Bundeswehr belastet Gewässer mit PFC

Wir fordern unverzügliche Maßnahmen, um Gesundheitsgefahren für Tiere und Menschen zu verhindern.

Interaktive Karte der Militärstandorte mit PFC-Belastungen

 

Auf Militärstandorten wurden in der Vergangenheit bei zahlreichen Feuerlöschübungen und Einsätzen PFC-haltige Löschschäume benutzt. Per- und polyfluorierte Chemikalien - kurz als PFC bezeichnet - sind umwelt- und gesundheitsschädlich, da diese Verbindungen nicht natürlich abgebaut werden können und krebserregend sind. Deswegen gibt es auch eine Einschränkung von PFC in Löschschäumen. Seit 2008 (Übergangsfrist bis 2011) darf Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) nicht mehr enthalten sein und bei der Perfluoroktansäure (PFOA) müssen seit EU-weiten Beschränkungen sehr strenge Werte eingehalten werden. Eine allgemeine Einschränkung von PFC gibt es nicht. Damals gelangten die PFC bei den Übungen in den Boden. Von dort bahnt es sich seither seinen Weg in die Gewässer.

 

  • Das PFC verbreitet sich immer weiter im Grundwasser – und erreicht so die Trinkwasser- und Gartenbrunnen.

  • Auf diesem Weg sickert es auch den Bächen und Flüssen zu und vergiftet dort das Wasser.

  • Durch diese unaufhaltsame Ausbreitung besteht die Gefahr, dass unser Trinkwasser mit PFC belastet wird.

An mindestens 37 Militärstandorten wurden bereits PFC-Belastungen in den Gewässern festgestellt (rote Punkte in der interaktiven Karte). Nach Wissen der Bundesregierung stehen aber viele weitere Militärstandorte unter Verdacht der PFC-Belastung. Hier wurden PFC-haltige Stoffe gelagert oder verwendet (orange Punkte in der interaktiven Karte).

 

Der VSR-Gewässerschutz recherchierte, an welchen Orten bereits weitere Untersuchungen durchgeführt wurden und  Maßnahmen zur Beseitigung der Belastung begonnen wurden. Diese Orte wurden von uns auf dieser Karte zusammengetragen und stellen eine gute Übersicht der großen Problematik dar. Klicken Sie auf die Punkte und erfahren Sie mehr über die PFC- Belastung in diesen Orten.

 

Die Verwendung der PFC-haltigen Löschschäume auf dem Militärflugplatz Memmingen beispielsweise führten dazu, dass die Gemeinde Ungerhausen ihre eigene Trinkwasserversorgung aufgeben musste. Es wurde im Grundwasser des Wasserschutzgebietes eine viel zu hohe PFC-Belastung festgestellt.

 

Aber auch am Militärstandort Büchel wurde zweifelsfrei festgestellt, dass der naheliegende Pahlbach bereits mit PFC belastet wurde.

 

Daher ist es nicht nachvollziehbar, dass auf vielen Militärstandorten die Entgiftung der Gewässer so zögerlich oder gar nicht anläuft. In manchen Standorten wird mit der Sanierung erst begonnen, wenn die Gemeinde klagt. Seit 2012 ist in Markt Manching eine PFC-Belastung (verursacht durch die Bundeswehr) bekannt. Die Marktgemeinde klagte am 24.06.2020 vor dem Landgericht Ingolstadt gegen die Bundeswehr. Manchings Bürgerinitiativen und Manchings Bürgermeister monierten, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Schadensbehebung und/oder -eindämmung stattgefunden hat. Kurz vor dem ersten Verhandlungstag hat die Bundeswehr dann endlich die ersten geplanten Sanierungsarbeiten angekündigt.

 

Wir rufen Gemeinden und Bürger andere Standorte auf, die PFC-Belastung nicht einfach hinzunehmen, sondern aktiv zu werden!

 

 Die Bundeswehr muss wesentlich schneller die PFC-Belastung beseitigen:

  • Wir fordern von der Bundeswehr mehr Informationen über die Belastungen.
  • Wir fordern von der Bundeswehr, die Ausbreitung des PFC in die Umwelt zu stoppen.
  • Wir fordern von der Bundeswehr, dass die vergifteten Böden saniert werden, um weitere Belastungen der Gewässer zu verhindern.
  • Wir fordern von der Bundeswehr, dass bereits belastetes Grundwasser entgiftet wird.

 

Ist bei Ihnen in der Region mehr über die PFC-Belastung an Militärstandorten bekannt, als wir in Erfahrung bringen konnten?

Wir freuen uns über Ihr Feedback unter

Milan.Toups@VSR-Gewässerschutz.de

 

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Wir legen offen, was schief läuft und fordern die Beseitigung der Verschmutzungen unserer Gewässer. Die Verursacher der Umweltschäden müssen endlich zur Verantwortung gezogen und zum Handeln gezwungen werden!

 


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