Messfahrt an der Lippe

Im Februar 2018 führte der VSR-Gewässerschutz eine Messfahrt zur Bestimmung der Nitratbelastung an der Lippe durch. Bei ihren Untersuchungen stellten sie im Vergleich zur Messfahrt 2009 einen Anstieg der Nitratkonzentration fest. So wurde damals in der Lippequelle eine Nitratkonzentration von 19,9 mg/l und bei der Mündung in den Rhein eine Nitratkonzentration von 24,1 mg/l festgestellt. Bei der aktuellen Messfahrt lagen die Nitratwerte um etwa 2 mg/l höher. Dieser Anstieg zeigt deutlich, dass weitere Maßnahmen zur Verbesserung unserer Gewässer durchgeführt werden müssen.

Hohe Nitratbelastung in der Lippe

Bereits die Karstquelle der Lippe in Bad Lippspringe ist mit 22.2 mg/l Nitrat belastet. Bis nach Paderborn bleibt die Belastung unverändert hoch. Durch den Zufluss der Pader mit 30,4 mg/l und der Alme mit 31,3 mg/l erreicht die Lippe mit einer Nitratkonzentration von 29,3 mg/l die höchste gemessene Belastung. Auf dem Weg zum Lippesee fließt die Lippe durch viele Grünflächen und kleine Wälder was zu einer Reduzierung der Nitratwerte führt. Der Zufluss des Lippesees der mit 14,2 mg/l deutlich geringer belastet ist, ließ die Nitratkonzentration in der Lippe weiter absinken. Mit einer Nitratkonzentration von 26,5 mg/l fließt die Lippe nun in Richtung Lippstadt.

 

Auf der weiteren Fließstrecke steigen die Werte wieder auf 27,7 mg/l an.Trotz dem Zufluss der Glenne, die mit 20,8 mg/l belastet ist, kommt es zu keiner merklichen Absenkung der Nitratwerte. Bis zur Messtelle Fährstraße in Hamm sinken die Nitratwerte der Lippe  auf 26,7 mg/l. Durch die stark belastete Ahse, die den zweit wasserreichsten Nebenbach bildet und mit 34,9 mg/l belastet ist, steigt die Belastung der Lippe jedoch wieder auf 28,8 mg/l. Bis nach Bergkamen sinkt der Wert geringfügig auf 28,3 mg/l. Dieser Wert bleibt bis zur Mündung der Seseke ungefähr gleich. Mit 23,8 mg/l Nitrat im Wasser der Seseke verringert sich die Belsatung des Flusses auf 27,9 mg/l. Daraufhin steigt die Nitratkonzentration zwischen Lünen und Datteln-Ahsen wieder auf 28,9 mg/l.

 

Ab hier fließt die Lippe am nördlichen Rand des Städtekomplexes Ruhrgebiet weiter. Der wasserreichste Nebenfluss, die mit 27,4 mg/l belastete Stever, senkt den Wert der Lippe auf 27,8 mg/l. Im weiteren Verlauf sinkt die Nitratbelastung bis nach Krudenburg immer weiter, bis auf 26,6 mg/l. Nach dem Passieren der Lippeauen mündet die Lippe letztlich mit 25,6 mg/l Nitrat in den Rhein.

 

Mit dieser hohen Nitratkonzentration belastet die Lippe den Rhein, der oberhalb der Mündung nur eine Nitratkonzentration von 15,1 mg/l aufweist. Somit hat auch die Lippe einen Anteil an der Eutrophierung der Nordsee.

Erhebliche Belastung der Nebenflüsse

Betrachtet man den Verlauf der Nitratkonzentration, stellt man fest, dass ein großer Teil der Nitratbelastung durch die linken Nebenflüsse entsteht. Angefangen mit der Pader und Alme, die im Oberlauf eine große Wasserzufuhr bilden. Beide Flüsse sind stark belastet mit ungefähr 30 mg/l Nitrat und tragen so zur Nitratbelastung der Lippe, des Rheins und schlussendlich der Nordsee bei. Mit Einmünden der Ahse mit 34,9 mg/l in die Lippe kommt es dort wieder zum einem steigen der Nitratwerte. Die Stever ist mit 27,4 mg/l Nitrat der stärkste belastete rechte Nebenfluss der Lippe und trägt dank noch höherer Nitratkonzentration in der Lippe zur senkung bei. Doch dieser Umstand ändert nichts an der Sache, dass auch die Stever deutlich zu hoch belastet ist.

Renaturierung und Flussauen zeigen Wirkung

 

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass in den Bereichen der Lippeauen und der renaturierten Flächen die Nitratkonzentration sinkt. Das belegt, welche Bedeutung renaturierte Gebiete und Flussauen haben: Sie sorgen für einen Abbau von Nährstoffen, sind ein natürlicher Überschwämmungsschutz und bieten vielen Pflanzen und Tieren ein Zuhause. Grade durch die hohen festgestellte Belastung sind weitere Renaturierungsmaßnahmen an der Lippe und ihren Nebenbächen erforderlich.

 


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