Ergebnisse der Messfahrten im Einzugsgebiet der Elbe

Messfahrt an der Saale vom Mittellauf in Kaulsdorf (Thüringen) bis zu ihrer Mündung in die Elbe in Barby im März 2017

Ziel: Feststellen, inwieweit die festgestellten hohen Nitratkonzentrationen im Grundwasser des Einzugsgebiets auch zu einer Belastung in der Saale führen

Die Saale hat für die Elbe in punkto Nährstoffe eine große Bedeutung. Sie gehört zu einer der wasserreichsten Nebenflüsse.

Wir stellten bei unseren Grundwassermessungen im Einzugsgebiet der Saale stark nitratbelastetes Grundwasser fest. Zum Teil weisen dort mehr als die Hälfte der Brunnen Belastungen von über 50 mg/l Nitrat auf. Dieses sickert der Saale zu und trägt somit zu einer erheblichen Nitratbelastung bei. Durch die intensive Landwirtschaft gibt es an der Saale kaum noch Flussauen, die dazu führen, dass die Nährstoffe aus dem Saalewasser gefiltert werden.

Das Grundwasser in Sachsen-Anhalt wird stark durch den Ackerbau belastet. Die Böden sind in weiten Teilen so fruchtbar, dass Wiesen und Weiden schon früh durch die Intensivierung der Landwirtschaft in Ackerflächen umgewandelt wurden. Lange Jahre wurde das Grundwasser noch durch brachliegendes Ackerland, auf dem Wiesen gedeihen konnten, geschützt. Doch im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien werden heute viele Flächen für den Anbau von Raps, Getreide, Zuckerrüben und Mais genutzt. Im Gegensatz zum Grünland kommt es auf diesen Ackerflächen zur stärkeren Nitratauswaschung. Wir stellten in den Kreisen, die im Einzugsgebiet der Saale liegen einen sehr geringen Anteil von Grünland fest.

Messfahrt auf der Elbe von Magdeburg bis Hamburg im April 2012

Ziel: Untersuchen der Nitratbelastung durch den Einfluss von diffusen Einträgen in das Grundwasser

Belastetes Grundwasser im Einzugsgebiet der Elbe ist verantwortlich für die hohen Belastungen im Fluss. Zu diesem Ergebnis kamen die Spezialisten vom VSR-Gewässerschutz bei ihren Untersuchungen. Die Messergebnisse von über 600 Grundwasseruntersuchungen aus den letzten beiden Jahren wurden in Bezug zur Nitratkonzentation der Elbe gesetzt. Hierfür führten die Gewässerschützer vor einem Jahr eine Messfahrt auf Mittel- und Unterelbe durch. Im gesamten Untersuchungsbereich lagen die Nitratkonzentrationen im Elbwasser teilweise weit oberhalb der Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA). Nach diesen sollte die Nitratkonzentration einen Wert von 11 Milligramm pro Liter (mg/l) im Fluss nicht überschreiten.

Pressemitteilung:
Messungen vom VSR-Gewässerschutz zeigen: Stark nitrathaltiges Grundwasser belastet die Elbe – weitere Verringerung des Maisanbaus nötig
Pressemitteilung:
VSR-Gewässerschutz sieht nach der aktuellen Messfahrt eine Mißachtung der Oberflächengewässerverordnung und Meeresstrategierichtlinie bei der geplanten Elbvertiefung

Messfahrt an der Oste im Oktober 2011

Ziel: Abschätzung, inwieweit die Nitratbelastung der  Störpopulation schadet

Im Oktober 2011 führte der VSR-Gewässerschutz Untersuchungen an der Oste durch. Nach Auswertung der Messergebnisse besteht die Gefahr, dass die jetzigen Maßnahmen zur Ansiedlung des Störs in der Oste langfristig durch eine Verschlechterung der Wasserqualität scheitern könnten. Auch der Erfolg, dass es inzwischen einen sich selbst produzierenden Bestand an Lachsen in diesem Flachlandfluss gibt, ist durch die zahlreichen Genehmigungen für Biogasanlagen im Einzugsgebiet gefährdet.

Pressemitteilung
Biogasanlagen gefährden die Wasserqualität der Oste - Lachs und Stör in Gefahr

Messfahrt an der Unstrut von der Quelle bis zur Mündung in die Saale im Mai und September 2010

Ziel: Abschätzung, inwieweit die Nitratbelastung seit der letzten Messfahrt 2004 verändert hat

Pressemitteilung:
Gewässerschützer untersuchen die Unstrut