Die neuesten Messergebnisse

Auch 2019 haben wir in Nordrhein-Westfahlen einige Informationsstände durchgeführt, bei denen Brunnenbesitzer ihr Wasser zur Untersuchung abgeben konnten. Hier erhalten Sie bereits die ersten Infos zu den festgestellten Nitratergebnissen. Eine ausführlichere Auswertung der Messwerte erfolgt dann in den Wintermonaten.

Labormobil in Porta Westfalica

Von 59 untersuchten Brunnen aus dem Raum Porta Westfalica/Petershagen/Minden überschritt jeder achte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Lerbeck mit 131 mg/l Nitrat, in Holzhausen mit 54 mg/l, in Neesen mit 91 mg/l, in Dützen mit 52 mg/l und in Quetzen mit 105 mg/l.

Labormobil in Schloß Holte-Stukenbrock

Von 16 untersuchten Brunnen aus dem Raum Schloß Holte-Stukenbrock überschritt fast jeder dritte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Schoß Holte mit 75 mg/l Nitrat, in Stukenbrock mit 57 mg/l und Liemke mit 54 mg/l.

Labormobil in Euskirchen

Von 28 untersuchten Brunnen aus dem Raum Euskirchen/Zülpich/Bad Münstereifel überschritt fast jeder dritte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Schwerfen mit 262 mg/l  Nitrat, in Zülpich mit 160 mg/l, in Nemmenich mit 132 mg/l, in Oberelvenich mit 136 mg/l, in Ludendorf mit 79 mg/l, in Nettersheim mit 62 mg/l und in Dreiborn mit 63 mg/l.

Labormobil in Wassenberg

Von 37 untersuchten Brunnen aus dem Raum Bad Wassenberg/Wegberg/Erkelenz überschritt fast jeder zweite den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastente Brunnen fanden wir in Myhl mit 157 mg/l Nitrat, in Brüggelchen mit 149 mg/l, in Haaren mit 147 mg/l, in Kirchhoven mit 108 mg/l, in Doverheide mit 95 mg/l, in Doveren mit 91 mg/l, in Erkelenz mit 98 mg/l und in Watern mit 154 mg/l.

Labormobil in Espelkamp

Von 36 untersuchten Brunnen aus dem Raum Espelkamp/ Stemwede/ Preußisch-Oldendorf/Rahden überschritt fast jeder fünfte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Stelle mit 123 mg/l, in Hüllhorst mit 60 mg/l, in Gehlenbeck mit 55 mg/l, in Fabbenstedt mit 117 mg/l, in Varl mit 60 mg/l, in Stemwede mit 102 mg/l, in Wehdem mit 60 mg/l und in Getmold mit 65 mg/l.

 

Labormobil in Neuss

Von 115 untersuchten Brunnen aus dem Raum Neuss/Kaarst/Korschenbroich überschritt jeder zehnte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastente Brunnen fanden wir in Hoisten mit 129 mg/l Nitrat, in Korschenbroich mit 58 mg/l, in Kleinenbroich mit 81 mg/l, in Büttgen mit 70 mg/l und in Lanzerath mit 64 mg/l.

Labormobil in Warendorf

Von 77 untersuchten Brunnen aus dem Raum Warendorf/Sassenberg/Ennigerloh überschritt jeder siebte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Warendorf mit 193 mg/l Nitrat, in Sassenberg mit 67 mg/l, in Laudiek mit 54 mg/l, in Ostenfelde mit 58 mg/l und in Beckum mit 67 mg/l.

Labormobil in Borken

Von 36 untersuchten Brunnen aus dem Raum Borken/Südlohn/Velen überschritt jeder vierte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Hovesath mit 115 mg/l Nitrat, in Marbeck mit 72 mg/l, in Borken mit 68 mg/l und in Burlo mit 100 mg/l.

Labormobil in Rheine

Von 81 untersuchten Brunnen aus dem Raum Rheine/ Salzbergen/Spelle überschritt fast jeder vierte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Altenrheine mit 169 mg/l, in Varenrode mit 118 mg/l) in Rodde mit 69 mg/l, in Königsesch 81 mg/l, in Bentlage mit 112 mg/l und in Dutum mit 105 mg/l.

