Lasche Düngeverordungen bis heute

Ohne EU-Nitratrichtlinie böte Deutschland Massentierhaltungs- und Biogasanlagen-Betreibern unbegrenzte Möglichkeiten. Nur hat die Politik es viel zu lange der Agrar- und Biogas-Lobby überlassen, die „gute fachliche Praxis“ zu definieren, auf deren Basis Düngeverordnungen die Richtlinie umsetzen helfen sollen. Zudem fehlen Kontrollen und Sanktionen – dies entspräche der Erwartung, dass Autofahrer ihr Tempo im Verkehr selbstverantwortlich anpassten.

 

Eingeführt worden ist die Richtlinie, um EU-weit den landwirtschaftlichen Düngemitteleinsatz zu beschränken und so Grundwasser, Binnen- und Meeresgewässer vor Nährstoff-Belastung zu schützen. Laut Richtlinie sollten eigentlich für so genannte „gefährdete Gebiete“ Aktionsprogramme mit Regeln zur guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft aufgestellt werden. Zu solchen Regionen zählen Grundwasservorkommen mit Nitratgehalten von mehr als 50 Milligramm pro Liter (mg/l) ebenso wie die Einzugsgebiete eutrophierter oder eutrophierungsgefährdeter Oberflächengewässer und Meeren (1). Deutschland mit seiner extrem hohen Dichte an Massentierhaltungen und Biogasanlagen samt der damit verbundenen Nitratbelastung der Grund- und Oberflächengewässer hätte unbedingt dazu gehört. Doch die Bundesregierung hat sich  entschieden, keine gefährdeten Gebiete auszuweisen und dort aktiv zu werden – stattdessen wurde ein abgeschwächtes Aktionsprogramm, genannt „Düngeverordnung“, für das ganze Land erlassen. Dadurch verstrich wertvolle Zeit, in der man in betroffenen Regionen längst strengere Kontrollen für die Ausbringung von Gülle aus Agrarfabriken und von Gärresten aus Biogasanlagen hätte einführen können und müssen. Die vielen Genehmigungen neuerer Anlagen wären unter den strengeren Auflagen wohl nicht mehr zustande gekommen.


 

 

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