Die neuesten Messergebnisse

Auch 2019 haben wir in Brandenburg einige Informationsstände durchgeführt, bei denen Brunnenbesitzer ihr Wasser zur Untersuchung abgeben konnten. Hier erhalten Sie bereits die ersten Infos zu den festgestellten Nitratergebnissen. Eine ausführlichere Auswertung der Messwerte erfolgt dann in den Wintermonaten.

Labormobil in Wriezen

Von 25 untersuchten Brunnen aus dem Raum Bad Freienwalde/Wriezen/Oderaue überschritt fast jeder dritte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Altmädewitz mit 147 mg/l Nitrat, in Frankenfelde mit 140 mg/l, in Bliesdorf mit 136 mg/l, in Altranft mit 57 mg/l, in Neureetz mit 103 mg/l und in Alttrebbin mit 64 mg/l.

Labormobil in Bernau

Von 171 untersuchten Brunnen aus dem Raum Bernau/Biesenthal/Wandlitz überschritt jeder neunte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Birkenhöhe mit 136 mg/l Nitrat, in Ahrensfelde mit 94 mg/l, in Nibelungen mit 132 mg/l, in Schmetzdorf mit 75 mg/l, in Schönwalde mit 92 mg/l und in Schönerlinde mit 76 mg/l.

Labormobil in Perleberg

Von 34 untersuchten Brunnen aus dem Raum Perleberg/Karstädt überschritt fast jeder achte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Guhlsdorf mit 89 mg/l Nitrat, in Laaske mit 69 mg/l, in Lockstädt mit 54 mg/l, und in Kribbe mit 71 mg/l.

Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung 2018 in Brandenburg

Die Nitrat-Messwerte von 2018 zeigen wieder, dass noch viel gemacht werden muss. So fanden wir in diesem Jahr im Bernauers Ortsteil Freidenstal einen Nitratwert von 198 mg/l. Dies ist unser diesjähriger Spitzenwert für Brandenburg. Aber nicht nur einzelne Brunnen sind belastet. Insgsamt fanden wir in 12% der untersuchten Brunnen Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l. Die Verteilung der Belastung in den einzelnen Regionen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl geordnet finden Sie in der beigefügten Tabelle.

Die Nitratkarte Brandenburg

 

In Brandenburg liegt eine Grundwasserbelastung vor, obwohl es in dem Bundesland große Waldflächen gibt. Aus Waldflächen werden wesentlich weniger Nährstoffe augewaschen als aus landwirtschaftlichen Flächen.

Die Brachflächen, von denen kaum eine Nitratbelastung ausging, sind in Folge des Biogasanlagenbooms extrem geschrumpft. Es entstanden, neben den Biogasanlagen an den Höfen, große gewerbliche Biogasanlagen, welche nur mit nachwachsenden Rohstoffen wie Mais und Getreide betrieben werden, statt mit Gülle. Dadurch entstanden große Mengen an Gärresten. Vor 2017 wurden Gärreste in der Düngeverordnung nicht berücksichtigt. Dadurch konnte mit Gärresten die vorgegebene Grenze von 170 kg Stickstoff pro Hektar überschritten werden. Es kam zur Überdüngung.

Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen in Brandenburg und Berlin

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In der Tabelle sind die Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen für den Zeitraum 2015 bis 2017 statistisch aufbereitet. Räumlich wurden die untersuchten Brunnen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl zusammengestellt.

Folgende Informationen bekommen Sie in den einzelnen Bereichen:
Anteil der Proben mit Nitratkonzentrationen unter 25 mg/l, zwischen 25 und 50 mg/l, zwischen 50 und 100 mg/l und höher aufweisen. Auch der höchste Wert ist in dem Bereich angegeben.

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Ökologischen Landbau stärken

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität im Land Brandenburg. Dort werden nicht mal 11 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.

 

Jahrzehntelang haben die landwirtschaftlichen Verbände darauf hingewiesen, dass sie produzieren, was die Bürger kaufen. Damit haben sie den Einkäufer für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Es werden wesentlich mehr ökologische Produkte gekauft. Deswegen ist es dringend an der Zeit, dass der ökologische Landbau stärker gefördert wird. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So können auf diesem Land die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Der Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und wieder Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.

 


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