Fleischindustrie gegen Gewässer, Gesundheit und Gewissen

Ein Problem für Gewässer

Nitrat

 

In Massentierhaltungen fallen riesige Mengen an Gülle an. Da der Transport sehr kostspielig ist, wird die Gülle häufig nur auf umliegende Felder ausgebracht. Pflanzen werden selbst dann gedüngt, wenn sie gerade keine Nährstoffe benötigen, um überschüssige Gülle los zu werden. 

Die Gülle wird im Boden zu Nitrat. Eine große Menge dieses Nitrates wird anschließend in das Grundwasser ausgewaschen. Es sickert den Flüssen zu und gelangt bis in die Meere. 

Nitrat erhöht das Krebsrisiko. Es verhindert die uneingeschränkte Nutzung von Brunnen und gefährdet Trinkwasservorräte für künftige Generationen. Außerdem führt es in Gewässern zu Algenblüten, die Hautreizungen und geringe Sichttiefen beim Baden verursachen. 

Sterben die Algen ab, verbrauchen sie Sauerstoff und führen zu Fischsterben. Schon jetzt gibt es deswegen sogenannte „Todeszonen“ in der Ostsee.

Säure und Aluminium

 

In den letzten zehn Jahren haben wir festgestellt, dass das Grundwasser immer saurer wird.

Eine Hauptursache sind extreme Mengen an Ammoniak aus Massentierhaltungen. Ammoniak entsteht, wenn sich Harnstoff oder Eiweiß in den Exkrementen der Nutztiere zersetzen. Es gelangt in die Luft, reagiert mit anderen Gasen und bildet feinste Partikel. Dieser Feinstaub setzt sich auf die Pflanzen und den Boden ab. Dort führt er zu einer schleichenden Versauerung. Je saurer das Grundwasser wird, umso mehr Aluminium wird im Boden gelöst.

Aluminium ist stark gesundheitsgefährdend. Bei der Einnahme durch das Wasser kann es kann zur Lethargie, Blutungen im Augenbereich und Stoffwechselstörungen kommen. Im Gießwasser beeinträchtigt es das Pflanzenwachstum, für Fische ist es giftig.

Der Preis für billiges Fleisch: Gesundheitsgefahren für alle und zerstörte Gewässer!

Ein Problem für die Tiere

Tiere in Massentierhaltungen fristen ein Leben mit zu wenig Platz, großem Stress und Schmerzen durch Überzüchtung.

  • Schweine werden in engen Buchten zusammengepfercht. Ein natürliches Verhalten der Tiere ist unmöglich. Sie beißen und verletzen sich aus Langeweile. Gase aus den Exkrementen der Schweine verätzen ihre Atemwege.
  • Rinder können auf den unnatürlichen Böden der Massentierhaltungen häufig nicht richtig laufen. Sie rutschen aus, verletzten sich die Klauen und bekommen Druckschäden sowie Liegebeulen.
  • Masthühner leben 28 bis 42 Tage. Bis zu 26 Vögel teilen sich einen Quadratmeter, weniger Platz, als eine Henne in den abgeschafften Legebatterien hatte. Da der Stall während einer Mastperiode nicht gemistet wird, fristen die Tiere ihr Dasein in ihren eigenen Exkrementen. Sie brechen sich häufig die Knochen und können sich kaum bewegen.

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Ein Problem für Ihre Gesundheit

In der Massentierhaltung ist ein extremes Aufgebot an Antibiotika nötig. Laut Schätzungen werden 2050 zehn Millionen Menschen pro Jahr weltweit durch antibiotikaresistente Keime sterben: Das wären mehr Tote, als Krebserkrankungen jedes Jahr fordern.

Die Resistenzen entstehen überall dort, wo viel Antibiotika eingesetzt wird.

In Krankenhäusern und Altenheimen ist der Einsatz allerdings unerlässlich. In den Tierhaltungen werden sie jedoch verwendet, um noch mehr Tiere auf noch engerer Fläche halten zu können.

  • Ein bekanntes Beispiel für Antibiotikaresistenzen ist der multiresistente Krankenhaus-Keim MRSA. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung kann sich der Keim auf allen rohen Fleischsorten befinden. Bisher scheint Fleisch aus dem Ökologischen Landbau weniger stark davon betroffen zu sein.

Wenn Sie Massentierhaltungen boykottieren, schützen Sie sich selbst!

Ein Problem für den Weltmarkt

In Deutschland wird wesentlich mehr Fleisch produziert, als regional verbraucht wird. Der Fleischimport ist zudem wesentlich geringer als der Export. Es wird jedes fünfte Schwein, sowie 3% der Mastrinder und -hühner für den Weltmarkt aufgezogen.

Diese Überproduktion hat nicht nur dramatische Folgen für unsere Umwelt. Die EU bezuschusst die Landwirtschaft so sehr, dass die billigen Produkte aus der EU dem Weltmarkt schaden. Sie zerstören lokale Märkte – Kleinbauern, besonders in der dritten Welt, können ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Die EU exportiert billige Lebensmittel – und vergrößert den Hunger weltweit.

 

Was Sie tun können: Wehren Sie sich, wenn neue Megaställe in Ihrer Region gebaut werden sollen. Klären Sie Ihre Freunde und Bekannten darüber auf, dass eine Ausweitung der Massentierhaltung keineswegs sein muss, um die Menschen regional zu versorgen.

Ein Problem für die Regenwälder

Ein großes Problem der Massentierhaltung ist, dass Tierfutter häufig importiert wird. Riesige Flächen der Regenwälder werden gerodet, um Futter, insbesondere Soja, anzubauen. Häufig ist dieses Futter gentechnisch verändert. Dadurch wird es z.B. immun gegen Glyphosat. Somit können riesige Mengen Pestizid aufgebracht werden. Das gentechnisch veränderte und mit Glyphosat besprühte Futter fressen Tiere, die Nahrungsmittelquellen für den Menschen sind.

Die Nährstoffe aus Übersee werden durch die Futterpflanzen nach Deutschland gebracht. Sie gelangen über die Gülle in das Grundwasser und reichern sich schlussendlich in unseren Flüssen und Meeren als Nitrat an.

Wir fordern: Tierhalter müssen ihr Tierfutter selbst anbauen und sollten nur so viele Tiere halten, wie sie auch versorgen können. In dem Fall gibt es einen geschlossenen Nährstoffkreislauf; Regenwälder und Grundwasser werden geschont.

Unser Rat: Kaufen Sie Ihr Fleisch in Hofläden und informieren Sie sich vor Ort darüber, ob die Tiere mit selbst angebautem Futter gefüttert wurden. Sollte es Ihnen nicht möglich sein, einen Hofladen zu besuchen, ist Bio eine Alternative. Ökologisch gehaltene Tiere müssen hauptsächlich mit eigens angebautem Futter versorgt werden.