Interaktive Nitratkarte

Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in  privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2019 gewonnen.

In Thüringen wird rund ein Viertel der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Gerade in den rot markierten Bereichen in der Karte ist jedoch eine wesenlich höhere Dichte an  landwirtschaftlichen Betrieben anzutreffen. Es gibt sehr wenig Bio-Landwirtschaft. Thüringen hat prozentual am zweit wenigsten, gerade einmal 4,8% der landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Unsere aktuellen Messergebnisse im Überblick

Dieses Jahr waren wir mit dem Labormobil wieder in vielen Städten unterwegs. Wir bedanken uns bei allen Brunnenbesitzern, die uns unter Einhaltung der  Hygienemaßnahmen  ihre Brunnenwasserprobe zur Analyse brachten. Die ersten Ergebnisse unserer Brunnenwasser-Analysen haben wir bereits ausgewertet.

Saale mit zu viel Nitrat belastet

 

Nitratbelastetes Grundwasser sickert der Saale zu und trägt somit zu einer erheblichen Nitratbelastung bei. Die intensive Landwirtschaft führt zudem dazu, dass die Saale in vielen Bereichen von Ackerflächen umgeben ist. Es fehlen Auen, welche die Nährstoffe aus dem Saalewasser herausfiltern können

 

 

Unsere Forderung: Ausweitung des ökologischen Landbaus

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Thüringen. Dort werden nicht mal 6 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt. Mit einem Ökoaktionsplan strebt die Landesregierung Thüringen das Ziel an, dass noch mehr Landwirte ökologisch wirtschaften. Die Landesregierung hat jedoch keinen Einfluss auf die Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren Flächen.

 

Inzwischen wird der große Bedarf an Bio-Lebensmitteln mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt. Viele Öko-Landwirte möchten ihre Region mit lokal erzeugtem Getreide fürs Brot, Milch, Eiern und Fleisch versorgen. Die Bürger bekämen gesunde, regionale Lebensmittel und das Grundwasser wäre weniger belastet. Doch gerade von diesen Landwirten erfährt der VSR-Gewässerschutz immer wieder, dass sie gar nicht mehr Bio-Produkte erzeugen können, weil ihnen die Anbauflächen fehlen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden sollten diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So könnten auf diesen Flächen die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Gleichzeitig können sich die Gartenbesitzer über eine geringere Nitratbelastung ihres Brunnenwassers freuen und mehr Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.

 

 

Weitere Informationen:

Messwerte im Grundwasser und in den Flüssen (klicken Sie auf Ihr Bundesland)


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