Messfahrt an der Rur

Eine Messfahrt führte der VSR-Gewässerschutz im November 2011 an der Rur durch. Wir  ergründeten, ob die bisherigen Renaturierungsmaßnahmen an der Rur schon zu einer Reduzierung der Nitratbelastung geführt haben.

Erste Erfolge

Die Untersuchungen begannen im Nideggener Ortsteil Brück und führten wir bis zur Rur - Mündung nach Roermond. Die festgestellten Nitratkonzentrationen schwankten bis in den Raum Jülich um 7 Milligramm pro Liter (mg/l), bevor ein Anstieg der Belastung im Raum Linnich festgestellt wurde. In Sint Odilienberg lagen die Nitratwerte im Rur-Wasser dann schon bei 10,7 mg/l, bevor die Konzentration bis zur Mündung in Roermond wieder geringfügig auf 9,8 mg/l fiel. Gegenüber früheren Messungen konnte der Verein der Rur eine geringere Nitratbelastung attestieren. Die durchgeführten Renaturierungsmassnahmen scheinen erste Erfolge zu liefern.

Hochwasserschutz und Nitratfilter

Der VSR-Gewässerschutz weist seit langem darauf hin, dass Renaturierungsmaßnahmen neben dem verbesserten Hochwasserschutz auch zu einer größeren Selbstreinigung der Flüsse führt. Die reaktivierten Auen bilden einen Flächenfilter dar, der zur Reduzierung der Nitratbelastung führt. Insofern ist die Renaturierung der Rur auch eine wichtige Maßnahme, um die Stickstoffbelastung in die Maas und letztendlich den Eintrag in die Nordsee zu reduzieren.

 

In den letzten Jahren sind an der Rur zahlreiche Maßnahmen durchgeführt worden. Sowohl die Altarmanbindungen als auch die Wiederherstellung von Überschwemmungsflächen an der Rur und den Nebenbächen führt dazu, dass mehr Nitrat entzogen wird. Bestimmte Mikroorganismen, die in der Lage sind Nitrat zu elementaren Stickstoff umzuwandeln, finden in naturnahen Flussauen optimale Lebensbedingungen.

Grundwasserqualität muss sich bessern

Als längerfristige Maßnahme fordern wir aber auch die Reduzierung der Grundwasserbelastung. In den Jahren 2010 und 2011 wurde das geförderte Wasser von 137 privater Brunnen im Einzugsgebiet der Rur untersucht. Gerade im Raum Heinsberg – Geilenkirchen wurde eine verhältnismäßig hohe Nitratbelastung im Grundwasser festgestellt. In über der Hälfte der untersuchten Brunnenwässer lag der Nitratwert oberhalb von 50 mg/l. Dieses Wasser sickert den Bächen im Einzugsgebiet zu und fließt dann zur Rur. So fanden wir im Wasser der Wurm mit 15 mg/l Nitrat noch immer eine viel zu hohe Belastung. Hier muss dringend bei der Ausbringung der Dünger darauf geachtet, dass die Nitratauswaschung ins Grundwasser verringert wird. Die Düngung sollte erst dann erfolgen wenn die Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen können.

 

Doch die Realität sieht anders: Kaum ist die Gülleaufbringung Anfang des Jahres wieder gesetzlich erlaubt, tuckern die Traktoren mit den Güllefässern über die zukünftigen Maisfelder. Da die Aussaat allerdings erst wenn der Boden warm genug ist und keine Gefahr mehr für Spätfrost besteht erfolgen kann, kommt es bei den nächsten starken Regenfällen zu einer vermehrten Nitratauswaschung ins Grundwasser. Gerade wenn die Einleitungen des nitratarmen Sümpfungswassers aus dem Braunkohletagebauen wegfallen, kann sich der  Zustand massiv verschlechtern. Wenn bis dahin die hohen Grundwasserbelastungen nicht verringert werden, ist wieder mit einem starken Anstieg der Nitratkonzentration in der Rur zu rechnen – die Belastung in der Wurm zeigt, welche Konzentration zu erwarten sind.


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