Massentierhaltungen und Biogasanlagen - die großen Probleme im Gewässerschutz

Massentierhaltungen

Die Gülle, die in Massentierhaltungen anfällt, übersteigt oft die Menge an Gülle, welche zum Düngen der Felder benötigt wird. Da die Landwirte diese aber irgendwie loswerden müssen, kommt es zur Überdüngung.

 

Biogasanlagen

In den gewerblichen Biogasanlagen fallen Gärreste an, die als Dünger verwendet werden. Das verursacht ebenfalls eine Nitratanreicherung im Boden. Außerdem kann es pasieren, dass Sickerwasser aus Biogasanlagen in Gewässer geleitet wird.

Politiker in den einzelnen Bundesländern müssen nun für belastete Regionen zusätzliche Maßnahmen verankern

Die Landesregierungen müssen in den Regionen mit hohen Nitratbelastungen dringend zusätzliche Maßnahmen zur Verringerung der Belastung aus der Landwirtschaft verankern. So ist es auch in der neuen Düngeverordnung vorgesehen.
Gerade bei starken Belastungen im Grundwasser muss eine noch höhere Effizienz beim Düngen erfolgen als in den nicht belasteten Regionen. In der, im Februar verabschiedeten, novellierten Düngeverordnung werden den zuständigen Landesregierungen hierzu verschiedene Möglichkeit eröffnet.

Öffentlicher Druck kann erfolgreich sein

Der Nährstoffbericht aus Nordrhein-Westfalen 2017 zeigt: Die Gülleimporte aus den Niederlanden sind in einigen Kreisen deutlich gesunken. Dies ist dem massiven Druck aus der Öffentlichkeit zu verdanken.

Trotzdem ist noch viel zu tun. Der Nährstoffbericht NRW von 2017 offenbart ein massives Problem bei der Düngung. Wir raten Bürgern ihre Bedenken zu äußern. Es wird zusätzlich zur Gülleausbringung viel zu viel Mineraldünger ausgebracht.

Auszug aus dem Newsletter 3/2017 zum Thema: Es geht auch anders!
Auszug aus dem Newsletter 3/2017 zum Thema: Die Karte zur Nitratbelastung von 2013 bis 2017 ist da - Messergebnisse belegen erneut die Beteiligung der Landwirtschaft an der Nitratproblematik
Deutschlands Stickstoffpolitik stinkt.
Ohne EU-Nitratrichtlinie böte Deutschland Massentierhaltungs- und Biogasanlagen-Betreibern unbegrenzte Möglichkeiten. Die Politik hat es viel zu lange der Agrar- und Biogas-Lobby überlassen, die „gute fachliche Praxis“ zu definieren, auf deren Basis die Richtlinie umgesetzt werden sollte. Zudem fehlen Kontrollen und Sanktionen – dies entspräche der Erwartung, dass Autofahrer ihr Tempo im Verkehr selbstverantwortlich anpassten.