Die neuesten Messergebnisse

Auch 2019 haben wir in Sachsen-Anhalt einige Informationsstände durchgeführt, bei denen Brunnenbesitzer ihr Wasser zur Untersuchung abgeben konnten. Hier erhalten Sie bereits die ersten Infos zu den festgestellten Nitratergebnissen. Eine ausführlichere Auswertung der Messwerte erfolgt dann in den Wintermonaten.

Labormobil in Kemberg

Von 32 untersuchten Brunnen aus dem Raum Kemberg/Bad Schmiedeberg/Wittenberg überschritt fast jeder fünfte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Ogkeln mit 138 mg/l Nitrat, in Trebitz mit 98 mg/l, in Dabrun mit 69 mg/l, in Lammsdorf mit 52 mg/l in Bergwitz mit 68 mg/l und in Rehsen mit 90 mg/l

Labormobil in Merseburg

Von 50 untersuchten Brunnen aus dem Raum Merseburg/Leuna/Schkopau überschritt jeder fünfte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Schafstädt mit 127 mg/l Nitrat, in Atzendorf mit 92 mg/l, in Merseburg mit 95 mg/l, in Döllnitz mit 101 mg/l, in Freiimfelde mit 116 mg/l, in Schotterey mit 121 mg/l und in Bad Lauchstädt mit 125 mg/l.

Labormobil in Burg

Von 88 untersuchten Brunnen aus dem Raum Burg und Möckern überschritt fast jeder zwölfte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Burg mit 162 mg/l Nitrat, in Salbke mit 139 mg/l,in Hohenwarthe mit 105 mg/l, in Schartau mit 152 mg/l, in Parchau mit 122 mg/l, in Parey mit 68 mg/l und in Drewitz mit 91 mg/l.

Labormobil in Magdeburg

Von 165 untersuchten Brunnen aus dem Raum Magdeburg und Hohendodenlebens überschritt jeder fünfte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders  belastete Brunnen fanden wir in Diesdorf mit 180 mg/l Nitrat, in Haldensleben mit 132 mg/l, in Stadtfeld mit 137 mg/l, in Magdeburg mit 97 mg/l, in Ottersleben mit 140 mg/l und in Hohendodenleben mit 123 mg/l.

Labormobil in Haldensleben

Von 155 untersuchten Brunnen aus dem Raum Haldensleben/Calvörde/Hillersleben überschritt fast jeder dritte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Rottmersleben mit 319 mg/l Nitrat, in Hohenwarsleben mit 172 mg/l, in Hermsdorf mit 168 mg/l, in Bebertal mit 155 mg/l, in Erxleben mit 201 mg/l, in Etingen mit 211 mg/l und in Mannhausen mit 146 mg/l.

Labormobil in Arendsee

Von 102 untersuchten Brunnen aus dem Raum Arendsee/Altmärkische Höhe/Salzwedel überschritt fast jeder fünfte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Schenklenhorst mit 134 mg/l Nitrat, in Kossebau mit 71 mg/l, in Zießau mit 96 mg/l, in Arendsee mit 110 mg/l, in Genzien mit 78 mg/l, und in Neulingen mit 99 mg/l.

Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung 2018 in Sachsen-Anhalt

Die aktuellen Nitrat-Messwerte von 2018 zeigen wieder, dass noch viel gemacht werden muss. So fanden wir in diesem Jahr im Calber Ortsteil Trabitz einen Nitratwert von über 300 mg/l. Dies ist unser diesjähriger Spitzenwert für Sachsen Anhalt. Aber nicht nur einzelne Brunnen sind belastet. Insgsamt fanden wir in 28% der untersuchten Brunnen Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l. Die Verteilung der Belastung in den einzelnen Regionen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl geordnet finden Sie in der beigefügten Tabelle.

Die Nitratkarte Sachsen Anhalt

 

Wir fanden bei unseren Messungen von 2015 bis 2018 in Sachsen-Anhalt, wie in den Jahren zuvor, hohe Nitratbelastungen im Grundwasser. Dabei stellten wir fest, dass die Höhe der Nitratbelastung des Grundwassers stark von der Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen abhängig ist. Bei Wiesen und Weiden, dem sogenannten Grünland, ist die Gefahr der Nitratauswaschung wesentlich geringer als bei Ackerland. Da Sachsen-Anhalt bei seinen landwirtschaftlichen Flächen im Verhältnis zu den anderen Bundesländern viel zu wenig Grünland aufweist, findet dort auch eine sehr hohe Nitratverlagerung ins Grundwasser statt. Wir stellten in den Kreisen, die einen sehr geringen Anteil von Grünland an den landwirtschaftlichen Nutzflächen aufweisen, sehr hohe Belastungen fest.

Pressemitteilung zur Nitratkarte von Sachsen-Anhalt 2015

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Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen in Sachsen-Anhalt

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In der Tabelle sind die Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen für den Zeitraum 2015 bis 2017 statistisch aufbereitet. Räumlich wurden die untersuchten Brunnen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl zusammengestellt.

Folgende Informationen bekommen Sie in den einzelnen Bereichen:
Anteil der Proben mit Nitratkonzentrationen unter 25 mg/l, zwischen 25 und 50 mg/l, zwischen 50 und 100 mg/l und höher aufweisen. Auch der höchste Wert ist in dem Bereich angegeben.

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Unsere Forderung: Rahmenbedingungen für den ökologischen Landbau in Sachsen-Anhalt müssen verbessert werden!

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Sachsen-Anhalt. Dort werden nicht mal 7 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.

 

Jahrzehntelang haben die landwirtschaftlichen Verbände darauf hingewiesen, dass sie produzieren, was die Bürger kaufen. Damit haben sie den Einkäufer für die Grundwasserbelastung verantwortlich gemacht. Viele Bürger ernähren sich heute jedoch anders als vor 20 Jahren. Es werden wesentlich mehr ökologische Produkte gekauft. Deswegen ist es dringend an der Zeit, dass der ökologische Landbau stärker gefördert wird. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So können auf diesem Land die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Der Gartenbesitzer kann sich über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und wieder Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.

 


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