Interaktive Nitratkarte  - Überblick über die Belastung in den Kreisen

Wir fanden bei unseren Messungen in Sachsen-Anhalt, wie in den Jahren zuvor, hohe Nitratbelastungen im Grundwasser. Dabei stellten wir fest, dass die Höhe der Nitratbelastung des Grundwassers stark von der Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen abhängig ist. Bei Wiesen und Weiden, dem sogenannten Grünland, ist die Gefahr der Nitratauswaschung wesentlich geringer als bei Ackerland. Da Sachsen-Anhalt bei seinen landwirtschaftlichen Flächen im Verhältnis zu den anderen Bundesländern viel zu wenig Grünland aufweist, findet dort auch eine sehr hohe Nitratverlagerung ins Grundwasser statt. Wir stellten in den Kreisen, die einen sehr geringen Anteil von Grünland an den landwirtschaftlichen Nutzflächen aufweisen, sehr hohe Belastungen fest.

Unsere aktuellen Messergebnisse im Überblick

Dieses Jahr waren wir mit dem Labormobil wieder in vielen Städten unterwegs. Wir bedanken uns bei allen Brunnenbesitzern, die uns unter Einhaltung der  Hygienemaßnahmen  ihre Brunnenwasserprobe zur Analyse brachten. Die ersten Ergebnisse unserer Brunnenwasser-Analysen haben wir bereits ausgewertet.

Saale mit zu viel Nitrat belastet

 

Nitratbelastetes Grundwasser sickert der Saale zu und trägt somit zu einer erheblichen Nitratbelastung bei. Die intensive Landwirtschaft führt zudem dazu, dass die Saale in vielen Bereichen von Ackerflächen umgeben ist. Es fehlen Auen, welche die Nährstoffe aus dem Saalewasser herausfiltern können.

 

 

Ausweitung des Ökologischen Landbau in Sachsen-Anhalt notwendig

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Sachsen-Anhalt. Dort werden nicht mal 7 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. 

Diese Fläche reicht nicht aus, um dem Wunsch der Bevölkerung nach ökologisch erzeugten Produkten nachzukommen - die Anbaufläche muss daher vergrößert werden. Der Weg hierzu wäre

  • Ausweisung von Öko-Modellregionen mit der Förderung durch die Landesregierung
  • Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen im Besitz der Kommunen und Kreise nach den Regeln des ökologischen Landbaus
  • Beteiligung am Netzwerk der „Bio-Städte"

Weitere Informationen:

Messwerte im Grundwasser und in den Flüssen (klicken Sie auf Ihr Bundesland)


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