Die neuesten Messergebnisse

Auch 2019 haben wir in Nordrhein-Westfahlen einige Informationsstände durchgeführt, bei denen Brunnenbesitzer ihr Wasser zur Untersuchung abgeben konnten. Hier erhalten Sie bereits die ersten Infos zu den festgestellten Nitratergebnissen. Eine ausführlichere Auswertung der Messwerte erfolgt dann in den Wintermonaten.

Germersheim

Von 54 untersuchten Brunnen aus dem Raum Lustadt/Lingenfeld/Erlenbach überschritt fast jeder vierte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Freimersheim mit 253 mg/l Nitrat, in Lustadt mit 180 mg/l, in Lingenfeld mit 85 mg/l und in Erlenbach mit 83 mg/l.

Bad Dürkheim

Von 33 untersuchten Brunnen aus dem Raum Bad Dürkheim/Ellerstadt/Wachenheim überschritt fast jeder zweite den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastente Brunnen fanden wir in Weißenheim am Sand mit 270 mg/l Nitrat, Weisenheim am Berg mit 108 mg/l, Bad Dürkheim mit 127 mg/l, in Friedelsheim mit 94 mg/l, in Ellerstadt mit 130 mg/l, in Freinsheim mit 109 mg/l und in Dackenheim mit 118 mg/l.

Wörrstadt

Von 58 untersuchten Brunnen aus dem Raum Wörrstadt/Saulheim/Gau-Weinheim/Gau-Odernheim überschritt jeder zweite den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastente Brunnen fanden wir in Gau-Odernheim mit 300 mg/l Nitrat, in Saulheim mit 216 mg/l, Wörrstadt mit 153 mg/l, in Spiesheim mit 159 mg/l, in Bechtolsheim mit 112 mg/l, in Framersheim mit 149 mg/l, in Eckelsheim mit 134 mg/l und in Gumbsheim mit 128 mg/l.

Worms

Von 39 untersuchten Brunnen aus dem Raum Worms/Bobenheim-Roxheim/Monsheim überschritt jeder dritte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastente Brunnen fanden wir in Heppenheim mit 137 mg/l Nitrat, in Roxheim mit 124 mg/l, Bobenheim mit 93 mg/l, in Worms mit 109 mg/l, in Horchheim mit 78 mg/l, in Monsheim mit 67 mg/l und in Wies-Oppenheim mit 109 mg/l.

Bad Sobernheim

Von 36 untersuchten Brunnen aus dem Raum Bad Sobernheim/Meddersheim/Staudernheim überschritt jeder fünfte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastente Brunnen fanden wir in Staudernheim mit 91 mg/l Nitrat, in Pferdsfeld 63 mg/l, in Steinhardterhof mit 74 mg/l, in Meddersheim mit 73 mg/l, in Monzingen mit 60 mg/l und in Merxheim mit 59 mg/l.

Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung 2018 in Rheinland-Pfalz und Saarland liegen vor

Die aktuellen Nitrat-Messwerte für 2018 sind ausgewertet. Es zeigte sich wieder, dass noch viel gemacht werden muss. So fanden wir in diesem Jahr in Hochdorf-Assenheim einen Nitratwert von 283 mg/l. Dies ist unser diesjähriger Spitzenwert für Rheinland Pfalz. Aber nicht nur einzelne Brunnen sind belastet. Insgsamt fanden wir in 38% der untersuchten Brunnen in der Rheinebene Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l. Die Verteilung der Belastung in den einzelnen Regionen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl geordnet finden Sie in der beigefügten Tabelle.

Die Nitratkarte Rheinland-Pfalz

Die Messungen aus den Jahren 2012 bis 2018 zeigen deutlich die Belastung im süd-östlichen des Landes in den Regionen Rheinhessen und Pfalz speziell Vorderpfalz. Rheinhessen ist mit 26.563 Hektar Rebfläche das größte Weinbaugebiet und die intensive Landwirtschaft macht ca. 54 % der Fläche aus. Gleichzeitig bildet die Region auch die am wenigste bewaldetste Region Deutschlands. So gibt es in der Region wenig Ausgleichsflächen in denen weniger gedüngt wird. Die Pfalz bildet das zweitgrößte Weinanbaugebiet und in den Rheineben wird intensive Landwirtschaft bei der vorwiegend Gemüse und Hackfrüchte angebaut werden betrieben.

