Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung 2018 in Nordrhein-Westfalen liegen vor

Die aktuellen Nitrat-Messwerte für 2018 sind ausgewertet. Es zeigte sich wieder, dass noch viel gemacht werden muss. So fanden wir in diesem Jahr im Brüggener Ortsteil Born einen Nitratwert von 264 mg/l. Dies ist unser diesjähriger Spitzenwert für NRW. Aber nicht nur einzelne Brunnen sind belastet. Insgsamt fanden wir in 20% der untersuchten Brunnen Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l. Die Verteilung der Belastung in den einzelnen Regionen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl geordnet finden Sie in der beigefügten Tabelle.

Die Nitratkarte Nordrhein-Westfalen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nitratkarte Münsterland

 

Im Münsterland gibt es viele Massentierhaltungen. Dadurch kommt es zu einem hohen Anfall an Gülle, welche über die landwirtschaftlichen Flächen entsorgt werden muss. Besonders kritisch ist eine zu hohe Düngung auf Sandböden, wie sie im Münsterland häufig vorkommt. Durch starke Regenfälle wird das Nitrat besonders schnell in das Grundwasser ausgewaschen. Aber auch die Gärreste der Biogasanlagen stellen bei einer zu hohen Ausbringung an Nährstoffen eine Gefahr für das Grundwasser dar.

 

Auffallend sind auf unserer Nitratkarte Gebiete mit einem sehr geringen Anteil von Brunnen über 50 mg/l Nitrat, bei gleichzeitiger intensiver Landwirtschaft. Der Ursache sind wir nachgegangen und stellten fest, dass hier im Grundwasser ein verstärkter Nitratabbau stattfindet. Bakterien im Grundwasser wandeln das Nitrat um. Dabei entsteht Eisen: Besonders hohe Eisenkonzentrationen stellten wir in den Bereichen im Münsterland dort fest, wo bisher kaum Nitratbelastungen vorliegen.

Die Nitratkarte Niederrhein

 

Bei unseren Messungen am Niederrhein haben wir weitläufig eine starke Grundwasserbelastung festgestellt. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Intensive Landwirtschaft mit vielen Massentierhaltungen und Biogasanlagen führt zu einer enormen Ausbringung an Gülle und Gärresten. Dazu kommt noch Gülle aus den Niederlanden, die auf den Feldern landet. Auch der Gemüseanbau trägt stark zur Nitratbelastung bei. Im Vergleich zu landwirtschaftlichen Hauptkulturen wie Getreide, Zuckerrüben oder Mais ist die Gefahr der Auswaschung von Nitrat bei den meisten Gemüsekulturen erhöht. Der Anbau von Zierpflanzen führt am Niederhein zu einem zusätzlichen Nitratbelastung des Grundwassers. Vor allem die Versickerung von Nährstoffen unter den Freilandstellfächen, auf denen die Pflanzen in Töpfen gedeihen, stellen ein sehr großes Problem dar.

Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen in NRW

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In der Tabelle sind die Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen für den Zeitraum 2015 bis 2017 statistisch aufbereitet. Räumlich wurden die untersuchten Brunnen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl zusammengestellt.

Folgende Informationen bekommen Sie in den einzelnen Bereichen:
Anteil der Proben mit Nitratkonzentrationen unter 25 mg/l, zwischen 25 und 50 mg/l, zwischen 50 und 100 mg/l und höher aufweisen. Auch der höchste Wert ist in dem Bereich angegeben.

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Das Grundwasser am Niederrhein - gebeutelt durch Landwirtschaft und den Gartenbau

Das Grundwasser am Niederrhein wird durch die Düngung in der Landwirtschaft und im Gartenbau stark belastet. Unsere Nitratkarte zeigt dies eindrucksvoll.

Die hohen Nitratwerte bedeuten für viele Gartenbesitzer eine eingeschränkte Nutzbarkeit ihres Brunnenwassers.

Immer wieder wird behauptet, dass die Gartenbesitzer selber der Grund für die Überdüngung des Grundwassers seien. Doch in der Karte sieht man deutlich die geringere Nitratbelastung in den Städten. So liegen in Mönchengladbach, Duisburg und Oberhausen nur sehr geringe Nitratkonzentrationen im Grundwasser vor. Wären die Gartenbesitzer die Hauptverursacher, gäbe es höhere Belastungen in diesen Gebieten.

 

Doch nicht nur Brunnenbesitzer bekommen die Nitratanreicherung zu spüren: Zu viel Nitrat im Grundwasser erhöht die Wasserpreise. Im schlimmsten Fall stehen die Wasserressourcen künftigen Generationen nicht mehr als Trinkwasser zur Verfügung.

Zudem sickert das belastete Grundwassser den Bächen und Flüssen zu und führt dort zu einer starken Nitratbelastung. Betroffen davon sind beispielsweise der Rhein und die Niers.

 

Die Novellierung der Düngeverordnung 2017 sieht nun klarere Regeln zum Düngen mit Gülle, Gärresten und Mineraldünger vor. Die Kontrollen sind jedoch noch unzureichend. Es werden nur die Aufzeichnungen der Betriebe überprüft. Der VSR-Gewässerschutz fordert Kontrollen durch staatliche Messungen direkt auf dem Feld

Ökologischen Landbau stärken

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Nordrhein-Westfalen. Dort werden nicht mal 6 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.“

 

Jahrzehntelang haben die landwirtschaftlichen Verbände darauf hingewiesen, dass sie produzieren, was die Bürger kaufen. Damit haben sie den Einkäufer für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Es werden wesentlich mehr ökologische Produkte gekauft. Deswegen ist es dringend an der Zeit, dass der ökologische Landbau stärker gefördert wird. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So können auf diesem Land die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Der Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und wieder Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.


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