Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung 2018 in Niedersachsen und Bremen liegen vor

Die aktuellen Nitrat-Messwerte für 2018 sind ausgewertet. Es zeigte sich wieder, dass noch viel gemacht werden muss. So fanden wir in diesem Jahr im Meppener Ortsteil Rühle einen Nitratwert von über 300 mg/l. Dies ist unser diesjähriger Spitzenwert für Niedersachsen. Aber nicht nur einzelne Brunnen sind belastet. Insgsamt fanden wir in 19% der untersuchten Brunnen Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l. Die Verteilung der Belastung in den einzelnen Regionen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl geordnet finden Sie in der beigefügten Tabelle.

Die Nitratkarte Niedersachsen

 

Wir fanden bei unseren Messungen von 2013 bis 2017 in Niedersachsen, wie in den Jahren zuvor, hohe Nitratbelastungen im Grundwasser. Gerade die Regionen mit einer hohen Dichte an Massentierhaltungen und Biogasanlagen sind auf unserer Karte rot. Schweine, Rinder, und Geflügel scheiden nach dem Nährstoffbericht der Landwirtschaftskammer Niedersachsen über 250 000 Tonnen Stickstoff jährlich aus. Mehr als die Hälfte davon fällt in der Ems-Weser-Region an. Ein weiteres großes Problem stellt auch die Düngung mit Gärresten aus Biogasanlagen dar. In Niedersachsen fallen hier jährlich über 100 000 Tonnen Stickstoff an. Mehr als ein Drittel davon entsteht auch noch in der Ems-Weser-Region.

Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen in Niedersachsen/Bremen

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In der Tabelle sind die Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen für den Zeitraum 2015 bis 2017 statistisch aufbereitet. Räumlich wurden die untersuchten Brunnen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl zusammengestellt.

Folgende Informationen bekommen Sie in den einzelnen Bereichen:

Anteil der Proben mit Nitratkonzentrationen unter 25 mg/l, zwischen 25 und 50 mg/l, zwischen 50 und 100 mg/l und höher aufweisen. Auch der höchste Wert ist in dem Bereich angegeben.

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Unsere Forderung: Der ökologischen Landbau muss in Niedersachsen stärker gefördert werden, statt die Massentierhaltungen auszubauen

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Niedersachen. Dort werden nicht mal 4 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.

 

Jahrzehntelang haben die landwirtschaftlichen Verbände darauf hingewiesen, dass sie produzieren, was die Bürger kaufen. Damit haben sie den Einkäufer für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Es werden wesentlich mehr ökologische Produkte gekauft. Deswegen ist es dringend an der Zeit, dass der ökologische Landbau stärker gefördert wird. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So können auf diesem Land die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Der Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und wieder Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.


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