Auf der Suche nach den Ursachen der Nitratbelastung:

Hauptverursacher der Nitratbelastung in unserem Grundwasser ist die Agrarindustrie.

Das zeigen unsere Messwerte deutlich.

 

Die Agrarindustrie düngt die Felder nach wie vor mit wesentlich mehr Nährstoffen in Form von Gülle und Mineraldünger als die Pflanzen für das Wachstum benötigen. Auf diese Weise wird der höchstmögliche Ertrag garantiert. Das macht die Lebensmittelproduktion besonders billig. Und genau das fordern die Discounter von den Landwirten: Günstig produzierte Lebensmittel. Da sind die Auswirkungen für die Umwelt egal. Die Folge ist nicht nur eine Nitratbelastung des Grundwassers. Das nitratbelastete Grundwaser sickert den Bächen und Flüssen zu und gelangt so in die Nord- und Ostsee.

 

Dank der vielen Gartenbesitzer, die dieses Jahr wieder ihr Brunnenwasser zur Analyse an das Labormobil gebracht haben, können wir durch unsere Auswertung der Nitratwerte gut zeigen, dass der Hauptverursacher die Agrarindustrie ist.

 

Ein Erklärungsversuch der Landwirtschaftsverbände lautet, dass die hohen Nitratwerte Folge defekter Abwasserrohre oder die Überdüngung in privaten Gärten ist.

 

 

Fäkale Keime fehlen bei hoher Nitratbelastung: Defekte Abwasserrohre meistens auszuschließen

Der VSR-Gewässerschutz wurde in den letzten Wochen scharf von den Landwirtschaftsverbänden für die Aussage kritisiert, dass die intensive Landwirtschaft die Hauptursache der Nitratbelastung ist. Ihre Behauptung, dass die hohen Werte unter anderem die Folge defekter Abwasserrohre sind, widerlegt Dipl. Oecotroph. Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz: „Brunnenwasser, das durch Abwasser belastet ist, enthält Escherichia coli (E.coli). Das sind Darmbakterien, die immer im Abwasser festzustellen sind. Wenn die untersuchten Wasserproben mehrheitlich keine Belastung durch Bakterien aufweisen, ist davon auszugehen, dass das Grundwasser nicht durch Abwasser belastet wird."

Auch wenn so mancher Gartenbesitzer düngt:      Ohne Felder ist die Nitratbelastung gering

Ein weiteres Argument der Landwirtschaftsvertreter ist die Überdüngung in den privaten Gärten und Kleingartenanlagen. Hier hat sich der VSR-Gewässerschutz an Kleingartenanlagen in ganz Deutschland gewandt um festzustellen, ob dort hohe Belastungen zu finden sind. Gerade die städtischen Kleingärten ohne Landwirtschaft in der nahen Umgebung haben eine geringe Nitratbelastung. Diese Annahme bestätigt auch der Nitratbericht 2020 des Umweltbundesamtes: „Die Belastungsschwerpunkte mit Messstellen über 50 mg/l Nitrat treten dabei überwiegend unter landwirtschaftlicher Flächennutzung auf. Unter den Nutzungen Siedlung und Wald finden sich selten hoch belastete Messstellen.“
 

Hier sehen Sie selbst, dass die Fäkalkeime in den nitratbelasteten Brunnenwasserproben eher die Ausnahme sind:

Forchheim

 

Jede neunte der 90 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Bei keiner der Proben über dem Grenzwert wurden E.coli festgestellt.

Kalbe

 

Jede vierte der 105 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Nur bei einer Probe aus Altmersleben wurde E.coli festgestellt.

Neuss

 

Fast jede fünfte der 70 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Nur bei einer Probe aus Weckhoven wurde E.coli festgestellt.

Altenburg

 

Fast jede zweite der 14 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Nur bei einer Probe aus Nirkendorf wurde E.coli festgestellt.

Neustadt

 

Jede zweite der 56 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Bei keiner der Proben über dem Grenzwert wurden E.coli festgestellt.

Oschersleben

 

Fast jede zweite der 67 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

In allen Proben mit erhöhten Nitratwerten aus den Orten Wulferstedt, Ampfurth, Neindorf, Stemmern, Klein Oschersleben und Hordorf wurde keine Belastung mit E.coli festgestellt.

Petershagen

 

Jede vierte der 106 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

In allen Proben mit erhöhten Nitratwerten aus den Orten Frille, Maaslingen, Quetzen, Eldagsen, Wasserstraße, Meßlingen Hävern und Westenfeld wurde keine Belastung mit E.coli festgestellt.

Mühlhausen

 

Fast jede vierte der 87 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Bei keiner der Proben über dem Grenzwert wurde E.coli festgestellt.

Haldensleben

 

Jede vierte der 80 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Nur bei einer Probe aus Nordgermersleben wurde E.coli festgestellt.

Neuruppin

 

Fast jede sechste der 137 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Bei keiner der Proben über dem Grenzwert wurde E.coli festgestellt.

Rathenow

 

Jede achte der 59 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Bei keiner der Proben über dem Grenzwert wurde E.coli festgestellt.

Naumburg

 

Fast jede dritte der 38 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

In allen Proben mit erhöhten Nitratwerten aus den Orten Naumburg, Almrich, Pödelist und Storkau wurde keine Belastung mit E.coli festgestellt.

Sömmerda

 

Fast jede dritte der 59 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

In allen Proben mit erhöhten Nitratwerten aus den Orten Schloßvippach, Weißensee, Wundersleben, Eckstedt, Schwansee und Grünstedt wurde keine Belastung mit E.coli festgestellt.

Bad Salzungen

 

Jede vierte der 18 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Bei keiner der Proben über dem Grenzwert wurde E.coli festgestellt.

Xanten

Jede vierte der 77 Proben überschreitet den Nitratgrenzwert.

Nur bei einer Probe aus Drüpt wurde E.coli festgestellt.

Hier geht es zu den ausgewerteten Messdaten von diesem Jahr

Im Winter werden wir zusätzlich die Messwerte von 2020 auch wieder in neue interaktive Nitratkarten einarbeiten.

Messwerte im Grundwasser und in den Flüssen (klicken Sie auf Ihr Bundesland)


Anrufen

E-Mail