 

 

Ergebnisse unserer Untersuchungen in Rheinland-Pfalz und Saarland

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In der Tabelle sind die Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen für den Zeitraum 2015 bis 2017 statistisch aufbereitet. Räumlich wurden die untersuchten Brunnen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl zusammengestellt.

Folgende Informationen bekommen Sie in den einzelnen Bereichen:
Anteil der Proben mit Nitratkonzentrationen unter 25 mg/l, zwischen 25 und 50 mg/l, zwischen 50 und 100 mg/l und höher aufweisen. Auch der höchste Wert ist in dem Bereich angegeben.

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Umdenken bei Handel und Verbraucher notwendig

Gemüse, das für die Discounter produziert wird, muss perfekt aussehen. Wenn es optisch nicht vollständig den Erwartungen der Händler entspricht, bekommt der Verbraucher gar nicht erst die Chance Flecken, Farbabweichungen oder zu klein geratenes Gemüse zu akzeptieren. Leider schrecken viele Verbraucher auch vor einem Kauf zurück. Es wird zu sehr auf das Aussehen statt auf Frische und Geschmack gesetzt. Auf dem Wochenmarkt zeigt sich allerdings, dass Bürger mit dem Wissen von einem geringerem Düngereinsatz dieses Gemüse kaufen. Der VSR-Gewässerschutz fordert ein Umdenken im Handel und beim Verbraucher.

 

Pflanzen, die nicht vermarktet werden können, verbleiben auf dem Feld und werden gar nicht erst geerntet. Die sogenannten Erntereste werden bis in den Herbst hinein in Stickstoff umgewandelt und im Winter, wenn keine Pflanzen wachsen, ins Grundwasser ausgewaschen. Gemüsebauer sind genötigt, eine durchgehend hohe Qualität zu gewährleisten. Deswegen werden die Pflanzen zum Teil bis zur Ernte mit hohen Düngegaben versorgt. Dadurch sind nach der Ernte große Stickstoffmengen übrig, die letztendlich das Brunnenwasser der Gartenbesitzer belasten. Es ist dringend nötig die Stickstoffüberschüsse zu reduzieren. Dies kann jedoch nur funktionieren, wenn nicht nur erstklassig aussehendes Gemüse gekauft wird. Ansonsten müssen Gemüsebauer Angst vor Ertragseinbußen haben, wenn sie die festgesetzten Düngehöchstmengen der Düngeverordnung einhalten.

 

Der VSR-Gewässerschutz sieht gerade im Gemüseanbau einen dringenden Handlungsbedarf. Denn im Vergleich zum Anbau von Getreide und anderen landwirtschaftlichen Feldfrüchten ist die Gefahr der Nitratauswaschung bei den meisten Gemüsekulturen deutlich erhöht. Der VSR-Gewässerschutz fordert, dass Politiker, Verbände der Gemüsebauer und der Handel Lösungen suchen, um die Nitratbelastung des Grundwassers zu verringern.

Ökologischen Landbau fördern

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt es deswegen, dass sich ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen. Im Saarland werden bereits auf etwa 16 % der landwirtschaftlichen Flächen Bio-Lebensmittel erzeugt. Damit liegt das Saarland zusammen mit Hessen an der Spitze der Bundesländer in der regionalen Versorgung. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD wurde 2017 das ehrgeizige Ziel „25% Flächenanteil bis 2022“ festgeschrieben. Besonders gefördert soll dabei die Umstellung konventionell wirtschaftender Betrieb auf die ökologische Wirtschaftsweise. Aber auch viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren Flächen. Die Landesregierung hat jedoch keinen Einfluss auf die Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen.

 

Inzwischen wird der große Bedarf an Bio-Lebensmitteln mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt. Viele Öko-Landwirte möchten ihre Region mit lokal erzeugtem Getreide fürs Brot, Milch, Eiern und Fleisch versorgen. Die Bürger bekämen gesunde, regionale Lebensmittel und das Grundwasser wäre weniger belastet. Doch gerade von diesen Landwirten erfährt der VSR-Gewässerschutz immer wieder, dass sie gar nicht mehr Bio-Produkte erzeugen können, weil ihnen die Anbauflächen fehlen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden sollten diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So könnten auf diesen Flächen die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Gleichzeitig können sich die Gartenbesitzer über eine geringere Nitratbelastung ihres Brunnenwassers freuen und mehr Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.

 


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