Die Nitratkarte Münsterland

 

Im Münsterland gibt es viele Massentierhaltungen. Dadurch kommt es zu einem hohen Anfall an Gülle, welche über die landwirtschaftlichen Flächen entsorgt werden muss. Besonders kritisch ist eine zu hohe Düngung auf Sandböden, wie sie im Münsterland häufig vorkommt. Durch starke Regenfälle wird das Nitrat besonders schnell in das Grundwasser ausgewaschen. Aber auch die Gärreste der Biogasanlagen stellen bei einer zu hohen Ausbringung an Nährstoffen eine Gefahr für das Grundwasser dar.

 

Auffallend sind auf unserer Nitratkarte Gebiete mit einem sehr geringen Anteil von Brunnen über 50 mg/l Nitrat, bei gleichzeitiger intensiver Landwirtschaft. Der Ursache sind wir nachgegangen und stellten fest, dass hier im Grundwasser ein verstärkter Nitratabbau stattfindet. Bakterien im Grundwasser wandeln das Nitrat um. Dabei entsteht Eisen: Besonders hohe Eisenkonzentrationen stellten wir in den Bereichen im Münsterland dort fest, wo bisher kaum Nitratbelastungen vorliegen.

Labormobil in Wachtendonk

Von 35 untersuchten Brunnen aus dem Raum Wachtendonk/Straelen/Kerken überschritt fast jeder fünfte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung.  Besonders bealstete Brunnen fanden wir in Altbroekhuysen mit 155 mg/l Nitrat, in Straelen mit 100 mg/l, in Nieukerk mit 53 mg/l, in Stenden mit 75 mg/l und in Wachtendonk mit 84 mg/l.

Labormobil in Brüggen

Von 36 untersuchten Brunnen aus dem Raum Brüggen/Niederkrüchten/Nettetal/Viersen überschritt jeder zweite den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Oebel mit 132 mg/l Nitrat, in Gützenrath mit 107 mg/l, in Brüggen mit 85 mg/l, in Alst mit 81 mg/l, in Bracht mit 217 mg/l, in Leutherheide mit 127 mg/l, in Boisheim mit 89 mg/l und in Brassertweg mit 206 mg/l.

Labormobil in Voerde

Von 136 untersuchten Brunnen aus dem Raum Voerde/Dinslaken/Hünxe/Hamminkeln überschritt jeder achte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Hünxe mit 189 mg/l Nitrat, in Havelich mit 157 mg/l, in Spellen mit 53 mg/l, in Stockum mit 73 mg/l, in Holthausen mit 90 mg/l, in Voerde mit 79 mg/l, in Dinslakener Bruch mit 65 mg/l und in Hiesfeld mit 74 mg/l.

Labormobil in Geldern

Von 22 untersuchten Brunnen aus dem Raum Geldern/Straelen/Issum überschritt jeder dritte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Straelen mit 264 mg/l Nitrat, in Sevelen mit 96 mg/l, in Aengenesch mit 89 mg/l, in Kapellen mit 89 mg/l und in Veert mit 55mg/l.

Labormobil in Weeze

Von 59 untersuchten Brunnen aus dem Raum Weeze/Goch/Uedem /Kevelaer überschritt fast jeder sechste den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Weeze mit über 300 mg/l Nitrat, in Goch mit 80 mg/l, in Hülm mit 138 mg/l, in Hees mit 205 mg/l, in Wemb mit 75 mg/l und in Winnekendonk mit 67 mg/l.

Labormobil in Isselburg

Von 25 untersuchten Brunnen aus dem Raum Isselburg/Bocholt/Rees überschritt fast jeder vierte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Anholt mit 180 mg/l Nitrat, in Vehlingen mit 72 mg/l und in Hemden mit 81 mg/l.

