Nordsee eutrophiert: Messfahrten zeigen Handlungsbedarf bei den zufließenden Flüssen

Im Juli 2008 trat bereits die EU-Meeresstrategie-rahmenrichtlinie in Kraft. In ihr wurde das Ziel festgelegt, dass sich bis 2020 die Meere in einem guten Umweltzustand befinden. Bis dahin ist die vom Menschen verursachte Eutrophierung auf ein Minimum zu senken. Nun haben wir bereits 2019 und die Nitratkonzentrationen aus den Flüssen in die Nordsee haben sich nicht signifikant geändert.

 

Die Schaumalge ist in der Nordsee immer noch allgegenwärtig.

Grünalgen bedecken häufig mattenartig den Wattboden und beeinträchtigen Bodenfauna und Seegraswiesen.

In der Deutschen Bucht tritt im Sommer immer wieder Sauerstoffmangel in bodennahen Wasserschichten auf.

Elbe bringt zu viele Nitrate -

 Rhein ist an der niederländischen Grenze zu hoch belastet

Bei der Messfahrt 2012 stellten wir in der Mittel- und Unterelbe zu hohe Nitratbelastungen fest. Im gesamten Untersuchungsbereich lagen die Nitratkonzentrationen im Elbwasser teilweise weit oberhalb der Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA). Nach diesen sollte die Nitratkonzentration einen Wert von 11 Milligramm pro Liter (mg/l) im Fluss nicht überschreiten.

Grund sind die hohen Nitratbelastungen des zusickernden Grundwasser im Elbeeinzugsgebiet. Während am Rhein vor allem die hohen Belastungen aus den Nebenflüssen stammen, führt die Havel als großer Nebenfluss in der Elbe zu einer Verringerung der Nitratbelastung. In der Havel findet aufgrund der Uferstruktur eine guter Nitratabbau statt.

 

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Auch Linkselbisches Grundwasser belastet

Nach dem Zufluss der Havel sank die Nitratkonzentration auf 12 Milligramm pro Liter ab. Im weiteren Verlauf stieg die Belastung aber wieder bis im Raum Bleckede auf über 13 Milligramm an. Auch dies korreliert mit den hohen Grundwasserwerten im Elbeumland. Linkselbisch im Raum Salzwedel – Lüchow lagen in einem Drittel der Grundwasserproben Nitratgehalte von über 25 Milligramm vor. Auch im Gebiet von Mecklenburg-Vorpommen zwischen Wittenberge und Boizenburg wurde eine derartig hohe Grundwasserbelastung festgestellt. Die gefundenen höchsten Nitratwerte liegen mit 147 mg/l in Wallstawe, 140 mg/l in Pretzier und 124 mg/l in Boizenburg. Die Grundwasserbelastung mit Nitraten ist somit niedriger als im südlich angrenzendem Untersuchungsgebiet, was sich auch in der geringeren Belastung des Elbewassers niederschlägt.

Schwankende Werte

In Lauenburg nach dem Zufluss von Sude und Stecknitz konnten in der Elbe niedrigere Nitratkonzentrationen von 11,4 mg/l gefunden werden. Bis Wedel unterhalb von Hamburg stieg die Belastung aber wieder auf 12,9 mg/l an. Auch in diesem Bereich ist eine erhöhte Nitratbelastung im Grundwasser feststellbar. In jeder dritten Grundwasserprobe wurde die Grenze von 25 Milligramm pro Liter überschritten.Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen neben dem Zusammenhang zwischen Grund- und Elbewasserbelastungen außerdem, dass der in der Wasserrahmenrichtlinie festgelegte Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter zu hoch ist. Diesen Wert übertrafen im gesamten Untersuchungsgebiet nur 18 % der Grundwasserproben. Trotzdem kommt es in der Elbe immer wieder zu den starken Anstiegen von 1,2 mg/l zwischen Wittenberge und Bleckede sowie von 1,5 mg/l zwischen Lauenburg und Wedel.

 

Bei der Untersuchung im letzten Jahr wurde in der Elbe im Raum Magdeburg Nitratkonzentrationen von über 16 mg/l gemessen. Dass dieser Wert bis Hamburg nicht weiter anstieg, ist nur den zufließenden rechtselbischen Nebenflüssen zu verdanken, die Wasser mit geringerer Nitratbelastung zuführen. Die Belastungen im Grundwasser müssen dringend verringert werden!


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