staatsregierung. Bereits 2012 setzte sie sich das Ziel, bis 2020 die Bio-Produktion zu verdoppeln. Dies soll mit dem Landesprogramm „BioRegio Bayern 2020“ geschehen. Besonders gut können Verbraucher durch die Einführung des bayrischen Bio-Siegels erkennen, ob das Produkt aus der Region stammt.

 

Nürnberg wurde die erste Biostadt in Deutschland. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 in allen Kitas einen Bioanteil von 75 % erreichen. In den Schulen soll es dann 50 % Bio geben, in den städtischen Einrichtungen 25 %. Auf diese Weise wollen die Nürnberger dafür sorgen, dass es im Umland dann 20 % Biolandwirte gibt.

 

Immer mehr Menschen möchten regionale Bio-Produkte kaufen. In den Bio-Städten soll die Nachfrage und die Weiterverarbeitung von Bio-Lebensmitteln aus der Region sowie die ökologische Landwirtschaft gefördert werden. In Kitas und Schulen sollen Bio-Lebensmittel Vorrang bekommen. Auch bei öffentlichen Veranstaltungen und Märkten soll auf Bio gesetzt werden. Privaten Verbrauchern, Betriebskantinen und Cateringunternehmen soll das Thema über verschiedene Aktionen näher gebracht werden. Die Bio-Branche soll weiter in die Gesellschaft integriert, Arbeitsplätze in dieser Zukunftsbranche gefördert werden. Staatliche Förderprojekte sollen auf die Bio-Branche und Kooperationsprojekte gelenkt werden. Kommunale Aktivitäten sollen besser mit agrar- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen verknüpft werden.

 

Mit diesen Maßnahmen kommt man dem Wunsch der Bürger nach einem größeren Angebot gesunder und regionaler Lebensmittel entgegen. Bei deren Erzeugung werden die Gewässer möglichst wenig belastet. Der Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und so wieder mehr Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.

Weitere Informationen:

Messwerte im Grundwasser und in den Flüssen (klicken Sie auf Ihr Bundesland)


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