Nitratbelastung im Kreis Kleve

 

 

Die Ergebnisse unserer Wasser-Analysen aus privat genutzten Brunnen im Raum Geldern, Straelen, Wachtendonk, Kevelaer und Weeze ergaben eine deutliche Nitratbelastung im Grundwasser.

 

 

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Brunnenwasser-Analysen

im Kreis Kleve in den letzten 5 Jahren fest:

 

Jede 5. Probe überschreitet den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l Nitrat.

 

Grundwasser stellt die Trinkwasservorräte für die nachfolgenden Generationen dar - eine Verringerung der Belastung ist dringend erforderlich. 5% der Brunnenwasseruntersuchungen weisen sogar Nitratwerte von über   100 mg/l auf!

Nitratkarte von NRW

 

Die neue Nitratkarte von NRW ist leider immer noch vor allem eines: Rot. Das Ergebnis lässt wenig Anlass zur Freude: Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in  privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2021 gewonnen

Ursachen der Nitratbelastung

 

Die Landwirtschaft nimmt im Kreis Kleve eine große Fläche ein. Die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem durch eine Überdüngung der intensiv bewirtschafteten Ackerflächen zu erklären.

 

60% Landwirtschaft

Ein hoher Anteil an landwirtschaftlichen Flächen führt zu einer starken Nitratbelastung.

20% Siedlung & Verkehr

Je höher der Anteil der bebauten Flächen ist, umso geringer sind die Nitratbelastungen.

15% Wald

Unter Wald kommt es in der Regel zu geringeren Nitratauswaschungen.

 

 

5% Sonstige

Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen - hier findet kein auffälliger Nitrateintrag statt.

Quelle für Flächenanteile: Regionatlas Deutschland 2019

Viel Ackerfläche - wenig Grünland

 

Im Kreis Kleve bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 70 % aus Ackerflächen. Dort ist die Gefahr der Nitratauswaschung höher als unter Grünland. Das liegt daran, dass Grünland eine ganzjährige ununterbrochene Begrünung der Fläche mit einer intensiven Durchwurzelung aufweist und dadurch das Nitrat aus dem Dünger weniger ausgewaschen wird. Das ist bei Ackerflächen nicht der Fall. Besonders hoch ist die Nitratverlagerung im Winter unter Feldern, die keine Bodenbedeckung aufweisen. Deshalb müssen dringend Zwischenfrüchte angebaut werden, die bei Regenfällen die Nitratverlagerung ins Grundwasser verhindern. Es darf im Winter keine Felder ohne Bewuchs geben.

 

Auf der landwirtschaftlichen Fläche im Kreis Kleve dominiert der Mais- und Weizenanbau.

Das stellt ein großes Problem für das Grundwasser dar.

 

39% der Ackerflächen für Mais

Gerade in der Nähe von Biogasanlagen wird besonders viel Mais produziert. Erfolgt die Ernte nach dem 1. Oktober, sieht man nur noch große Ackerflächen, die ab Winter bis weit ins Frühjahr keinen Bewuchs aufweisen. Selbst in Gegenden mit hohen Nitratbelastungen müssen gemäß aktueller Düngeverordnung dann keine Zwischenfrüchte mehr angebaut werden. Die überschüssigen Nitrate können dadurch nicht von Pflanzen zum Wachstum aufgenommen werden. Die Folge ist eine hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser. Biogasanlagen sollten dringend andere Substrate einsetzen, die weit weniger zur Nitratbelastung beitragen.

25% der Ackerflächen für Weizen

Häufig wird Weizen als Backweizen angebaut. Dieser bekommt eine extra Düngung, damit er die gewünschte Qualität aufweist. Diese zusätzliche Nährstoffgabe trägt zu einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers bei. Es wäre dringend nötig, den Anbau von Backweizen in Deutschland zu begrenzen. Dänemark ist hier ein gutes Beispiel. Damit sich die Nitratbelastung dort verringert, wurde in Dänemark der Anteil des Weizenanbaus stark reglementiert - mit Erfolg! Die Dänen stellen nun Backweizen überwiegend für den eigenen Bedarf her – und stoppten mit der Begrenzung den Export.

 

Nur 2% der Ackerflächen im Kreis Kleve ökologisch bewirtschaftet

 

Die Nitratbelastung der Gewässer wird unter ökologisch bewirtschafteten Flächen stark verringert. Der Öko-Landbau vermindert nach Untersuchungen des Thünen-Institutes (Bundesforschungsanstalt in Braunschweig) die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent. Damit tragen ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits heute dazu bei, dass den Gewässern weniger Nitrate zusickern. Es ist wichtiger denn je, eine nachhaltige und gewässerschonende Landwirtschaft zu unterstützen!

Quelle für Flächenanteile: Statistische Landesämter 2016/2019

Stoppt das Artensterben in nitratbelasteten Bächen und Flüssen!

 

Nitratbelastetes Grundwasser sickert den Bächen und Flüssen zu. Der hohe Nährstoffeintrag führt zu einer Eutrophierung der Gewässer. Dadurch hat sich die Artenvielfalt in den Gewässern bereits dramatisch verringert. Nach dem Nitratbericht 2020 des Umweltbundesamtes gelangen heutzutage 75 Prozent der Stickstoffbelastungen alleine von landwirtschaftlichen Flächen in die Oberflächengewässer. Die Nitratbelastung muss dringend verringert werden - nur so können wir den Lebensraum vieler bedrohter Arten erhalten!

Ist das Brunnenwasser zum Gießen von Gemüse geeignet? Dürfen meine Kinder im Brunnenwasser planschen? Kann ich das Wasser zum Tränken meiner Haustiere verwenden? Lassen Sie Ihr Brunnenwasser bei uns testen.

 

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Analyse

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