Die Nitratkarte Niederrhein

 

Bei unseren Messungen am Niederrhein haben wir weitläufig eine starke Grundwasserbelastung festgestellt. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Intensive Landwirtschaft mit vielen Massentierhaltungen und Biogasanlagen führt zu einer enormen Ausbringung an Gülle und Gärresten. Dazu kommt noch Gülle aus den Niederlanden, die auf den Feldern landet. Auch der Gemüseanbau trägt stark zur Nitratbelastung bei. Im Vergleich zu landwirtschaftlichen Hauptkulturen wie Getreide, Zuckerrüben oder Mais ist die Gefahr der Auswaschung von Nitrat bei den meisten Gemüsekulturen erhöht. Der Anbau von Zierpflanzen führt am Niederhein zu einem zusätzlichen Nitratbelastung des Grundwassers. Vor allem die Versickerung von Nährstoffen unter den Freilandstellfächen, auf denen die Pflanzen in Töpfen gedeihen, stellen ein sehr großes Problem dar.

Die Nitratkarte Nordrhein-Westfalen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung 2018 in Nordrhein-Westfalen

Die  Nitrat-Messwerte für 2018 zeigen wieder, dass noch viel gemacht werden muss. So fanden wir in diesem Jahr im Brüggener Ortsteil Born einen Nitratwert von 264 mg/l. Dies ist unser diesjähriger Spitzenwert für NRW. Aber nicht nur einzelne Brunnen sind belastet. Insgsamt fanden wir in 20% der untersuchten Brunnen Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l. Die Verteilung der Belastung in den einzelnen Regionen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl geordnet finden Sie in der beigefügten Tabelle.

Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen in NRW

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In der Tabelle sind die Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen für den Zeitraum 2015 bis 2017 statistisch aufbereitet. Räumlich wurden die untersuchten Brunnen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl zusammengestellt.

Folgende Informationen bekommen Sie in den einzelnen Bereichen:
Anteil der Proben mit Nitratkonzentrationen unter 25 mg/l, zwischen 25 und 50 mg/l, zwischen 50 und 100 mg/l und höher aufweisen. Auch der höchste Wert ist in dem Bereich angegeben.

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Das Grundwasser am Niederrhein - gebeutelt durch Landwirtschaft und den Gartenbau

Das Grundwasser am Niederrhein wird durch die Düngung in der Landwirtschaft und im Gartenbau stark belastet. Unsere Nitratkarte zeigt dies eindrucksvoll.

Die hohen Nitratwerte bedeuten für viele Gartenbesitzer eine eingeschränkte Nutzbarkeit ihres Brunnenwassers.

Immer wieder wird behauptet, dass die Gartenbesitzer selber der Grund für die Überdüngung des Grundwassers seien. Doch in der Karte sieht man deutlich die geringere Nitratbelastung in den Städten. So liegen in Mönchengladbach, Duisburg und Oberhausen nur sehr geringe Nitratkonzentrationen im Grundwasser vor. Wären die Gartenbesitzer die Hauptverursacher, gäbe es höhere Belastungen in diesen Gebieten.

 

Doch nicht nur Brunnenbesitzer bekommen die Nitratanreicherung zu spüren: Zu viel Nitrat im Grundwasser erhöht die Wasserpreise. Im schlimmsten Fall stehen die Wasserressourcen künftigen Generationen nicht mehr als Trinkwasser zur Verfügung.

Zudem sickert das belastete Grundwassser den Bächen und Flüssen zu und führt dort zu einer starken Nitratbelastung. Betroffen davon sind beispielsweise der Rhein und die Niers.

 

Die Novellierung der Düngeverordnung 2017 sieht nun klarere Regeln zum Düngen mit Gülle, Gärresten und Mineraldünger vor. Die Kontrollen sind jedoch noch unzureichend. Es werden nur die Aufzeichnungen der Betriebe überprüft. Der VSR-Gewässerschutz fordert Kontrollen durch staatliche Messungen direkt auf dem Feld

Ökologischen Landbau stärken

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Nordrhein-Westfalen. Dort werden nicht mal 6 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.“

 

Jahrzehntelang haben die landwirtschaftlichen Verbände darauf hingewiesen, dass sie produzieren, was die Bürger kaufen. Damit haben sie den Einkäufer für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Es werden wesentlich mehr ökologische Produkte gekauft. Deswegen ist es dringend an der Zeit, dass der ökologische Landbau stärker gefördert wird. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So können auf diesem Land die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Der Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und wieder Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.


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