Die neuesten Messergebnisse

Auch 2019 haben wir in Thüringen einige Informationsstände durchgeführt, bei denen Brunnenbesitzer ihr Wasser zur Untersuchung abgeben konnten. Hier erhalten Sie bereits die ersten Infos zu den festgestellten Nitratergebnissen. Eine ausführlichere Auswertung der Messwerte erfolgt dann in den Wintermonaten.

Labormobil in Gera

Von 102 untersuchten Brunnen aus dem Raum Gera/Kraftsdorf/Bad Köstritz überschritten fast jeder achte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung.  Besonders belastete Brunnen fanden wir in Thieschütz mit 225 mg/l Nitrat, in Bad Köstritz mit 102 mg/l, in Lengefeld mit 158 mg/l, in Dürrenebersdorf mit 132 mg/l und in Kaltenborn mit 92 mg/l.

Erfurt

Von 44 untersuchten Brunnen aus dem Raum Erfurt/Riethnordhausen/Gebesee überschritt fast jeder dritte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastende Brunnen fanden wir in Dittelstedt mit 235 mg/l Nitrat, in Wandersleben mit 100 mg/l, in Marbach mit 198 mg/l, in Ballhausen mit 198 mg/l, in Riethnordhausen mit 73 mg/l und in Kleinrudestedt mit 138 mg/l.

Labormobil in Weimar

Von 117 untersuchten Brunne aus dem Raum Weimar/Blankenhain/Heideland überschritt fast jeder vierte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Tiefurt mit 197 mg/l Nitrat, in Eleringsdorf mit 60 mg/l, in Blankenhain (Neubaugebiet) mit 108 mg/l und in Rudelsdorf mit 77 mg/l.

Labormobil in Nordhausen

Von 165 untersuchten Brunnen aus dem Raum Nordhausen/Harztor/Heringen überschritt jeder dritte den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. Besonders belastete Brunnen fanden wir in Uthleben mit 215 mg/l Nitrat, in Hain mit 135 mg/l, in  Werther mit 190 mg/l, in Großwechsungen mit 206 mg/l, in Hesserode mit 167 mg/l, in Roßla mit 156 mg/l und in Hachelbich mit 202 mg/l.

Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung 2018 in Thüringen

Die Nitrat-Messwerte von  2018 zeigen wieder, dass noch viel gemacht werden muss. So fanden wir in diesem Jahr in Hohengandern einen Nitratwert von über 300 mg/l. Dies ist unser diesjähriger Spitzenwert für Thüringen. Aber nicht nur einzelne Brunnen sind belastet. Insgsamt fanden wir in 31% der untersuchten Brunnen im Norden von Thüringen Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l.

Nitratkarte Thüringen

In Thüringen wird rund ein Viertel der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Gerade in den rot markierten Bereichen in der Karte ist jedoch eine wesenlich höhere Dichte an  landwirtschaftlichen Betrieben anzutreffen. Es gibt sehr wenig Bio-Landwirtschaft. Thüringen hat prozentual am zweit wenigsten, gerade einmal 4,8% der landwirtschaftlich genutzten Flächen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen in Thüringen

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In der Tabelle sind die Ergebnisse unserer Grundwasseruntersuchungen für den Zeitraum 2015 bis 2017 statistisch aufbereitet. Räumlich wurden die untersuchten Brunnen nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl zusammengestellt.

Folgende Informationen bekommen Sie in den einzelnen Bereichen:
Anteil der Proben mit Nitratkonzentrationen unter 25 mg/l, zwischen 25 und 50 mg/l, zwischen 50 und 100 mg/l und höher aufweisen. Auch der höchste Wert ist in dem Bereich angegeben.

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Ökologischen Landbau fördern

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt deswegen, dass ökologisch erzeugte Produkte in den letzten Jahren immer stärker gefragt sind. Das freut uns als Gewässerschützer. Jedoch verbessert die Nachfrage für ökologisch erzeugte Produkte nicht die Grundwasserqualität in Thüringen. Dort werden nicht mal 6 % der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt. Mit einem Ökoaktionsplan strebt die Landesregierung Thüringen das Ziel an, dass noch mehr Landwirte ökologisch wirtschaften. Die Landesregierung hat jedoch keinen Einfluss auf die Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen. Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren Flächen.

 

Inzwischen wird der große Bedarf an Bio-Lebensmitteln mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt. Viele Öko-Landwirte möchten ihre Region mit lokal erzeugtem Getreide fürs Brot, Milch, Eiern und Fleisch versorgen. Die Bürger bekämen gesunde, regionale Lebensmittel und das Grundwasser wäre weniger belastet. Doch gerade von diesen Landwirten erfährt der VSR-Gewässerschutz immer wieder, dass sie gar nicht mehr Bio-Produkte erzeugen können, weil ihnen die Anbauflächen fehlen. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden sollten diese Betriebe unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. So könnten auf diesen Flächen die Wünsche der Bürger berücksichtigt werden. Gleichzeitig können sich die Gartenbesitzer über eine geringere Nitratbelastung ihres Brunnenwassers freuen und mehr Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen.

 


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