Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung 2018 in Franken liegt vor

Die aktuellen Nitrat-Messwerte für 2018 sind ausgewertet. Es zeigte sich wieder, dass noch viel gemacht werden muss. So fanden wir in diesem Jahr in Sulzdorf einen Nitratwert von über 300 mg/l. Dies ist unser diesjähriger Spitzenwert für Franken. Aber nicht nur einzelne Brunnen sind belastet. Insgsamt fanden wir in 32% der untersuchten Brunnen Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l. Die Verteilung der Belastung in den einzelnen Regionen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl geordnet finden Sie in der beigefügten Tabelle.

Die Nitratkarte Franken

 

Wir haben bei unseren Messungen in Franken hohe Nitratbelastungen im Grundwasser festgestellt. Massentierhaltungen und Biogasanlagen führen in Franken dazu, dass zu viel Nährstoffe anfallen, die in Form von Gülle und Gärresten auf den Feldern aufgebracht werden.

 

Desweiteren kommt es zu Grundwasserbelastungen in Regionen mit Gemüseanbau. Hier ist im Besonderen das Knoblauchsland im Dreieck Nürnberg - Fürth - Erlangen zu nennen.  Im Vergleich zu landwirtschaftlichen Hauptkulturen wie Getreide, Zuckerrüben oder Mais ist die Gefahr der Auswaschung von Nitrat bei den meisten Gemüsekulturen deutlich erhöht. Für optimale Erträge werden bis zur Ernte hohe Düngergaben gegeben. Dieser Stickstoffüberschuss vergrößert sich noch, wenn Pflanzen, die nicht vermarktet werden können, auf dem Feld verbleiben und nicht geerntet werden. Die sogenannten Erntereste wandeln sich bis in den Herbst hinein in Stickstoff um, der im Winter ins Grundwasser ausgewaschen wird. Auch durch den Weinbau in Franken kommt es zu Belastungen.

Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen in Franken

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In der Tabelle sind die Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen für den Zeitraum 2015 bis 2017 statistisch aufbereitet. Räumlich wurden die untersuchten Brunnen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl zusammengestellt.

Folgende Informationen bekommen Sie in den einzelnen Bereichen:

Anteil der Proben mit Nitratkonzentrationen unter 25 mg/l, zwischen 25 und 50 mg/l, zwischen 50 und 100 mg/l und höher aufweisen. Auch der höchste Wert ist in dem Bereich angegeben.

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Umdenken bei Handel und Verbraucher notwendig

Gemüse, das für die Discounter produziert wird, muss perfekt aussehen. Wenn es optisch nicht vollständig den Erwartungen der Händler entspricht, bekommt der Verbraucher gar nicht erst die Chance Flecken, Farbabweichungen oder zu klein geratenes Gemüse zu akzeptieren. Leider schrecken viele Verbraucher auch vor einem Kauf zurück. Es wird zu sehr auf das Aussehen statt auf Frische und Geschmack gesetzt. Auf dem Wochenmarkt zeigt sich allerdings, dass Bürger mit dem Wissen von einem geringerem Düngereinsatz dieses Gemüse kaufen. Der VSR-Gewässerschutz fordert ein Umdenken im Handel und beim Verbraucher.

 

Pflanzen, die nicht vermarktet werden können, verbleiben auf dem Feld und werden gar nicht erst geerntet. Die sogenannten Erntereste werden bis in den Herbst hinein in Stickstoff umgewandelt und im Winter, wenn keine Pflanzen wachsen, ins Grundwasser ausgewaschen. Gemüsebauer sind genötigt, eine durchgehend hohe Qualität zu gewährleisten. Deswegen werden die Pflanzen zum Teil bis zur Ernte mit hohen Düngegaben versorgt. Dadurch sind nach der Ernte große Stickstoffmengen übrig, die letztendlich das Brunnenwasser der Gartenbesitzer belasten. Es ist dringend nötig die Stickstoffüberschüsse zu reduzieren. Dies kann jedoch nur funktionieren, wenn nicht nur erstklassig aussehendes Gemüse gekauft wird. Ansonsten müssen Gemüsebauer Angst vor Ertragseinbußen haben, wenn sie die festgesetzten Düngehöchstmengen der Düngeverordnung einhalten.

 

Der VSR-Gewässerschutz sieht gerade im Gemüseanbau einen dringenden Handlungsbedarf. Denn im Vergleich zum Anbau von Getreide und anderen landwirtschaftlichen Feldfrüchten ist die Gefahr der Nitratauswaschung bei den meisten Gemüsekulturen deutlich erhöht. Der VSR-Gewässerschutz fordert, dass Politiker, Verbände der Gemüsebauer und der Handel Lösungen suchen, um die Nitratbelastung des Grundwassers zu verringern.

Ökologischen Landbau stärken

Der ökologische Landbau hat Düngevorschriften, die weit strenger als die Düngeverordnung sind. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen. Die Zahl der Tiere orientiert sich daran, wie viel landwirtschaftliche Flächen dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden dadurch bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt es deswegen, dass sich ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch könnte die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte in Bayern noch stärker zu einer Verbesserung der regionalen Grundwasserqualität beitragen. In Bayern werden bisher erst knapp 10 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.

 

Handlungsbedarf sieht auch die bayrische Staatsregierung. Bereits 2012 setzte sie sich das Ziel, bis 2020 die Bio-Produktion zu verdoppeln. Dies soll mit dem Landesprogramm „BioRegio Bayern 2020“ geschehen. Besonders gut können Verbraucher durch die Einführung des bayrischen Bio-Siegels erkennen, ob das Produkt aus der Region stammt. Damit noch mehr Lebensmittel diese Auszeichnung erhalten, benötigen die ökologischen Landwirte allerdings dringend mehr landwirtschaftliche Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So besteht die Möglichkeit, dass auf diesem Land Lebensmittel mit dem bayrischen Bio-Siegel produziert werden können. Es ist wichtig die Wünsche der Bürger zu erfüllen. Die Menschen möchten gesunde und regionale Lebensmittel kaufen, bei deren Erzeugung die Gewässer möglichst wenig belastet werden. Der Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und so wieder mehr Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.


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