Nitratabbau im Untergrund

Nicht überall führt übermäßige Düngung zu höheren Nitratwerten.

Manche Brunnen weisen sowohl eine hohe Eisenkonzentration als auch eine geringe Nitratbelastung auf. Diese Messwerte können darauf hinweisen, dass im Untergrund Nitrat abgebaut wird. Der Boden hat denitrifizierende Eigenschaften.

 

In vielen Gegenden kommt im Boden Pyrit, eine Eisen-Schwefel-Verbindung, vor. Spezielle Bakterien können diese Verbindung nutzen, um Nitrat abzubauen. Hierbei wird das Pyrit und das Nitrat gespalten. Es entsteht Stickstoff, Eisen und Sulfat.

Nitrat ist für diesen Vorgang zwingend nötig. Deswegen führt ein hoher Nitrateintrag in Gegenden mit Pyrit zu hohen Eisenkonzentrationen, statt zu hohen Nitratkonzentrationen.

Eisen ist weit weniger problematisch als Nitrat. Trotzdem untersucht der VSR-Gewässerschutz auch die Eisenkonzentration von Brunnenwasser. Denn es ist wichtig, zu wissen, warum eine Region gering mit Nitrat belastet ist. Mancherorts ist wirklich der Nitrateintrag in das Grundwasser gering. In anderen Gebieten liegt es jedoch lediglich am Nitratabbau. Da das Pyrit irgendwann aufgebraucht ist, ist es wichtig, vorher den Nitrateintrag zu reduzieren. Sonst steigt der Nitratwert plötzlich ab, sobald das Pyrit aufgebraucht ist. Das Ergebnis ist Eisen- und Nitratbelastetes Grundwasser.

Essentiell für den Nitratabbau: Pyrit.