Parkplätze entsiegeln

Parkplätze sind häufig asphaltiert und damit versiegelt. Das schadet dem Mikroklima der Stadt. Außerdem kann Wasser nicht mehr von den Parkflächen aus in das Grundwasser gelangen. Es droht Hochwassergefahr. Eine Entsiegelung von Parkplätzen ist dringend nötig!

 

Bebauung und Versiegelung ist in Deutschland allgegenwärtig und für die Umwelt zum Problem geworden. 51.000 Quadratkilometer, 14 % der Fläche Deutschlands, sind Siedlungs- und Verkehrsflächen. Von diesen Flächen sind 45 % versiegelt. Wasser, das auf ihnen landet, kann nicht versickern. Stattdessen fließt es in die Kanalisation und von dort aus direkt in den nächsten Fluss oder Bach.

Ein Teil dieser versiegelten Flächen sind Parkplätze. Dabei können entsiegelte Parkflächen ihrem Zweck genauso gut nachkommen. Besonders in einer Stadt ist jede entsiegelte Fläche kostbar. Es sollten daher möglichst viele Parkplätze entsiegelt werden.

Versiegelung birgt Probleme

Für das Mikroklima in einer Stadt sind Asphaltflächen eine Katastrophe. Wer im Sommer schon einmal auf einem asphaltierten oder gepflasterten Platz stand, kennt das Phänomen: Steine strahlen deutlich mehr Wärme ab, als es Pflanzen oder Erde tun würden. Die Temperaturen sind nicht nur unangenehm – für Menschen mit schwachem Kreislauf wird die Hitze zu einer echten Gefahr. Erde und Pflanzen auf der anderen Seite sorgen für ein wohltuenderes Klima. Sie heizen sich nicht so stark auf. Außerdem verdunstet Wasser an ihren Oberflächen, wodurch die Umgebung abgekühlt wird.

Bei Regen leiten versiegelte Flächen das aufkommende Wasser direkt in die Kanalisation ab. Unterirdisch rauscht es sofort in den nächsten Fluss oder Bach. Dadurch kommt es bei Starkregen schneller zu Hochwasser und Überflutungen. Kann das Wasser an Ort und Stelle versickern, wird es dagegen zurückgehalten und Flüsse schwellen nicht so stark an. Außerdem wird das Grundwasser aufgefüllt und steht während trockener Zeiten zur Verfügung.

Entsiegelte Flächen helfen gegen Hitze, Trockenheit und Hochwasser. Es ist dringend nötig, die Versiegelungen in Städten und Dörfern zu reduzieren!

Parkplätze entsiegeln

Ein Teil der versiegelten Flächen sind Parkplätze. Dabei ist eine Entsiegelung, besonders für PKW-Parkplätze, gut umsetzbar. Eine Entsiegelung kann auf unterschiedliche Weisen erreicht werden. Welche Art der Entsiegelung geeignet ist, hängt auch davon ab, wie häufig der Parkplatz befahren wird.

Besonders  schön ist es, wenn die Parkplatzflächen nicht nur wasserdurchlässig, sondern auch grün werden. Dann sind sie für das Mikroklima der Stadt ein besonderer Zugewinn.

Begrünte Parkplätze können beispielsweise durch Schotterrasen erreicht werden. Wie der Name vermuten lässt, vereint er Schotter mit Rasen. Die Pflanzen wachsen in einem Gemisch aus Erde und Schotter, wodurch der Boden stabil ist und das Gewicht von Fahrzeugen aushält. Dieser Boden ist allerdings nur für Parkplätze geeignet, die nicht zu häufig befahren werden.

Eine andere Grüne Alternative sind Rasengittersteine. Auch sie lassen Wasser versickern und bringen Pflanzen auf die Flächen. Rasengittersteine sind belastbarer als Schotterrasen und deswegen auch für Parkflächen geeignet, die häufiger befahren werden.

Rasenfugenpflaster bieten Pflanzen die Möglichkeit, zwischen den Fugen von Pflastersteinen zu wachsen. Idealerweise werden versickerungsfähige Steine für die Pflasterung genutzt. So kann möglichst viel Wasser an Ort und Stelle in das Erdreich verschwinden.

Auch ohne begrünte Fugen sind versickerungsfähige Pflaster eine gute Möglichkeit, Flächen zu entsiegeln. Hier ist der Nachteil, dass ohne Pflanzen und sichtbare Erde das Mikroklima weniger  stark verbessert wird. In dem Fall hilft die Entsiegelung nicht gegen Hitze, wohl aber noch gegen Hochwasser. Und auch das Grundwasser wird weiterhin – für trockene Zeiten – aufgefüllt.

Sollte es nicht möglich sein, die Parkplätze mit wasserdurchlässigen Material zu pflastern, kann auch eine Versickerungsbox genutzt werden. Dabei wirkt es so, als würde das Wasser in die Kanalisation abgeleitet werden. Tatsächlich fließt es aber in einen unterirdischen Auffangtank, von dem aus es langsam ins Erdreich abgegeben wird. Wie auch bei versickerungsfähigen Pflastersteinen gilt, dass damit noch gegen Hochwasser vorgegangen und der Grundwasserspiegel aufgefüllt wird. Der Hitze durch aufgeheizte Steine oder Asphalt wird jedoch nicht vorgebeugt.

Der VSR-Gewässerschutz fordert, Parkplätze kritisch darauf zu überprüfen, ob sie im Sinne des Hochwasser- und Dürreschutzes sowie des Mikroklimas umgebaut werden können. Besonders in Innenstädten können die Kosten mit höheren Parkkosten beglichen werden, um das Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen.


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