Landwirtschaft verliert zu viel Nitrate - diese fanden wir in der Niers

 

 

Wir führten im April 2018 wieder eine Messfahrt an der Niers von Mönchengladbach bis zur Mündung in die Maas durch.

Die Politik muss handeln!

 

Erschreckenderweise stellten wir fest, dass sich die Nitratkonzentration auf dieser Strecke verdoppelt. Es zeigte sich, dass die hohen Nitratbelastungen im Grundwasser am Niederrhein auch erhebliche Auswirkungen auf die Wasserqualität der Niers haben. Es fehlen Kontrollen, welche Düngemengen tatsächlich auf den Feldern landen. Selbst die Gülleimporte aus den Niederlanden werden nur unzureichend dokumentiert.  Die Kreisverwaltungen haben bisher keine Möglichkeit das Aufbringen von Gülle auf den landwirtschaftlichen Flächen zu kontrollieren. Wir fordert die Landesregierung in NRW auf, den Kreisen eine Kontrollmöglichkeit zu geben.

 

Nitratkonzentration verdoppelt sich

Bereits in Viersen ist die Niers bereits mit 12,9 mg/l Nitrat belastet. Im weiteren Verlauf erhöht sich die Nitratkonzentration bis Grefrath auf 13,7 mg/l. Nach dem Zufluss der Nette in Wachtendonk mit 18,3 mg/l steigt in der Niers die Belastung in Straelen auf 17,2 mg/l Nitrat an. In Geldern stellten die Gewässerschützer dann bereits eine Nitratkonzentration von 17,7 mg/l fest. Bis Weeze bleibt diese Belastung nun in der gleichen Höhe. Auffallend ist der extreme Anstieg von Weeze bis Goch auf 21,6 mg/l Nitrat. Besonders viel Nitrat hat in dem Bereich die Kervenheimer Mühlenfleuth mit 28,2 mg/l. In Kessel fanden die Gewässerschützer in der Niers bereits 24,6 mg/l und in Ottersum 26,7 mg/l Nitrat. Vor dieser Messtelle fließt die mit 50,7 mg/l belastete Kendel zu. Im weiteren Verlauf in den Niederlanden kommt es bis zur Mündung in die Maas zu keinem weiteren Anstieg der Nitratkonzentration.

Niers belastet Maas

Die Niers überschreitet die Grenzwerte der Oberflächengewässerverordnung fast um das doppelte. Demnach sollen alle Flüsse, wenn sie Deutschland verlassen einen Nitratmesswert unter 12,3 mg/l aufweisen. Die Niers ist auch wesentlich stärker belastet als die aufnehmende Maas. Diese hat in Gennep nur eine Nitratkonzentration von 12,2 mg/l Nitrat.

Kreis Viersen als Vorreiter gegen Nitratbelastung

Durch den Zufluss der Niers kommen die Nährstoffe die einst per Gülle-LKW an den Niederrhein geschafft wurden teilweise wieder zurück. Allerdings zeigt es auch, dass das in den Niederlanden funktionierende Kontrollsystem in Deutschland fehlt. Bei uns liegt die Kontrolle außerhalb der Wasserschutzgebieten allein bei der Landwirtschaftskammer. Das hier der Erfolg ausbleibt ist nicht verwunderlich. Als berufsständische Selbstverwaltungskörperschaft bilden hier Landwirte und Gärtner die ehrenamtliche Entscheidungsgremien.

 

Das möchte der Kreisausschuss in Viersen nicht mehr länger hinnehmen und beschloss einen 5-Punkte-Plan. Besonders wichtig ist uns für eine Verringerung der Nitratkonzentrationen in der Niers die lückenlose Kontrolle des Umschlags und der Verwendung von Düngemitteln. Diese Aufgabe soll nach dem Viersener 5-Punkte-Plan künftig durch eine Zusammenarbeit der Landesregierung mit der jeweiligen zuständigen unteren Umweltschutzbehörde des Kreises erfolgen. Doch dafür bedarf es noch einer Änderung der Zuständigkeitsregelungen in Bezug auf die Kontrolle der düngerechtlichen Vorschriften und die Ahndung von Verstößen. Um diese wichtige Forderung bei der Landesregierung einzureichen ist es nötig, dass nun endlich auch der Kreistag in Viersen dem Vorschlag des Kreisausschusses zustimmt. Außerdem sollte der Kreistag des Kreis Kleve sich dringend mit dem Thema beschäftigen und so dem Vorbild des Nachbarkreises folgen.


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