VSR-Gewässerschutz sieht bei Benzotriazolen dringenden Handlungsbedarf

  1. Benzotriazole werden hauptsächlich als Korrosionsschutz für Metalle eingesetzt
    • im Kühlwasser
    • als Silberschutz in Reinigungs- und Spülmitteln
    • in Frostschutzmitteln
    • in Schmierstoffen für Motoren
  2. Benzotriazole werden als Flugzeugenteisungsmitteln eingesetzt
  3. Benzotriazole werden weiterhin noch als Desinfektionsmittel für Metalloberflächen und Antischleiermittel in der Foto- und Druckindustrie verwendet.

Benzotriazole kommen inzwischen in Flüssen, Uferfiltrat und sogar im Trinkwasser vor. Dort hat es allerdings aus Gesundheitsgründen nichts zu suchen. „Schwer abbaubare Stoffe wie Benzotriazole erschweren im Unterlauf des Rheins die Produktion von Trinkwasser aus Rheinwasser.“ so die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Wenn dieser Stoff erst mal in den Wasserkreislauf gelangt sind, ist es sehr kostenaufwendig, sie zur Trinkwassergewinnung wieder zu eliminieren. Die gängige Trinkwasserreinigung reicht für solche Mikroverunreinigungen nicht mehr aus.

Der VSR-Gewässerschutz hat die Messwerte aus dem Jahresberichten 2015 und 2016 der RIWA in einer Grafik dargestellt.

Deutlich zu beobachten ist: Die Belastungen steigen in der zweiten Hälfte des Jahres. Das Ansteigen der Konzentration beginnt bereits im Sommer. Zusätzlich zu den Enteisungsmitteln von Flughäfen muss es in den Sommermonaten hohe Emissionen an Benzotriazol geben.

Forderung für Rhein und Ruhr

Die Politik ist gefordet zu handeln. Für die Ökologie in den Flüssen und in der Nordsee sowie für die Gesundheit der Menschen, die auf Trinkwasser, welches aus den Flüssen gewonnen wird, angewiesen sind.

  • Es muss für die Industrie dringend ein Grenzwert für die Benzotriazolkonzentration im Abwasser aufgestellt werden. Der VSR-Gewässerschutz fordert einen Grenzwert von 100 ng/l im Wasser, das in die Flüsse eingeleitet wird. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass das Trinkwasser ohne kostenintensivere zusätzlichen Reinigungsmaßnahmen gesundheitlich unbedenklich ist. Jede Trinkwasseraufbereitung bedeutet für den Verbraucher eine Steigerung des Wasserpreises. Der Verursacher hat die Kosten zu tragen und nicht der Bürger.
  • Der VSR-Gewässerschutz fordert eine Studie, inwieweit der Einsatz von Benzotriazolen in den Reinigungsmittel für die Geschirrspülmaschinen nötig ist. Falls diese zu dem Ergebnis kommt, dass der Einsatz überflüssig ist, sollte die Verwendung der Benzotriazole in Geschirrspülmitteln untersagt werden. Auf diese Weise kommt es zur Reduzierung der Belastung mit Benzotriazolen aus dem kommunalen Abwasser.
  • Recycling des Enteisungsmittels an allen Flughäfen, wie am Flughafen München.