Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung 2018 in Hessen liegt vor

Die aktuellen Nitrat-Messwerte für 2018 sind ausgewertet. Es zeigte sich wieder, dass noch viel gemacht werden muss. So fanden wir in diesem Jahr im Bibliser Ortsteil Nordheim einen Nitratwert von 203 mg/l. Dies ist unser diesjähriger Spitzenwert für Hessen. Aber nicht nur einzelne Brunnen sind belastet. Insgsamt fanden wir in 18% der untersuchten Brunnen Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l. Die Verteilung der Belastung in den einzelnen Regionen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl geordnet finden Sie in der beigefügten Tabelle.

DIe Nitratkarte Oberrhein

 

Fast zwei Drittel des deutschen Weinbaus liegen in Baden, Rheinhessen und der Pfalz. Die Nitratbelastungen aus dem Weinbau stellen damit eine große Gefahr für das Grundwasser am Oberrhein dar. Düngen der Reben zu Zeiten, in denen diese keine Nährstoffe benötigen, führt zu einer enormen Nitratauswaschung. Aber auch von der Hanglage und den Gassen zwischen den Reben geht gerade bei starken Regenfällen eine Gefahr für das Grundwasser aus.

In der Pfalz befindet sich außerdem ein sehr großes Anbaugebiet von Gemüse. Im Vergleich zu landwirtschaftlichen Hauptkulturen wie Getreide, Zuckerrüben oder Mais ist die Gefahr der Auswaschung von Nitrat bei den meisten Gemüsekulturen deutlich erhöht. Für optimale Erträge werden bis zur Ernte hohe Düngergaben gegeben. Dieser Stickstoffüberschuss vergrößert sich noch, wenn Pflanzen oder Teile davon, die nicht vermarktet werden können, auf dem Feld verbleiben und nicht geerntet werden. Die sogenannten Erntereste wandeln sich bis in den Herbst hinein in Stickstoff um, der im Winter ins Grundwasser ausgewaschen wird.

Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen in Hessen

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In der Tabelle sind die Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen für den Zeitraum 2015 bis 2017 statistisch aufbereitet. Räumlich wurden die untersuchten Brunnen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl zusammengestellt.

Folgende Informationen bekommen Sie in den einzelnen Bereichen:
Anteil der Proben mit Nitratkonzentrationen unter 25 mg/l, zwischen 25 und 50 mg/l, zwischen 50 und 100 mg/l und höher aufweisen. Auch der höchste Wert ist in dem Bereich angegeben.

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Ökologischen Landbau stärken

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt es deswegen, dass sich ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen. In Hessen werden bereits auf 13 % der landwirtschaftlichen Flächen Bio-Lebensmittel erzeugt. Damit liegt Hessen zusammen mit dem Saarland an der Spitze der Bundesländer in der regionalen Versorgung. Mit dem Ökoaktionsplan strebt die Landesregierung Hessen das Ziel an, dass noch mehr Landwirte ökologisch wirtschaften. Die Landesregierung hat jedoch keinen Einfluss auf die Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren Flächen.

 

Inzwischen wird der große Bedarf an Bio-Lebensmitteln mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt. Viele Öko-Landwirte möchten ihre Region mit lokal erzeugtem Getreide fürs Brot, Milch, Eiern und Fleisch versorgen. Die Bürger bekämen gesunde, regionale Lebensmittel und das Grundwasser wäre weniger belastet. Doch gerade von diesen Landwirten erfährt der VSR-Gewässerschutz immer wieder, dass sie gar nicht mehr Bio-Produkte erzeugen können, weil ihnen die Anbauflächen fehlen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden sollten diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So könnten auf diesen Flächen die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Gleichzeitig können sich die Gartenbesitzer über eine geringere Nitratbelastung ihres Brunnenwassers freuen und mehr Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.


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